Amur-Tiger: Erste Erfolge in Russland


von Marcel
06.08.2012
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Ich würde euch gerne jemanden vorstellen. Er ist einer unserer erfahrendsten Naturschützer, und sein Beruf gehört wahrscheinlich zu den spannendsten überhaupt. Markus ist seit 1998 beim WWF Deutschland. Angefangen hat er mit der Betreuung unserer Schutzprojekte auf Borneo. Seit September 2011 ist er für die Amur-Heilong Ökoregion zuständig - "die Heimat des Amur-Tigers".

Und von dort kann Markus gute Neuigkeiten berichten: "Mit großem Aufwand und viel Mut unserer Mitarbeiter vor Ort konnten wir in den vergangenen Jahren den Bestand der Amur-Tiger wieder auf etwa 450 Tiere stabilisieren. Dieser Erfolg wird jedoch jeden Tag aufs Neue bedroht: durch eine immer maßlosere Holzmafia beispielsweise, die auch in die letzten Tigerrefugien vordringt. Und durch skrupellose Wilderer, die immer mehr Tiger aus Profitgier töten wollen."

Deshalb ist Naturschutz, auch was die Rettung der Tiger betrifft, ein Marathonlauf. Wofür Markus kämpft, zeigt er euch in diesem Video:

Ein großes Problem ist nach wie vor die Wilderei. Der WWF hat nun untersucht, welche Länder sich im Kampf gegen den illegalen Handel von Elefanten-, Nashorn- und Tiger-Produkten einbringen. Dazu analysierte er 23 Länder, die als Herkunfts-, Transit- oder Zielland solcher Produkte besonders betroffen sind und veröffentlichte eine Scorecard.

Der WWF-Report zeigt: Der illegale Handel existiert in allen untersuchten Ländern. Doch einige Länder zeigen echten Willen zur Veränderung, andere nicht. Epizentrum der Elefanten- und Nashorn Wilderei ist Afrika. Angelockt durch die hohen Gewinnspannen drängen inzwischen Kräfte nach, die bisher im Waffen-, Drogen- und Menschhandel tätig waren. In Zentralafrika hat Elefantenwilderei einen Umfang angenommen, der die gesamte Region destabilisiert und auch für Menschen gefährlich wird. Bei Tigern gab es zwar keinen neuen Wilderei-Peak, jedoch leben insgesamt weltweit nur noch etwa 3.200 Tiere in der Wildnis, sodass jedes gewilderte Tier kritisch ist.

Aber es gibt auch Lichtblickle - vor allem, was die Amur-Tiger betrifft, um die sich Markus kümmert. Eine unserer Kamerafallen hat im nordostchinesischen Wangqing-Reservat erstmals einen Tiger fotografiert. (Hier haben wir darüber berichtet). Das zeigt: Tiger und Leoparden erobern sich langsam ihren ehemaligen Lebensraum zurück.

Der WWF konzentriert sich auf 12 vorrangige Tiger-Lebensräume von Russland bis Indonesien und von Indien bis China. Wir sind in insgesamt 10 der 13 Tiger-Verbreitungsstaaten aktiv und haben in den meisten Ländern gute Kontakte zu Entscheidungsträgern in der Politik, aber auch Projekte zum Tigerschutz vor Ort.

Der WWF setzt verstärkt auf die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, die ebenfalls ein Interesse daran hat, die Tiger-Wälder als Naturressource langfristig zu erhalten. Mit diesen Menschen gemeinsam will der WWF die Wälder noch intensiver kontrollieren und die Anti-Wilderer-Patrouillen verstärken. Zum anderen muss in Schulen und auf Dorfversammlungen noch mehr Wissen über Bedeutung und Schutz der Tiger verbreitet werden.

Um all diese Dinge zu regeln, ist Markus natürlich viel unterwegs - immer auf Achse für den WWF. "Für den 18. September ist ein größeres Treffen in Chabarowsk geplant. Dort sollen die Erfahrungen aus dem Bikin-Projekt russischen Behörden und Partnern vorgestellt werden. Wir wollen zeigen, wie sich im russischen Fernen Osten beispielhaft Klimaschutz, Tigerschutz und Waldschutz miteinander verbinden lassen. Aber vor allem wie sich solche Projekte langfristig finanzieren lassen."

Markus ist begeistert über die Unterstützung durch die WWF Jugend. Schon 2010 in der Tigerkampagne haben wir über 10.000 Unterschriften gesammelt. Und damit ging die Unterstützung noch nicht zuende. So berichtet Markus unter anderem: "Schüler der 6. Klasse des Johann-Rist-Gymnasium Wedel haben sich im Religionsunterricht mit dem Amur-Tiger beschäftigt und 300 Euro Spenden für das Projekt gesammelt! Sowas finde ich einfach toll."

Ich soll euch viele Grüße von Markus ausrichten. Die WWF Jugend ist eine unglaublich wichtige Gruppe für den WWF, findet auch er. Und daher hofft Markus, euch auch bald neue Erfolgsgeschichten aus der Amurregion berichten zu können.

Foto: David Lawson / WWf-UK

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Kommentare (5)
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19.10.2012
Tippy12 hat geschrieben:
Es wird besser :)
07.08.2012
Carinaa hat geschrieben:
Ein guter Anfang (:
07.08.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Tiger einfach wunderschöne Tiere. Am schönsten sind sie lebendig und in Freiheit :)
06.08.2012
Franzi hat geschrieben:
Ja, ich finde auch dass wir da auf die Fortschritte konzentrieren sollten! :) 450 finde ich schon super und da geht bestimmt noch mehr ;) Der WWF leistet dort tolle Arbeit, danke für den Bericht Marcel! :)
06.08.2012
LSternus hat geschrieben:
450 Armur-Tiger, viel ist das ja nicht, aber man soll ja nicht nur meckern! Ein halber Leib Brot ist besser als gar keiner und so lange die Zahl stabiel bleibt gebe ich die Hoffnung nicht auf.
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