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Orang Utan und der Mensch


von Cata
10.02.2010
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Der Name „Orang-Utan“ stammt von den malaiischen Wörtern „orang“ (Mensch) und „utan“ oder „hutan“ (Wald) und bedeutet demzufolge „Waldmensch“.
In der freien Natur gebraucht der Orang Utan kaum Werkzeuge, doch in der Gefangenschaft blüht er auf. Er schafft es knifflige Problemstellungen zu lösen, wie etwa eine mit Schnallen verschlossene Schachtel zu öffnen in der eine reife Frucht ist. Im Rahmen der Erforschung der Kommunikationsfähigkeit wurde Orang-Utans beigebracht mit Hilfe einer Symbolsprache zu kommunizieren.
Schätzungen über die Gesamtpopulation der Orang-Utans sind schwierig und die Zahlenangaben gehen zum Teil weit auseinander. Verschiedene Berechnungen geben rund 4000 bis 7000 Sumatra- und 10.000 bis 15.000 Borneo-Orang-Utans an. Für Borneo könnten diesen Zahlen allerdings etwas zu niedrig sein, hier gehen andere Schätzungen von rund 40.000 Borneo-Orang-Utans aus.
Von den 63 Eigenschaften, durch die sie sich von anderen Primaten unterscheiden, haben Orang-Utans und Menschen 28 gemeinsam, mit den Schimpansen hingegen nur 2, mit Gorillas 7 und ebenfalls 7 mit allen dreien. Gorillas und Schimpansen sollen 11 Eigenschaften gemeinsam haben. Zu den gemeinsamen Eigenschaften zwischen Menschen und Orang-Utans zählen etwa lange Haare, dicker Zahnschmelz, Gesichtsbehaarung bei Männern, separater Face-to-Face-Geschlechtsverkehr oder die Fähigkeit, Unterkünfte oder Liegestätten zu bauen. Das heißt, dass der Orang Utan eigentlich viel näher mit dem Menschen verwand ist, als bisher geglaubt. Er ist im Moment geht man davon aus, dass sie sogar viel mehr verwand sind, als Menschen und Schimpansen oder Gorillas.


Doch:
Heute sind die Orang Utans stark bedroht. Die Gründe dafür liegen in erster Linie in der Zerstörung ihres Lebensraumes, daneben in der Bejagung und im Handel – insbesondere mit Jungtieren. Verschärft werden diese Faktoren durch die langsame Reproduktionsrate der Tiere.(langsame Fortpflanzung, da ein Junges bis zu 7 Jahren bei seiner Mutter bleibt).
In großem Ausmaß werden Wälder gerodet, einerseits zur Holzgewinnung, andererseits zur Errichtung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Neuerdings gefährdet die starke Nachfrage nach Palmöl zunehmend die Habitate der Orang-Utans. Malaysia und Indonesien, die beiden Länder, in denen Orang-Utans leben, zählen zu den Hauptproduzenten dieses Produktes.
Die Bejagung stellt noch einen weiteren Faktor dar. In manchen Gegenden – etwa im Inneren Borneos(dort wo sie größenteils leben) – wird ihr Fleisch gegessen. Darüber hinaus werden sie mancherorts gezielt verfolgt, wenn sie auf der Nahrungssuche in Obstplantagen eindringen. Ihre Größe und ihre eher gemächlichen Bewegungen machen sie zu einem leichten Ziel für Jäger. Hinzu kommt, dass Jungtiere gefangen und als Haustiere verkauft werden, was meist mit der Tötung der Mutter einhergeht. Insbesondere in Taiwan gelten Orang-Utans als ideale Haustiere, einer Schätzung aus dem Jahr 2002 zufolge werden wöchentlich zwei Tiere aus Borneo herausgeschmuggelt.

