Es lodert schon!


Unsere grüne Lunge


brennt ab!


© Mauri Rautkari / WWF-Canon

Die Bedrohung:

Geld, Gier und Gold

© Adriano Gambarini / WWF-Brasil

Schon fast 20 Prozent der Regenwaldfläche Amazoniens sind für immer vernichtet! Abholzung, Brandrodung und Siedlungsbau schreiten jeden Tag fast unaufhaltsam voran! Der Mensch kommt, die Natur muss weichen. Nicht nur der Regenwald ist betroffen, auch seine Flüsse, vor allem der Amazonas.

Die Ursachen der Vernichtung: Holz wird verkauft, Rancher brauchen Platz für Rinderweiden, ihnen folgen die Soja- und Maisbauern. Flüsse werden zur Energiegewinnung aufgestaut, Bodenschätze in großem Stil abgebaut. Die Goldgräberstimmung hat allein in den vergangenen zehn Jahren dazu geführt, dass mehr als 2.000 Tonnen Quecksilber - das beim Goldabbau eingesetzt wird - in den Fluss gespült wurden. Die Folgen: Vergiftung, Erbschäden, Tod. Landrechtsprobleme, vor allem in Brasilien, treiben dabei die verheerende Zerstörungsspirale noch an.

Zahlen und Fakten zur Bedrohung:

 

Warum schwächelt unsere Lunge?

Amazoniens große Bedeutung im Kampf gegen den Klimawandel
© Zig Koch / WWF-Canon

Das Amazonasgebiet ist unsere grüne Lunge. Dieser Regenwald hat eine Schlüsselrolle für das Weltklima. Allein durch seinen enormen Wasserhaushalt: Der Süßwasserkreislauf des Amazonas - zwölf Prozent des kompletten Wasserkreislaufs auf der Erde - funktioniert wie eine gigantische Klimaanlage:

Die Hälfte der Sonnenergie, die auf den Wald einstrahlt, wird durch Verdunstung in riesige Mengen Wasserdampf umgewandelt. Die dadurch entstehenden Wolken versorgen den Wasserkreislauf des Regenwaldes und haben gleichzeitig einen kühlenden Effekt auf das Weltklima. Verschwindet der Wald, gehen auch die Niederschläge zurück.

Es reicht schon, dass wir Straßen in den Wald schneiden. Obwohl links und rechts Wald stehen bleibt, sorgen diese 'Risse' und 'Schnitte' bereits dafür, dass der Amazonaswald langsam von innen austrocknet!

Dazu kommen gigantische Mengen Kohlendioxid, die in den Bäumen und dem Boden des Amazonengebiets gebunden sind. Das Gesamtgewicht der Pflanzen auf einem Hektar (100 mal 100 Meter) kann über 1.000 Tonnen betragen. Wird die Pflanzenmasse durch Abholzung, Waldbrände und Dürre zerstört, entweicht Kohlenstoff und verbindet sich in der Luft mit Sauerstoff zum Treibhausgas CO2. Ganze zehn Jahre menschlicher Treibhausgasemissionen befinden sich in diesem Regenwald in Bäumen und Böden gebunden!

Wenn - wie in einer WWF-Studie vorausgesagt - bis zum Jahr 2030 in Amazonien 55 Prozent des Regenwaldes vernichtet oder stark geschädigt wären, würden bis dahin zusätzliche 15 bis 26 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in die Atmosphäre entweichen. Das wäre eine gefährliche Verstärkung des Treibhauseffektes.

Wieso werden die Urwaldriesen gefällt?

Raubbau für Tisch und Stühle!
© Edward Parker / WWF-Canon

Pro Jahr verschwindet eine Fläche, die sieben Mal so groß ist wie Berlin. Das Holz wandert in Möbel, Terrassen, Parkettböden. Gerade die Cedro-Baumarten aus der Familie der Mahagoni-Gewächse sind heiß begehrt! Sie können bis zu 30 Meter hoch werden und haben einen Durchmesser von über zwei Metern. Für dieses Holz gehen waghalsige Baumfäller sogar in Schutzgebiete! 90 Prozent der Cedro-Bäume im Handel stammen aus illegalen Quellen!

 

Medium, roh oder doch lieber blutig?

Dein Steak, frisch aus Amazonien
© WWF-Brasil / WWF-Canon

Die Nachfrage nach Fleisch ist ungebremst! Die Entwaldungsrate allein in Brasilien sank 2012 auf ein Rekordtief (!) von fast 4.700 Quadratkilometern - immer noch die doppelte Fläche des Saarlandes. Ein Großteil der Waldfläche - 60 bis 70 Prozent - wird für die Tierzucht gerodet.

Den Rest nehmen Soja, Mais, der Bergbau und weitere Agrarflächen ein. Soja und Mais aus Amazonien werden vor allem an Rinder und andere Weidetiere verfüttert - in Südamerika und Europa. Das heißt: Regenwald verschwindet in erster Linie für die Fleischgewinnung und den Futtermittelanbau. So treiben saftige Steaks Trockenheit und Erderwärmung voran. Denn für das Fleisch verschwand der sauerstoffspendende Wald, und das Methan der Rinder schiebt den Treibhauseffekt zusätzlich an. Auf die Viehwirtschaft sind daher mittlerweile weltweit etwa 18 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen zurückzuführen.

Goldene Zeiten?

Auf dem giftigen Weg nach Eldorado
© Zig Koch / WWF

Goldsucher mögen Glücksritter sein - Abenteurer auf der Suche nach dem Fund ihres Lebens! Bergbauunternehmen sind es bestimmt nicht. Sie kalkulieren streng wirtschaftlich, wenn sie in den Regenwald gehen, um Bodenschätze zu suchen. Die dazu notwendige Vernichtung von Lebensräumen müssen sie jedoch meist nicht als Ausgaben verbuchen. Deshalb gehört der Bergbau zu den rücksichtslosesten Regenwaldzerstörern.

Gerade das Schürfen nach Gold ist doppelt schädlich für die Umwelt. Neben dem Verlust der Waldfläche entstehen bei der Goldsuche giftige Dämpfe und Abwässer voller Quecksilber. Di schädliche Brühe landet in Flüssen und letzten Endes im Amazonas.

Wieso blutet der Regenwald aus?

Der langsame Tod zwischen Staudamm und Straße
© Michael Gunther / WWF-Canon

Keine fünf Minuten brauchte die Regierung, um den Auftrag für den Bau eines Staudammes am Nebenfluss Rio Madeira in Brasilien zu versteigern! Das war 2007. Heute wird fleißig gebaut, und mit dem Bau werden gigantische Straßen durch das Herz Amazoniens geteert. Der Wald wird still, die scheuen Tiere ziehen sich in die letzten Ecken intakten Waldes zurück. Doch durch die Straßen dringen immer mehr Jäger und Siedler tiefer in den Wald. Stück für Stück geht Amazonien zugrunde. Und dieser Staudamm war nicht das einzige Projekt. In naher Zukunft sind weitere Staudämme und Pipelines geplant - und mit ihnen jede Menge Straßen!

 

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