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Orang-Utans: Sterben für Möbel, Papier und Kosmetik


von ingachen
06.06.2012
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Da ich bei der WWF-Jugend noch nicht viel über den Orang-Utan gelesen habe, dachte ich, ich schreibe über die Bedrohungen für seinen Weiterbestand mal einen Bericht.
In der Schule habe ich meine Facharbeit über dieses Thema geschrieben und fänd es schade, wenn das was ich herausgefunden habe nur in irgendeinem Regal in der Bibliothek meiner Schule verstaubt. Beim Recherchieren stieß ich auf viele schon bekannte, aber auch auf einige für mich neue und wirklich schockierende Fakten.

Man hört immer wieder, dass der Regenwald in einigen Jahren wohl kaum noch vorhanden sein wird und viele Tierarten dieser Welt daher bald auch nicht mehr existieren können.

Immer mehr Regenwald wir abgeholzt und das nicht nur um Holz zu gewinnen. Palmölplantagen sind in der heutigen Zeit wohl genauso gefragt. Große Flächen werden dafür gerodet oder abgebrannt. Das gerodete Holz wird dann verkauft und zu Möbeln, Papier und so vielen weiteren Dingen verarbeitet, die für uns alltäglich sind. Und dieser Holzhandel ist oft nicht legal. Das Holz wird dann ohne Genehmigung gerodet und verkauft, wodurch das Überblicken der ganzen Lage nur noch komplizierter wird.
Meist werden die gerodeten Flächen dann einfach zurückgelassen. Der Boden verarmt und der Regenwald schafft es nicht von alleine sich dort wieder auszubreiten. Daher verliert auch der Orang-Utan seinen Lebensraum.
Durch die Brände wird schnell und einfach Platz für die Palmölplantagen geschaffen. Die Orang-Utans sterben oft schon in den Flammen. Selbst wenn sie es schaffen rechtzeitig zu fliehen, ist ihr „zu Hause“ danach zerstört und sie wissen nicht wohin. Auf der Suche nach Nahrung gelangen sie daher oft auf eine der vielen Palmölplantagen und fressen dort von den jungen Palmtrieben. Werden sie dabei von Plantagenbesitzern oder –Arbeitern gesehen, werden sie von diesen getötet.

Auch in den noch bestehenden Regenwaldgebieten Borneos und Sumatras hat der Mensch die Umgebung des Orang-Utans so verändert, dass er es deutlich schwerer hat zu überleben. Damit meine ich den Klimawandel. Bis vor 15 Jahren gab es z.B. alle vier Jahre eine sogenannte „Fruchtschwemme“, woran die Menschenaffen ihren Geburtenzyklus anpassten. In der ersten Fruchtschwemme bekamen sie ihre Babys, diese wurden dann vier Jahre, also bis zur nächsten Fruchtschwemme, gestillt und konnten sich dann durch die Vielfalt der Früchte selbständig ernähren. Da die Muttertiere durch die kraftzehrende Milchproduktion dann erst mal kein Kind bekommen konnten, wiederholte sich dieser Zyklus erst ab der nächsten Fruchtschwemme. Da es nun schon viele Jahre keine solche Fruchtschwemme mehr gibt, haben es die Jungtiere nach dem Säugen schwer sich selbst zu ernähren, da der Regenwald oft nicht so viele Früchte bietet.

Und noch ein Punkt bedroht die Menschenaffen stark: Die gezielte Jagd. Die Tiere gelten vor allem in Taiwan als beliebte Haustiere und Statussymbole, als Kinderersatz und auch ihr sogenanntes „Wildfleisch“ gilt, etwa in Borneo, als besondere Delikatesse. Manchmal müssen die Tiere auch abrasiert und festgekettet als Sexsklaven in Bordellen „arbeiten“.
Um die Tiere verkaufen zu können, werden meist die Muttertiere getötet und die Jungen gefangen. Das fällt den Jägern meist nicht mal schwer, da die Waldmenschen nicht sonderlich schnell sind. Zudem gibt es zwar Gesetze, die das Fangen und Töten eines Orang-Utans verbieten, doch die Strafen fallen meist gering aus. Normalerweise werden die Täter leider gar nicht erst verfolgt.

 

Doch was können wir von Deutschland aus tun?

 

Es gibt viele gute Möglichkeiten den Orang-Utans zu helfen und das von zu Hause aus. Hier habe ich einfach mal die naheliegensten aufgeführt, die ein jeder mit wenig Aufwand durchführen kann.

