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Orang-Utan oder Turnschuh – wen schützt das Gesetz besser?


von NinaFlo
10.06.2010
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Falsch geraten… es ist der Turnschuh. In Europa gibt es Gesetze, die Markenturnschuhe vor Produktpiraterie schützen. Also vor Billig-Fälschungen, die für ein Unternehmen den finanziellen Ruin bedeuten können. Der Orang-Utan und sein Lebensraum Wald hingegen, sind Gefahren – wie Raubbau – fast schutzlos ausgeliefert. Um sie kümmern sich die europäischen Gesetze kaum.

So gelangen Jahr für Jahr riesige Mengen Holz nach Europa, die aus illegalen Quellen stammen. Zum Beispiel von den Heimatinseln der Orang-Utans, den indonesischen Inseln Borneo und Sumatra. Dort werden wertvolle Regenwälder schonungslos abgeholzt. Geschützte Baumarten und wichtige Schutzgebiete fallen den Kettensägen zum Opfer.

Das Dramatische: In Deutschland und dem Rest Europas merken die Kunden gar nicht, dass die gekauften Holzprodukte – Bücher, Möbelstücke oder Stifte – mitunter aus illegalen Quellen stammen. Es gibt bislang nämlich kein europäisches Gesetz, das die Einfuhr illegaler Hölzer verbietet.

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Im Moment wird in Brüssel über ein solches Gesetz, das „Holzhandelsgesetz“, debattiert. Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat sich schon positiv dazu geäußert, aber Gewissheit gibt es noch nicht. Mit der Werbeanzeige will der WWF die Politiker dazu bringen, sich für den Schutz der Regenwälder zu entscheiden. Konkret fordert der WWF:

- Alle Holzprodukte sollen entlang der gesamten Handelskette zurück verfolgt werden können.
- Für Unternehmen, die Holz- und Holzprodukte als erste auf den Markt bringen, soll es Überwachungs- und Risikoabschätzungsverfahren geben.
- In der gesamten EU soll es ein Verkaufsverbot für Holz- und Holzerzeugnisse aus illegalen Quellen geben.
- Handelt ein europäisches Unternehmen doch mit Holz aus illegalen Quellen, so sollen die Strafen und Sanktionen die gleichen sein. Egal, ob es nun in Deutschland, Spanien oder Estland ansässig ist.

Bis jetzt gibt es nur eine verlässliche Möglichkeit, Holz aus Raubbau auszuschließen: auf das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) zu achten. Übrigens wurde die Werbeanzeige in der Zeitschrift „Werben und Verkaufen“ als Anzeige des Tages ausgezeichnet.

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Kommentare (8)
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26.06.2010
KatevomDorf hat geschrieben:
aber zur abwechslung mal etwas neues, was positiv ist.
man muss und sollte ja nicht jeden fehler 2 mal machen. und erst recht nicht so oft, wie es die menschen heut zutage pflegen.
16.06.2010
Isi1234 hat geschrieben:
Geld wird es immer geben, Lebenwesen nicht...
16.06.2010
AnnaP hat geschrieben:
Guter Bericht. Ich finde das unverantwortlich, einen Turnschuh besser zu schützen als ein lebendiges Wesen! Vielleicht regt das Bild ja endlich mal die Leute zum Nachdenken an. Ich habe es schon in mehreren Zeitschriften gesehen.
12.06.2010
Chrisly hat geschrieben:
hmmm... schon echt ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft !!!
11.06.2010
Juliaaa hat geschrieben:
Traurig. Wann kommt die Regierung endlich zur Vernunft?
10.06.2010
KatevomDorf hat geschrieben:
hmm.. ich glaube wenn die EU damit anfängt ist das schonmal nicht schlecht, aber eigentlich muss an einer ganz anderen stelle angefangen werden um die nachhaltigkeit zu gewährleisten: nämlich bei den produzenten länder. wenn die schon frühzeitig mittels gesetze eingreifen würden müsste nicht die EU das machen. zumal ja der verbot von holz zwar den Orang-Utan schütz aber leider nur indirekt. und as ist auch schonmal nen suboptimaler ansatz.
wüsse aber auch leider spontan nicht wie man besser machen könnte außer, dass eben genau dieses holzexportverbot in den betreffenden ländern greift.

denn was nützt es, wenn ich das unkraut abschneide, aber nicht wenigstens versuche es bei der wurzel zupacken und rauszureißen... (so mal extrem bildlich gesprochen^^)
10.06.2010
MonaR hat geschrieben:
Ich finde es echt schlimm, dass unsere EU nur das richtig mit Gesetzen schützt, das Geld bringt. Es ist klar, dass ein Turnschuh, besonders die Marken-Turnschuhe, Geld einbringt. Dagegen bringt ein Urang-Utan, ein lebendiges Lebewesen, natürlich der EU bzw. die in ihr vertretenden Ländern kein Geld ein. Leider für viel zu viele Leute auf unserer Welt ist Geld immer noch wichtiger als das Überleben eines Lebewesens, der eigene Vorteil ist wichtiger als das für die Natur Richtige! Zum Glück gibt es vernünftige Leute noch auf der Welt, wie alle Menschen, die sich in Organisationen wie WWF und Greenpeace für unsere Welt einsetzen. ;)
10.06.2010
midori hat geschrieben:
*drückt die Daumen damit aus dem Gesetz endlich was wird*
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