Als in den siebziger Jahren noch 95 Prozent des Regenwaldes auf Borneo erhalten war, war auch die Welt der Orang-Utans noch in Ordnung. Diese friedlichen Menschenaffen, die sich mit ihrem orangefarbenen Fell und dem runden Gesicht eindeutig von anderen Affen unterscheiden, kommen von Natur aus nur an diesem einen Ort der Erde in Südostasien vor: Auf Borneo und Sumatra, zwei der insgesamt rund 17.000 Inseln des indonesischen Archipels. Diese Menschenaffen zählen zu unseren nächsten noch lebenden Verwandten auf der Erde – und doch ist es der Mensch, der ihren Lebensraum am stärksten gefährdet. Er hat auf Sumatra fast den gesamten Regenwald zerstört – auf Borneo ist die Hälfte der Wälder durch Abholzung und Waldbrände verloren. Orang-Utans leben auf Bäumen, bauen sich Nester in den Kronen, fressen Blätter und Früchte. Ohne den Wald, können diese Tiere nicht überleben.
587 Orang-Utans sitzen deshalb derzeit in der Schutzstation Nyaru Menteng im Süden Kalimantans, dem indonesischen Teil Borneos fest. "Einheimische, die heimatlose Orang-Utans auf der Straße oder nach großen Feuern ausgehungert und orientierungslos auf dem verkohlten Waldboden finden, geben sie hier ab oder rufen an, damit wir die Tiere einfangen" erzählt Ali Munthaha, stellvertretender Leiter der Orang-Utan-Station. Einige der Tiere werden auch von der Polizei hergebracht. "Sie werden beschlagnahmt, wenn sie von Einheimischen als Haustiere gehalten wurden, was in Indonesien strafbar ist" erklärt Ali Munthaha.
Allerdings sind nicht alle Menschen auf der Insel den Affen wohlgesonnen. Wenn die Tiere Hunger haben und in den degradierten Wäldern keine Nahrung mehr finden, fressen sie die Früchte der Ölpalmen auf den Plantagen – viele Orang-Utans werden dabei erwischt und erschossen.
Flächen, die kein wertvolles Holz mehr hergaben, wurden schließlich in Palmölplantagen umgewandelt. Das Öl, das dort produziert wird, kommt auch in Deutschland an: In Shampoo, Margarine oder Seife. Besonders die gestiegene Nachfrage nach Biodiesel als vermeintlich ökologisch nachhaltiger Treibstoff hat Indonesien dazu veranlasst, weitere Flächen mit Ölpalmen zu bepflanzen. Noch immer werden dafür Waldflächen gerodet.
 

Dies ist ein Thema, von dem wir nicht so viel mitbekommen, da es auf der anderen Seite der Weltkugel vor sich geht. Doch auch ich habe gestutzt, dass ich durchs kaufen von falscher Seite oder Shampoo dem Orang Utan schade. Hoffentlich hat euch der Artikel gefallen.
 

Grüße
Cata
 

 

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Kommentare (3)
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04.03.2010
KatevomDorf hat geschrieben:
also erstmal: interessanter bericht. nach meinem wissensstand allerding nicht ganz richtig. wir haben bei uns inder uni mal einen genvergleich gestartet mitochindialer DNA, da dies allen tieren gemein ist und da werden die basenabweichungen fest gestellt und da kamen wir zu dem ergebis, dass deine oben angeführten erkenntnisse zwar ungefähr hinhauen (hab leider grad kein genaues zahlenverhältnis im kopf), aber und das ist das für mich interessante: genotypisch sind die Bonobos um mächsten, da dort die geringste abweichung vorherscht.
Bonobos sind, wie sich vermuten lässt, primaten auf der familie der menschenaffen und werden auch Zwergschimpansen genannt. sie sind in den mittleren und südlichen Teilen des landes kongo angesiedelt und laut IUCN listet gelten sie als stark gefährdet weiterhin gibt es nach schätzungen geht der WWF von 2009 höchstens 50.000 Tieren aus.
15.02.2010
blackDiamond hat geschrieben:
Danke für den sehr guten Bericht....
Es ist echt schon sehr bemerkenswert wie ähnlich sie uns doch sind....umso schlimmer ist ihre Tötung...
11.02.2010
Cata hat geschrieben:
hey,
ja klar stehe da palmenöl drauf. nur natürlich nciht von wo es kommt. ich habe auch von dove gehört.
grüße
cata
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