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© V. Kess / WWF-Canon
Als Asiens Tiere den Wald verließen...


von midori
17.09.2013
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Der Mekong ist die Lebensader einer der vielfältigsten und sagenumwobendsten Regionen unserer Erde. Auf seinem Weg ins Südchinesische Meer durchquert er Kambodscha, Laos, Myanmar und schlängelt sich durch Vietnam und China. Die Artenvielfalt in seinem Einzugsbereich ist hoch, aber wie lange noch? Viele der Spezies, die wir heute noch entdecken, haben schon fast keine Zukunft mehr.

Als eine der wirtschaftlich dynamischsten Regionen der Welt wurde in Asien in den vergangenen 40 Jahren mehr als ein Drittel des Waldes abgeholzt. Der Bestand an Huftieren geht zurück und mit ihnen auch der Tiger, dem seine Beute zunehmend knapp wird. Kahlschlag, Infrastrukturprojekte und auch Wilderei bedrohen viele Arten, bevor diese überhaupt annähernd erforscht sind. Einige von ihnen wollen wir euch in Bildern vorstellen:


© WWF / Thailand

Gaur - das Riesenrind
Die mit einer Körperhöhe von 2,20 Metern größten Rinder überhaupt kamen historisch in ganz Süd- und Südostasien vor. Noch gibt es in der Mekong-Region inselartig verstreute Exemplare in den Wäldern von Kambodscha, Laos, Thailand und Vietnam. In den letzten drei Generationen ging ihr Bestand aber um über 70 Prozent zurück. Sie werden erbarmungslos wegen ihres Fleischs und ihrer Hörner gejagt.


© Martin Harvey /WWF Canon

Sambar - Tigers Hauptspeise
Aus der Familie der Hirsche sind nur Elche und die Wapitis größer als der Sambar – was ihn zur bevorzugten Beute des Tigers macht. Im Mekong-Gebiet geht die Zahl der Hirsche aber massiv zurück. Sie werden wegen Ihres Fleisches und des Geweihs gejagt. Unglücklicherweise erholen sich ihre Populationen nur sehr langsam.


© WWF / Cambodia

Wasserbüffel - wild und gefährdet
Im ländlichen Asien sieht man überall Wasserbüffel als starke Helfer der Bauern, aber wilde Wasserbüffel stehen kurz vor dem Aussterben. Es gibt gerade einmal noch 4.000 Exemplare. Wasserbüffel brauchen als Lebensraum Flüsse, Tümpel und Feuchtgebiete – das meiste davon fiel der Landwirtschaft zum Opfer.


© Fletcher and Baylis / WWF Greater Mekong

Banteng-Wildrind - 80 Prozent weniger
Auch das Banteng-Wildrind mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,90 Metern war ursprünglich weit verbreitet in Asien, ist heute aber etwa in Indien und Bangladesch schon ausgerottet und lebt in der Mekong-Region nur noch in wenigen, isolierten Gebieten. Die Bestände nahmen in den letzten beiden Jahrzehnten um über 80 Prozent ab – erbarmungslos gejagt für Fleisch und Hörner.


© David Hulse / WWF Canon

Saola - das Einhorn Asiens
Das Saola bleibt auch 20 Jahre nach seiner Entdeckung so rätselhaft, dass es schon als Einhorn Asiens bezeichnet wurde. Es lebt in den Bergen von Laos und Vietnam, aber nie bekam es ein Wissenschaftler lebend zu Gesicht. Die Einordnung des Saolas im Tierreich war zunächst unklar und man stellte es sogar in eine eigene Unterfamilie. Genetische Analysen brachten mittlerweile Klarheit: das Saola gehört zu den Rindern. Es gibt nirgendwo auf der Welt ein Saola in Gefangenschaft.