Mehrere gute Möglichkeiten den Orang-Utans zu helfen bietet natürlich der WWF mit seinen Spendenmöglichkeiten für die Waldbewohner und den Regenwald im allgemeinen (Unter dem Bericht sind dazu einige Links).

Doch auch ohne Spenden kann man aktiv werden! So ist es beispielsweise schon ein guter Schritt beim Einkaufen mal genau auf die Inhaltsstoffe zu achten. Holzprodukte sollten daher immer ein vertrauenswürdiges(!) Siegel haben, wie z.B. das FSC –Siegel (wobei auch dies mit Vorsicht zu genießen ist, da es im Regenwald generell keine guten Kontrollen über nachhaltiges Anbauen gibt. Für Mitteleuropa ist es allerdings vertretbar).

Außerdem lohnt es sich die Inhaltstoffe von Süßwaren, Margarine, Kornflakes, Kartoffelchips, Backwaren, Seife, Shampoo, Waschpulver und vieler anderer Kosmetik- und Nahrungsprodukte genaustens zu überprüfen, denn in ihnen befindet sich oft Palmöl.

Und auch Biosprit ist nicht so toll wie es klingt!. Durch das „Bio“ im Namen wirkt er zwar umweltfreundlich, doch dieser Treibstoff wird z.T. ebenfalls aus den Palmen hergestellt die im Regenwald so vielen Tier- und Pflanzenarten den Platz nehmen.

Und außerdem hilft generell ein umweltbewusstes Leben gegen den Klimawandel und somit auch den friedlichen und sehr nahe mit dem Menschen verwandten Orang-Utans.

 



WWF Spendenaktionen u.ä.:
https://www.wwf.de/spenden-helfen/urkunden-bestellen/orang-utan/
https://www.wwf.de/spenden-helfen/pate-werden/regenwaldschutz-in-indonesien/
http://www.wwf.de/zusammenarbeit-mit-unternehmen/krombacher-klimaschutz-projekt/
https://www.wwf-urwaldriese.de/

Umweltsiegel:
http://www.direktplus.de/archiv/artikelarchiv/dialogtrends-archiv/green-publishing/umwelt-siegel/
 

Foto:  © WWF

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Kommentare (9)
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09.06.2012
FloLiang hat geschrieben:
Ich finde es echt klasse das dieser Bericht geschrieben wurde und ich würde mich echt freuen wenn sich noch mehr junge Leute dafür interesieren würden! In Südamerika ist zurzeit ein Projekt am laufen was 600 Quadratkilometer Regenwald zerstört. Es sollen zwei der größten Wasserkraftwerge der Welt gebaut werden und wenn diese fertig gestellt wurden, werden diese mehr als die hälfte des Regenwaltes überfluten.
07.06.2012
ingachen hat geschrieben:
@LSternus Das mit dem Orang-Utan im Bordell hatte ich bei meinen Recherchen auch das erste Mal gehört. Es war ein Bericht einer Mitbegünderin der Borneo Orang-Utan Surival Foundation, Michelle Desilets.. Sie beschrieb das die Männer die zu ihr kamen "den besonderen Kick" suchten und das die Dorfbewohner das Tier nicht an die Organisation geben wollten, da sie stolz auf diese Besonderheit waren..
Da ist man wirklich geschockt!
07.06.2012
Kathi4nature hat geschrieben:
Echt ein toller Bericht!
Danke auch für die Tipps was man tun kann!
Ich finde das alles echt erschreckend!
07.06.2012
midori hat geschrieben:
wow - vielen lieben Dank für den ausführlichen und informativen Bericht. Jetzt, wo Du es so sagst, fällt es auch mir auf. Wir haben hier eigentlich selten etwas zum Thema Orang Utan. Aber umso besser, dass Du so gut Bescheid weißt :o)

Danke schön! :o)
07.06.2012
lotte98 hat geschrieben:
toller bericht :)
echt schlimm was mit unserer welt passiert :(
07.06.2012
Chrissi96 hat geschrieben:
Ohh man.. das ist echt schrecklich und die Regierung meint auch noch biosprit sei gut für die umwelt jaja das sind echt lügner...
aber echt ein toller bericht
07.06.2012
LSternus hat geschrieben:
Ach du meine Güte.
Ich hab schon von einigen Perversionen gehört, aber Orang - Utans in Bordellen, das übersteigt alles!
06.06.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
06.06.2012
grinsekatze hat geschrieben:
Hey :)

Ich finde deinen Bericht wirklich gut, besonders die Tipps und Links am Ende! Ist wirklich eine Schande, dass alles abgeholzt wird um sich kurzzeitig zu bereichern. Dabei ist Holz doch ein nachwachsender Rohstoff.
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