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© V. Kess / WWF-Canon
Borneo-Elefanten, die Zwerge unter den Riesen


von Carina
22.03.2010
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Am 18. März war der dreijährige Geburtstag des Schutzgebietes „Heart of Borneo“, dessen Ziel es ist, den Regenwald auf der Insel Borneo zu schützen. Dieses Ereignis und unser aktuelles Indonesienspecial nehme ich zum Anlass, um über eine der vielen Arten zu berichten, für die der Urwald auf Borneo ein zu Hause bietet: Die Borneo-Elefanten.


Der Borneo-Elefant kommt ausschließlich im Nordosten der Insel vor, dem malaysischen Bundesstaat Sabah. Erst seit 2003 ist diese Population mit 2000 Tieren als eigene Unterart des Asiatischen Elefanten anerkannt. Mit einer Größe von drei Metern und einem Gewicht von 4500 Kilogramm ist er der Kleinste seiner Art und wird daher auch gerne als Borneo-Zwergelefant bezeichnet.

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Die Tiere ziehen in kleinen Weibchen-Jungen-Gruppen von selten mehr als zehn Tieren durch die Flussebenen und Tiefland-Regenwälder Sabahs. Die erwachsenen Männchen pflegen keine ständigen Beziehungen zu den Weibchen-Jungen-Gruppen innerhalb ihres Streifgebiets, sondern schließen sich nur hin und wieder kurzfristig einer Gruppe an. Elefantenkühe bringen ihren Nachwuchs erstmals im Alter von zehn bis zwölf Jahren nach einer Tragezeit von 22 Monaten zur Welt. Geburten finden etwa alle vier bis fünf Jahre bis ins Alter von 55 bis 60 Jahren statt.

Die Nahrung der Dickhäuter besteht vor allem aus Gras, Baumrinde, Wurzeln und Blätter. Gerne naschen sie aber auch mal von Bananen, Reis und Rohrzucker. Jedes Tier nimmt pro Tag 150 Kilogramm Nahrung auf. Außerdem benötigen sie einen täglichen Zugang zum Wasser, um dort zu trinken.

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Obwohl die illegale Jagd auf Elfenbein in Sabah kaum eine Rolle spielt, sind die Borneo-Elefanten vom Aussterben bedroht. Denn großflächige Rodungen und landwirtschaftliche Nutzflächen haben ihre natürlichen Wanderrouten durchbrochen und drängen die Dickhäuter in immer kleinere Waldgebiete zurück. In der Folge kommt es immer häufiger zu Vorfällen, bei denen hungrige Tiere Ernten plündern oder Hütten niedertrampeln. Die zunehmenden Konflikte mit Wildtieren führen zu wirtschaftlichen Verlusten und kosten Menschenleben. Außerdem haben sie zur Folge, dass die lokale Bevölkerung die eigentlich friedliebenden Elefanten als Schädlinge betrachtet und die Motivation verliert, sie zu schützen. Immer wieder werden Tiere von Plantagenarbeitern vergiftet oder von wütenden Bauern erschossen.

Daher engagiert sich der WWF, zusammen mit seinen lokalen Partnern, dem Sabah Wildlife Department und der französischen Naturschutzinitiative Hutan, seit Anfang 2000 im Verbreitungsgebiet der Borneo-Zwergelefanten. Es konnte ein umfassendes Geographisches Informationssystem aufgebaut werden, mit dessen Hilfe ein Landnutzungsplan für den Lebensraum der Elefanten ausgearbeitet wird. Außerdem werden grüne Korridore zwischen den verbliebenen Rückzugsgebieten der Dickhäuter aufrechterhalten oder wiederhergestellt und man bemüht sich um eine Minimierung der Konflikte zwischen Menschen und Elefanten. Letzteres wird vor allem dadurch erreicht, dass die Tiere durch akustische oder optische Signale von den Plantagen vertrieben werden. Zu guter Letzt ist es natürlich von größter Bedeutung, dass die Umwandlung des Regenwalds in Plantagen verhindert wird. Noch besteht eine Chance, das Aussterben dieser seltenen Art zu verhindern.

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Bilder:
Borneo-Zwergelefant © A. Christiy Williams / WWF-Canon

Ein Borneo-Zwergelefant überquert eine Straße © Cede Prudente / WWF

Abholzung in Sabah, Nord-Borneo - hier leben die einzigen Borneo-Zwergelefanten © A. Christy Williams / WWF-Canon
indonesische WWF-Mitarbeiter arbeiten an der Erforschung der Zwergelefanten und gegen die Abholzung © A. Christy Williams / WWF

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Kommentare (3)
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26.03.2010
joy hat geschrieben:
man muaa aufjedenfall weiter versuchen da etwas zu erreichen. toller Bericht!
;-)
25.03.2010
KatevomDorf hat geschrieben:
und es gibt leider noch sehr viele andere tiere auf borneo, die auf unsere hilfe angewiesen sind...
toller bericht! aber es mag ja an menem läppi liegen: ich sehe nur das erste bild die anderen leider nicht
23.03.2010
Franzi hat geschrieben:
Wow, super geschrieben, danke!:)
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