© Alan Rabinowitz / Panthera /WWF

Putao-Muntjak - der Mini-Hirsch
Der Blatthirsch oder Putao-Muntjak wurde erst 1999 von Wissenschaftlern nahe der Stadt Putao im nördlichen Myanmar entdeckt. Der mit nur 12 Kilogramm Gewicht zweitkleinste Hirsch der Welt erhielt seinen Namen, weil er in ein einziges Blatt eingewickelt werden könnte. Inzwischen wurden auch Exemplare im nordöstlichen Indien entdeckt. Der Mini-Muntjak ist aber so selten, dass man noch nicht viel über ihn weiß – außer, dass es ihn gibt.


© WWF Cambodia

Schweinshirsch - Der Hirsch, der meint, ein Schwein zu sein
Mit dem Kopf an der Erde durch den Wald: Das machen nicht nur Wildschweine, sondern auch der Schweinshirsch, den es am Mekong nur noch in winzigen Gebieten in Kambodscha und Myanmar gibt.


© Georges Broihanne / WWF

Kouprey - Das Omen
Der Hunger nach seinem Fleisch und der Markt für seine Hörner wurden dem Kouprey zum Verhängnis. Der graue, in den Wäldern lebende Ochse stand mit seiner Schulterhöhe von 180 Zentimetern und einem Gewicht von 800 Kilo größenmäßig zwischen dem Gaur und dem Banteng. Wir müssen davon ausgehen, dass die Art ausgerottet wurde.

Der WWF versucht, das Überleben der Huftiere mit einer Reihe von Maßnahmen zu sichern: Der WWF unterstützt die Einrichtung und Durchsetzung von Schutzgebieten, forstet Waldkorridore auf, kämpft gegen verheerende Infrastrukturprojekte, fördert nachhaltige Forstwirtschaft – und bekämpft die Wilderei. Alleine in Vietnam werden von lokalen Kräften des WWF jährlich über 14.000 Fallen zerstört. Das hilft nicht nur den seltenen Huftieren, sondern auch ihren Jägern, wie dem Tiger.

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Detailiertere Informationen zu Asiens Huftieren findet ihr hier.
Titelbild: Annamiten-Gebirge. © Leonid Averyanov / WWF Greater Mekong

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Kommentare (7)
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16.10.2013
Lisa18 hat geschrieben:
Vielen Dank für den Bericht! Das sind echt supersüße Tiere:) Wie Killerwal schon sagte, kenne ich die Tiere auch nicht und wenn es so weitergeht wird es sehr schwer bzw. unmöglich noch etwas über die Tiere herauszufinden und Anderen über diese Arten was zu erzählen:(
07.10.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Echt traurig!
22.09.2013
PeddyTiger hat geschrieben:
Ich finde es echt traurig, dass die Tierbestände bereits derart reduziert wurden, dass man über viele Arten fast gar nichts weiß. Das wäre doch echt eine bereicherung für die Menschheit, die die Tiere ausrottet ;(((
21.09.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Was kann man sonst noch tun, um den Tieren zu helfen, außer den WWF zu unterstützen?
19.09.2013
killerwal hat geschrieben:
toller bericht!!!!! :o)
ich habe leider von diesen tieren noch nie etwas gehört und bestimmt wenn wir so weiter machen, würden mein kinder es nichtmal lernen. ich bin froh über das projekt dort gibt und hoffe das die populationen wieder ansteigen.
19.09.2013
gelöschter User hat geschrieben:
14.000 Fallen...die Ausmaße kann man sich kaum noch vorstellen.
So gut es ist, dass es Menschen gibt die sich für ihre Umwelt einsetzen, so schade ist es, dass sie immer wichtiger werden.

Schöner Bericht mit tollen Bildern :)
17.09.2013
vince hat geschrieben:
Guter Bericht!
Die Abholzung ist ja so gut wie überall auf der Welt schon ein Problem und es ist echt schade, dass das auch kein Ende findet.
Wahrscheinlich dem seltenen Vorkommen dieser hier vorgestellten Spezies zufolge habe ich auch noch nie etwas von diesen Tieren gehört. Um so besser, es hier zu lesen!
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