Die Entkritiminalisierung der Tötung eines Wilderers


von zeemzee
24.05.2012
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Der indische Bundesstaat Maharashtra im Westen des Landes will die Tötung von Wilderen entkriminalisieren, nachdem im Bundesstaat nur in diesem Jahr schon acht Tiger getötet wurden. So erklärt das Bundesland der Wilderei den Krieg. Waldschützer sollen so nicht aus menschenrechtlichen Gründen inhaftiert werden. Zusätzlich werden ihnen nun mehr Personal und Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

Indien beheimatet etwa die Hälfte der auf weltweit geschätzen 3.200 Tiger und hat seit den 70er Jahren viele Reservate geschaffen. Doch die Wilderei breitet sich aus, u.a. wegen der hohen Nachfrage für TCM (Traditional Chinese Medicine). In diesem Jahr wurden schon 14 Tiger getötet; acht davon in Maharashtra.

Laut des Chief wildlife warden Maharashrtras kommen Waldschützer selten in direkten Kontakt mit Wilderen, was die Wahrscheinlichkeit des Abdrückens auf einen Wilderer deutlich senkt. Er setzt eher drauf, dass ein neuer Geldtopf um Informaten zu belohnen viel effizienter sein wird.

Was haltet ihr hiervon? Ist es eine praktische Weise um die Wilderei zu bekämpfen? Ist es die Aufgabe der Regierung so gegen Wilderei vorzugehen?

(Zusammenfassung aus dem Englischen; Original von AP: http://www.guardian.co.uk/environment/2012/may/23/indian-state-forest-guards-poachers)

Foto © Vivek R. Sinha / WWF-Canon

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Kommentare (15)
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05.11.2012
Carinaa hat geschrieben:
Also wenn ich ehrlich bin... wenn Wilderer unerlaubt Tiger schießen oder auch so Tiger schießen, ist es mir in dem Moment scheiß egal ob man ihn abknallt. Klingt hart, ist aber die Wahrheit.
30.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Eine Entkriminalisierung hört sich im ersten Moment nicht schlimm an. Aber wenn man ds mal weiterüberlegt wird die Tötung eines Menschen straffrei gestellt. Es wird wohl kaum neutrale Zeugen geben, die bestätigen können, dass jemand in Notwehr gehandelt hat. Da tun sich so viele Schlupflöcher für Verbrechen auf........

Das die Wildhüter bewaffnet sind ist ok, dass sie im Notfall schießen dürfen ist auch klar - sonst bräuchten sie ja auch keine Waffe. Aber die Tötung eines Lebewesens ist immer noch die Tötung eines Lebewesens und da gehört auch der Mensch zu. Man kann doch nicht die Tötung eines Tigers verurteilen, aber die Tötung - oder Verletzung - eines Menschen tolerieren......

Wenn sie die weiteren Maßnahmen wie bessere Schutzvorschriften und Kontrollen etc ausweiten und endlich mal etwas gegen die Armut unter der Bevölkerung getan wird, werden wohl schneller bessere Erfolge erzielt werden können.

@Schusch:
Es ist schon erstaunlich, dass es ein eigenes Tierschutzgesetz gibt, aber keine Notwehr bei Tieren erkannt wird. Selbst denen, die den Tieren aus Notlagen helfen möchten sind oft durch das Gesetz die Hände gebunden. Traurige Tatsache
29.05.2012
LSternus hat geschrieben:
Ich finde es gut dass der Indische Staat etwas gegen die Wilderei unternehmen will, aber Lynchjustiz - NEIN.
Wenn ein Wilderer im Schusswechsel mit Wildhütern ums Leben kommt kann ich das noch irgendwie tollerieren, aber jemanden für Vogelfrei zu erklären, dass kann ich nicht unterstützen.
26.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
ch finde das gut und lobenswert, dass die Regierung etwas unternimmt. Das mit der Belohnung für Infos finde ich am Besten, damit werden sie wahrscheinlich einigen Wilderern das Handwerk legen können. Man sollte sie nicht gleich erschießen, sondern nur anschießen, oder festnehmen. Toll, das die Regierung auch Fahrzeuge und Personal den Tierschützern gibt.
26.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
25.05.2012
zeemzee hat geschrieben:
Meiner Meinung nach ist es äußerst wichtig, folgende Aussagen zu verstehen:
* Der Kontakt zwischen Wilderern und Waldschützer ist unwahrscheinlich.
* Der Bundesstaat investiert zeitgleich in weiteres Personal und Fahrzeuge und Informaten werden belohnt; d.h. für mich, dass Menschen, die aus der Armut heraus wildern, eine Alternative haben.
* Es findet keine Legalisierung sondern eine Entkriminalisierung statt - die auch jederzeit aufgehoben werden kann.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Entscheidung leicht getroffen wurde...
25.05.2012
MJ1499 hat geschrieben:
@Urmeli: Jepp, genauso sehe ich es auch. Nur dass die normale Gesetzeslage keine Notwehr an Tieres Stelle zulässt. So würde ich dieses Gesetz auch interpretieren, und so finde ich es gut.
25.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Ich für mich ziehe die Grenze ganz klar bei der Notwehr. Wobei Notwehr auch auf eine andere Person - oder in diesem Fall Tier - bezogen werden kann. Die Einsetzung von Gewalt im Rahmen der Notwehr ist nicht ideal aber vertretbar und ok.

