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Der unbekannte Halbtote - Nebelparder


von jan_muecher
14.06.2015
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Sein Anblick erinnert an einen kleinen Leoparden mit viel zu großen Flecken oder an eine Marmorkatze? Doch es handelt sich dabei um den wahrscheinlich unbekanntesten Aussterber-Kandidaten Asiens, dem Nebelparder.

Dieser gehört mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 60 bis 100 cm zu den kleinsten Raubkatzen unseres Planeten, dessen tragische Geschichte kein Gehör in den Köpfen der Menschen findet. Schließlich ist auch wenig über ihn bekannt und eine erfolgreiche Sichtung durch Forscher bzw. Wissenschaftler findet nur alle paar Jahre statt. Die wenigen Fakten, die man über ihn weiß, sind an einer Hand abzuzählen: Der Nebelparder lebt in Südostasien. Vermutlich erstreckt sich sein Siedlungsgebiet von Nordindien bis zur chinesischen Ostküste und vom Jangtse bis Borneo. Vom Körperbau ist er perfekt an das Klettern angepasst und sehr flink. Doch scheut er den Umgang mit den Menschen, weshalb der Forschung nichts anderes übrig bleibt, als auch Erzählungen der indigenen Bevölkerung miteinfließen zu lassen. Diese betiteln in als Affentiger oder Affenjäger, weshalb davon auszugehen ist, dass kleinere Primaten (z.B. Gibbons) zu seinen bevorzugten Beutetieren gehören. Sie sind scheu und scheinen als Einzelgänger zu leben. Im Großen und Ganzen sind dies wenige Erkenntnisse über eine komplexe Art, doch muss es dabei bleiben? Ja, wenn sich nichts ändert!

Denn er Nebelparder ist in freier Wildbahn so gut wie ausgestorben, wofür es viele verschiedene Ursachen gibt. Sein weiches schönes Fell mit den regelmäßig vorkommenden großen Flecken kann für bis zu 2000 US-Dollar auf dem internationalen Schwarzmarkt verkauft werden - Eine ungehuere Summe für viele Menschen Südostasiens - Auch werden seine Knochen angeboten, die eine besondere Verwendung in der traditionellen chinesischen Medizin haben. Daher ist er ähnlich wie der Hai ein Opfer mangelnder Aufklärung im südostasiatischen Raum, da eine heilende Wirkung dieser Knochen bisher nicht bewiesen werden konnte. Zusätzlich nutzen einige indigene Völker seine Eckzähne für religiöse Rituale. Doch die größte Bedrohung geht mittlerweile von der gezielten Rohdung der Regenwälder (vor allem in Thailand und Indonesien) aus. Der Vormarsch der Land- sowie Holzwirtschaft stellen eine immer größere Bedrohung für die ohnehin wenigen Nebelparder dar. Außerdem ist sein Image in der indigenen Bevölkerung angeschlagen, da in den Geschichten der Völker von Übergriffen des Nebelparders auf Menschen erzählt wird, obwohl man aufgrund des scheuen Verhaltens davon ausgeht, dass es sich um Nebelparder handelte, die zuvor extrem von Menschen gereizt worden sind. Ein ähnliches Vorurteil wie beim Wolf in Deutschland.

 

In Taiwan und Hainan ist der Nebelparder bereits ausgestorben und auch in Nepal war die letzte bewiesene Sichtung 1863. Wenn bald nichts unternommen wird, gehörte der Nebelparder einmal zu unserer Erde. Viele Geheimnisse seiner Art würden wir nie erfahren.

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Kommentare (5)
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16.06.2015
LaLoba hat geschrieben:
Danke für diesen informativen Bericht! Ich fand den Nebelparder schon immer faszinierend. Ein sehr schönes Tier.
15.06.2015
jan_muecher hat geschrieben:
Ich habe eine Gruppe eingerichtet...kannst gerne beitreten :-)
15.06.2015
Tigerlein hat geschrieben:
Ich wäre dabei! :)
15.06.2015
jan_muecher hat geschrieben:
Ja genau. Deshalb sollten wir in Zukunft auch beim WWF mehr Aktionen in diese Richtung machen. Suche gerne Freiwillige, die die Aufmerksamkeit auf den Nebelparder lenken wollen
15.06.2015
Tigerlein hat geschrieben:
Wow, das ist echt ein wunderschönes Tier! Schade, dass es vielen Menschen an Respekt vor anderen Lebewesen und der Natur mangelt, und sie nur den Profit im Sinn haben, die sie mit dem Fell oder den Zähnen erzielen können ...
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