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Malaienbären - unerforschte Bärenart in großer Gefahr!!!


von FabianN
01.09.2011
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Der Malaienbär (Helarctos malayanus) ist die kleinste Art unter den Großbären (Ursidae) und gehört zur Gattung Malaienbär (Helarctos).

Der durchschnittliche Malaienbär erreicht eine Körperlänge von 110 bis 140 cm und ein Gewicht von bis zu 60 Kilogramm. Das Stockmaß eines Malaienbären beträgt  60 bis 70 cm. Die Weibchen dieser Bärenart bleiben immer kleiner und leichter als die Männchen. Der kurze Pelz dieser Tiere besitzt eine schwarze bis tiefbraune Färbung. Auf seiner Brust besitzt der Malaienbär einen weißen bis rötlichen U-förmigen Fleck. Diesem verdankt er auch seinen geläufigen Namen: Sonnenbär. Der Gesichtsbereich und die Schnauze eines Sonnenbären besitzen eine weiße bis gelbliche Zeichnung. An den stämmigen Beinen eines dieser Tiere befinden sich bogenförmige, starke Krallen. Durch diese Krallen kann er auch ohne Mühe ganze Termitenbauten aufreißen! Dank seinem geringen Gewicht, den starken Beinen und Krallen kann der Malaienbär auch problemlos bis zu den Spitzen großer Bäume klettern. Ein Malaienbär ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Einzelgänger. Malaienbären sind Allesfresser, ernähren sich jedoch am meisten von Früchten und pflanzlicher Nahrung. Zudem stehen noch Vogeleier, Insekten und Honig auf dem Speiseplan dieser kleinen Bären. Um an Termiten oder andere Insekten heranzukommen, reißen sie mit ihren starken Krallen Termitenbauten oder morsche Baumwurzeln aus der Erde. Dann nehmen sie mit ihrer – bis zu 25 cm langen – Zunge die Insekten und deren Larven auf.

Das Verbreitungsgebiet des Sonnenbären...

...liegt in den Tiefland- und den Monsunregenwäldern Südostasiens. Diese liegen in den Ländern Indien, Bangladesch, Myanmar, Thailand, Laos, Malaysia und Vietnam, bis hin du den im Osten liegenden Sumatra und Borneo.   

 

Malaienbären werden zwischen drei und vier Jahren geschlechtsreif. Die Paarungszeit ist unabhängig von der Jahreszeit und man weiß nicht, nach welchen Anhaltspunkten zur Paarung sich ein Malaienbär verhält. Nach einer Tragezeit von 90 – 100 Tagen bringt das Muttertier ein bis drei Jungen in einer Baumhöhle oder ähnlichem zur Welt. Zu Anfang haben die Jungtiere ein Gewicht von ungefähr 500 Gramm. Die ersten 4 Lebenswochen sind sie blind und verbringen sie in der Höhle. Nach zwei Monaten sind die ersten Zähne im Gebiss der Jungtiere zu entdecken. Bereits nach 2 – 3 Monaten folgen sie ihrer Mutter auf der Nahrungssuche. Ein Malaienbär kann ein Alter von bis zu 25 Jahren erreichen.

Doch noch weiß niemand näheres über das Verhaltensmuster der Malaienbären!  Sicher aber weiß man, dass er in der roten Liste unter "gefährdet" zu finden ist!. Und, dass die Bestände des Malaienbären in den letzten Jahren drastisch abnehmen und der Sonnenbär wegen Wilderei, Abholzung des Lebensraumes und illegalen Tierhandels dunklen Zeiten entgegensieht!  Der Lebensraum des Sonnenbären wird durch extreme Regenwaldzerstörung bedroht! Die riesigen Waldflächen werden für Holz- und Papierindustrien gerodet! Für Ölpalmplantagen wurden und werden auch weiterhin riesige Waldflächen niedergebrannt! Auch die illegale Jagd trägt zum Abnehmen der Bestände bei: Dabei geht es nicht nur um das Fleisch der Bären, sondern -wie auch beim Lippenbären (Melursus Ursinus)- wird die Gallenblase wegen traditioneller Medizin zur Heilung von Magengeschwüre und anderen Beschwerden eingesetzt!!!

Was wird zum Erhalt der Malaienbären geleistet?!                                                    

 - TRAFFIC, das Artenschutzprogramm des WWF und der IUCN, klärt die Menschen vor Ort      auf, dass  zum Beispiel anstatt der Galle auch pflanzliche oder chemische Medizin zur  Heilung von Magenbeschwerden eingesetzt werden kann. Zudem  kontrolliert TRAFFIC den  Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen, und hilft den Staaten, illegalen Handel von  Bärengalle zu unterbinden. Dazu organisieren sie noch Handelswachen.

-Die Aktion „Herz von Borneo“ vom WWF soll ein grenzüberschreitendes Gebiet Regenwald  vor der Zerstörung retten und so bedrohten Tieren wie dem Sumatra-Nashorn, dem  Borneo-Zwergelefant und auch dem Malaienbär einen sicheren Lebensraum  schenken.              

-Der WWF unterstützt zudem auch die Einrichtung von  Nationalparks auf Sumatra.  Inzwischen hat der WWF die Einrichtung eines Nationalparks in einem Teil des Tesso Nilo-  Regenwaldes erreicht. In diesem Nationalpark kommen auch Malaienbären vor.

 Dies war mein dritter Bericht über bedrohte und eher unbekannte Bärenarten. Ich hoffe ihr stimmt mir darin zu, dass der WWF und TRAFFIC sich weiterhin für den Sonnenbären einsetzen sollen und müssen, da ich sonst fürchten muss, dass diese kleine Großbärenart auf der roten Liste bald unter „ausgestorben“ zu finden ist… ;(

Text: eagle4nature (Fabian Nagel)

Bilder: Wikipedia Commons, iucnredlist.org

Infos: tierdoku.com, wwf-arten.de

 

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Kommentare (4)
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03.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Tragisch...
:)
01.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Chinesische Regierung = Scheiße! Passt zwar nich ganz zum Bericht, is aber so! ;)
01.09.2011
FabianN hat geschrieben:
@Rhino: Danke, ich werde es sofort verbessern ;)
01.09.2011
Rhino hat geschrieben:
Wieder ein sehr schöner Bericht! Das mit dem RoteListe-Status ist nicht mehr aktuell, mittlerweile steht er in der Liste als "gefährdet" :( Diese chinesische Medizin treibt mich noch irgendwann in den Wahnsinn, alsob sie es tatsächlich darauf ansetzt, alle möglichen seltenen Arten auszurotten! Ob Tiger, Bär, Nashorn oder Schildkröte, jede Art hat irgendeinen ach so heilvollen Humbug im Körper :(
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