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© V. Kess / WWF-Canon
Was der WWF für die Orang Utans erreicht hat


von Marcel
30.10.2011
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Was macht der WWF eigentlich mit dem Geld seiner Unterstützer in Indonesien? Schließlich liegt im dortigen tropischen Inselgebiet eines der wichtigsten Projektgebiete des WWF Deutschland.

Borneos Regenwälder gehören zu den ursprünglichsten und artenreichsten Wäldern unseres Planeten. Und nirgendwo sonst in den Tropen gibt es so viele Torfmoorwälder. Sie speichern in ihren mächtigen Torfschichten bis zu 6.000 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar und binden damit bis zu 50-mal so viel Kohlenstoff wie eine gleichgroße Fläche Regenwald ohne Torfboden.

Wie groß ist die Bedrohung?

• In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts waren noch 95 Prozent der Landfläche Borneos mit Wäldern bedeckt. Heute sind es nur noch knapp über 50 Prozent der Insel. Zwischen 2003 und 2007 verlor Borneo jedes Jahr im Schnitt 1,15 Millionen Hektar Wald – so viel wie halb Hessen. Die Ursachen: Umwandlung von Regenwald in Plantagen aus Ölpalmen und schnell wachsenden Baumarten wie Akazie und Eukalyptus für die Zellstofferzeugung, außerdem illegale Holzeinschläge und Waldbrände. Der WWF kämpft dafür, dass trotz dieser Gefahren das "Herz von Borneo" weiter schlagen kann.

Das ist unser Ziel:

Die Entwaldung stoppen und verhindern, dass die indonesischen Regenwälder verschwinden.

Das sind unsere bisherigen Erfolge:

• Im Inneren der drittgrößten Insel der Welt entsteht auf WWF-Initiative ein Netzwerk aus Schutzzonen und nachhaltig genutzten Wäldern von der Größe Großbritanniens. Die "Herz von Borneo"-Vereinbarung wurde am 12. Februar 2007 von den Forstministern Indonesiens, Malaysias und Bruneis unterzeichnet. Zwar gibt es immer noch Waldflächenverluste im Herz-von-Borneo-Gebiet, diese sind aber jährlich prozentual erheblich geringer (aktuell minus 0,76 Prozent) als die Entwaldungsrate ganz Borneos (minus 2,3 Prozent).

• Der Verlust an Waldflächen im indonesischen Teil Borneos (Kalimantan) ist in den letzten Jahren von über 860.000 auf über 600.000 Hektar pro Jahr zurückgegangen. 

• Seit der Unterzeichnung der Herz von Borneo-Deklaration wurden in diesem Gebiet 123 bislang unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt.

• Die Dreiländer-Vereinbarung hat zudem bereits eine riesige Palmöl-Plantage sowie eine große Überlandstraße durch unberührten Regenwald verhindert. Für die Palmöl-Plantage hätten 1,8 Millionen Hektar wertvollen Bergregenwaldes abgeholzt werden sollen. Der Lebensraum von Orang-Utans und vieler anderer Arten wäre vernichtet worden. Der so genannte Trans-Kalimantan-Highway hätte die wertvollen Wälder im Inneren der Insel durchschnitten und eine unkontrollierte Besiedlung einst unberührter Gebiete ermöglicht.

• Im Kayan Mentarang-Nationalpark – dem mit 1,4 Millionen Hektar größten Regenwald-Schutzgebiet Südostasiens – ist der WWF seit 1992 aktiv und arbeitet seitdem mit der einheimischen Urbevölkerung in den dortigen Gemeinden eng zusammen. In dem 2004 fertig gestellten Informationszentrum beraten die Mitarbeiter des WWF die lokale Bevölkerung über nachhaltige landwirtschaftliche Kleinprojekte. Von hier aus werden auch die Straßenbaupläne der Distriktregierungen kontrolliert und ein naturschutzfreundlicher Tourismus gefördert. Im Herzen des Parks hat der WWF zudem eine Forschungsstation eingerichtet. Kayan Mentarang ist der erste Nationalpark in Indonesien, der eine gleichberechtigte Mitbestimmung der lokalen Gemeinden beim Management erlaubt.