Es ist aber keine zielführende Lösung für das Problem der Wilderei. Deswegen sollte man andere Maßnahmen mehr fördern und nicht einfach die Wilderer zum Abschuss freigeben. In dem Moment in dem der Ranger abdrückt mag es ein Erfolg für den Tiger gewesen sein, aber wenn er 3 Minuten später von einem anderen Wilderer erschossen wird, ist der Erfolg doch gleich 0.
25.05.2012
MJ1499 hat geschrieben:
Hmm, also dürfen eurer Meinung nach die Ranger gar nicht schießen? Ich muss sagen, töten finde ich auch nicht unbedingt gut. Ein guter Schütze sollte jedoch in der Lage sein, die Leute nicht umzubringen, sondern nur zu verletzen. Und meistens reicht auch schon die abschreckende Wirkung.
24.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
24.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
24.05.2012
MJ1499 hat geschrieben:
Moment mal, es geht hier nicht nur um Mord...

Ich finde es einfach fair, dass die Ranger sich mit Waffen wehren dürfen, genau wie die Wilderer es auch machen dürfen. Nur dass es erlaubt ist, zu schießen, heißt nicht, dass man Menschen ermordet. Ich weiß nicht, wer von euch alles GEO liest, aber in der letzten Ausgabe war ein Bericht über ein Naturschutzgebiet in Kenia glaube ich, wo paramilitärische Organisation in dem Reservat Kriege führen, und die Ranger mittendrin...die haben auch schon die Afgabe einer paramilitärischen Organisation, nicht unbedingt gut, aber notwendig.

Im Endeffekt braucht man beides, das entschiedene Vorgehen und die Aufklärung dahinter...

@Urmeli: Personal und Schutzvorrichtungen werden soweit ich es verstanden habe parallel aufgestockt...
24.05.2012
regentag hat geschrieben:
Bei diesem Bericht musste ich schon kurz schlucken. Denn mal ehrlich, es ist nicht ok einen Menschen zu töten, egal wer oder was er ist. Klar, es ist auch schrecklich, einen Tiger zu töten, einen der letzten noch dazu, aber das rechtfertigt nicht, einen weiteren Mord zu begehen. Wann hat Auge um Auge, Zahn um Zahn denn jemals zu etwas Gutem geführt?! Und die Menschenrechte müssen genauso beachtet werden wie die Tierschutzrechte!
Die meisten Wilderer sind zudem Menschen, die furchtbar arm sind und ihre Familien ernähren müssen. Natürlich ist es da verlockend, einen Tiger zu erschießen und ihn teuer auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Diese Legalisierung von Mord packt die Sache meiner Meinung nach genau von der falschen Seite an. Man muss die Infrastruktur in Indien verbessern und den "potenziellen Wilderern" andere Wege legal an Geld zu kommen aufzeigen. Außerdem sollte der Handel von Tigerprodukten, egal ob Fell oder Potenzmittel, strenger kontrolliert werden.
Mehr Geld für den Tierschutz finde ich hingegen immer gut :)
24.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Als ob der Tod als Strafe jemals ein abschreckende Wirkung gehabt hätte......mal ganz davon abgesehen, dass ich die Todesstrafe prinzipiell ablehne sehe ich keinen Sinn dahinter. Man kann es mit den Drogendealern vergleichen. Ein Dealer von der Straße wird verhaftet, oder wie in diesem Fall erschossen.....na und? Die Großen dahinter ersetzen ihn einfach durch einen Neuen........

Mehr Personal und Schutzvorrichtungen wären sinnvoller um die Tötung des Tigers vorher zu verhindern. Die Bestrafung hinterher bringt den Tiger nicht zurück.

Es sollte auch viel mehr Aufklärung wegen TCM betrieben werden. Solange Menschen an die Wirkung von TCM glauben, werden in ihrem Namen immer weiter Arten ausgerottet. Es wird wahrscheinlich immer Menschen geben, die an die Wirkung glauben oder einfach aus Prestige oder Trophäe sich ein Tigerfell an die Wand hängen, aber es wäre ein wirkungsvoller Schritt in die richtige Richtung.
24.05.2012
MJ1499 hat geschrieben:
Im Prinzip heißt das, die haben mehr Mittel, mehr Geld um "Verräter" zu bezahlen und dürfen zusätzlich direkt auf Wilderer schießen, ohne dass sie dafür verhaftet werden`? Ich finde es genial ;)
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