• Im Nationalpark Sebangau bewahrt der WWF Torfmoorwälder, die für den Klimaschutz besonders wichtig sind. Denn sie speichern bis zu 50-mal mehr Kohlenstoff als eine gleich große Fläche Regenwald ohne Torfboden. Werden diese Wälder gerodet, so wird der Großteil des Kohlenstoffes als Treibhausgas Kohlendioxid frei. Um das zu verhindern, setzt der WWF bereits gerodete Flächen wieder unter Wasser. Seit Anfang 2008 wurden mit Hilfe von Sponsoren wie der Deutschen Post und der Brauerei Krombacher fast 500 Dämme gebaut. Durch diese Maßnahmen sind 150.000 Hektar Torfmoorwald bereits vor der Austrocknung bewahrt worden, was in etwa der Fläche Londons entspricht.

• Außerdem wurden bereits mehrere hundert Hektar verbrannter Waldfläche wieder aufgeforstet – mit feuerresistenten Baumarten und Orang-Utan-Futterbäumen. Die Orang-Utan-Population war durch die Rodungen stark dezimiert. Inzwischen hat sich die Population wieder erholt und bei rund 6.000 Tieren stabilisiert. Kürzlich konnten wir sogar Filmaufnahmen zeigen von Orangs, die in ein aufgeforstetes Gebiet zurückkommen.

• Im 800.000 Hektar großen Betung Kerihun-Nationalpark ist der WWF seit 1995 aktiv. Schwerpunkt der Arbeit ist die verbesserte Zusammenarbeit mit der Nationalparkbehörde zur Kontrolle der illegalen Holzeinschläge. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung werden alternative Einkommensmöglichkeiten entwickelt. Diese Projekte sollen den Teufelskreislauf von Armut und illegalem Holzeinschlag durchbrechen, da vielen Dorfbewohnern bislang keine andere Wahl blieb, als auf Tagelöhnerbasis für die Holzmafia zu arbeiten. Die illegalen Holzeinschläge in der Region konnten im Frühjahr 2005 gestoppt werden.

• Im malaysischen Bundesstaat Sabah forstet der WWF rund 2.000 Hektar Orang-Utan-Lebensraum auf und begleitet seit mehreren Jahren den Menschenaffenbestand mit wissenschaftlichen Untersuchungen um zu kontrollieren, wie sich die Population entwickelt. Im 240.000 Hektar großen, vormals forstwirtschaftlich genutzten Ulu Segama Malua-Forstreservat kommen etwa 5.000 Orang-Utans vor. Für dieses gesamte Waldgebiet besteht bis Ende 2017 ein Einschlagstopp. Danach darf Holz nur noch nachhaltig nach den strengen Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) genutzt werden.

• Auch die WWF Jugend war schon konkret in Indonesien im Einsatz - auf der Insel Sumatra pflanzten wir über 60.000 Bäume und schufen so neuen Lebensraum für Waldelefanten und Tiger!

Wir danken allen WWF-Mitgliedern, die durch ihre Unterstützung diese Erfolge erst möglich gemacht haben! Auch mit einer WWF Jugend-Mitgliedschaft unterstützt Du Regenwaldprojekte des WWF, zum Beispiel auf Borneo!

Fotos: Orang-Utans in Zentral- Kalimantan. © Alain Compost / WWF; Monyong auf dem Arm von Herma Putera. © Ralph Kampwirth / WWF; Wundervolle Waldwelt Borneo © Alain Compost / WWF

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Kommentare (3)
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02.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Es ist soooo schön, mal wieder positive Nachrichten zu hören/lesen. Jeder Funke Hoffnung, macht neuen Mut zum weiterkämpfen und zeigt, dass sich jede Mühe lohnt.
Danke WWF :D
01.11.2011
Peet hat geschrieben:
Kann Marcel nur zustimmen, weiter so und danke für diesen Artikel!
30.10.2011
MarcelB hat geschrieben:
Wiedermal ein extrem spannender Artikel! Was mir auch gefällt ist die Struktur des Textes in Ursachen, Zielen und Erfolgen. Hier zeigt sich mal wieder wie wertvoll der WWF international agiert. Weiter so!! :) Und mal ganz im Ernst: Die Orang Utan Babys sind soooo knuffig, die verdienen es einfach gerettet zu werden!!! :D
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