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© James Frankham / WWF
Wunder der Weihnacht - Die Rückkehr der Schildkröten


von FabianN
21.12.2012
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Weihnachten steht vor der Tür, wir Menschen freuen uns auf Heiligabend und erholsame Feiertage. Doch feiern wirklich nur wir Menschen um diese Zeit ein Fest?


Es scheint nicht so – auch in der Natur geschehen zu dieser Zeit einmalige Wunder! Im Amazonas, im Nordosten Boliviens, wurde die Tierwelt um einige neue Individuen beschert. 3,4 Millionen Süßwasserschildkröten, so schätzt der WWF, sind in nur wenigen Tagen an zwei Uferabschnitten des Flusses Iténez geschlüpft! Doch handelt sich bei ihnen nicht um irgendeine Schildkrötenart, sondern um die Jungtiere der Terekay-Schienenschildkröte (Podocnemis unifilis) und Arrauschildkröte (Podocnemis expansa) – beides Arten, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten zu finden sind! „Insbesondere Terekay-Schildkröten gelten als gefährdet und sind sehr selten“, erklärt Dirk Embert, Lateinamerika-Referent des WWF Deutschlands.


 

Allerdings sind die kleinen gepanzerten Babys noch nicht über dem Berg. Ein harter Überlebenskampf erwartet die Kleinen jetzt. Sowohl die Eier als auch die neuerdings geschlüpften kleinen Schildkröten sind bei Raubvögeln, Füchsen und sogar Jaguaren beliebt und sehr leicht zu fangen – und selbst wenn sie den Fluss erreichen, können die sich noch nicht in Sicherheit wiegen, da sie dort auf Piranhas und Kaimanen stoßen, welche sich sehr auf die kleinen Schildkröten freuen.


Jedoch liegt die Gefahr des Aussterbens dieser beiden Schildkrötenarten keineswegs bei den tierischen Jägern. „Schildkröten und ihre Eier sind sehr eiweißhaltig und gelten im gesamten Amazonasgebiet als Delikatesse. Insbesondere in der Trockenzeit ist es einfach, die Tiere zu fangen. In den vergangenen Jahrzehnten landeten so Millionen von Tieren im Kochtopf“, berichtet Dirk Embert. Doch gibt es weitere ernste Bedrohungen als nur die Jagd auf die kleinen gepanzerten Reptilien. Hierzu zählt man sowohl die Abholzungen in den Quellgebieten der Flüsse, die Ausbreitung der Siedlungen bis hin an die Ufer als auch der geplante Bau von Staudämmen.


Deshalb war es wichtig, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung Pläne zu entwickeln, die den Einheimischen zwar die Nutzung der Tiere erlaubt und trotzdem deren Überleben sichert. Nun wurde im Jahr 2007 also ein Projekt gegründet, welches dieses Wunder der Natur, den „gepanzerten Babyboom“, ermöglicht hat. Mit der Unterstützung des WWF wählten die Menschen aus den Dörfern der Umgebung einige Uferbereiche als Rückzugsgebiete für die Schildkröten aus. Von den lokalen Naturschützern werden diese so genannten Eiablageplätze von August bis Januar bewacht und beschützt. Nach dem Schlüpfen dann werden Teile der kleinen Schildkröten auf andere Flussabschnitte verteilt. Jetzt verweist dieses Projekt seinen ersten Erfolg – einen gewaltigen Erfolg. „Der geburtenstarke Schildkrötenjahrgang zeigt, dass der Ansatz offenbar richtig ist“, so der WWF.


 

Selbst wenn dies noch nicht heißt, dass der Fortbestand der beiden Schildkrötenarten gesichert ist – so lässt die „Rückkehr der Weihnachtsschildkröten“ auf einiges hoffen…

Text: eagle4nature (Fabian Nagel)

Bilder: © Daniel Alarcón / WWF

Quelle: wwf.de

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Kommentare (12)
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25.03.2013
TFL hat geschrieben:
schließe mich den anderen an, toller bericht, super projekt :)
18.01.2013
david.s hat geschrieben:
toll das die Schildkröten gerettet werden.
28.12.2012
Rhino hat geschrieben:
Super Bericht und super Neuigkeiten! :)
27.12.2012
ClaraG hat geschrieben:
Super Projekt und Bericht!
24.12.2012
GreenpointX hat geschrieben:
Ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen:) Schildkröten sind schon was tolles (auch wenn ich die richtig großen noch mehr mag). Hoffentlich hat das Projekt weiterhin Erfolg!
23.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
23.12.2012
Jayfeather hat geschrieben:
toller bericht mit tollen bildern :)
23.12.2012
Madamsel hat geschrieben:
@wiwiwirbelwind: ich werde nächtes jahr an einem solchen projekt in costa rica teilnehmen. Dabei habe ich mich für das projekt la tortuga feliz entschieden. Wenn man nämlich über die üblichen organisationen bucht, dann gelangt der großteil des geldes nicht zu denjenigen, denen man ja eigentlich helfen möchte. Vielleicht magst du dir dei seite ja mal ansehen. :)
22.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
süße keline Dinger :)
das freut einen zu hören
22.12.2012
WiwiWirbelwind hat geschrieben:
Ein super Artikel ! :)
Ich habe letztens erst gelesen, dass man auch selbst bei Rettung beteiligt sein kann, z.B. Costa Rica wo es ein Projekt gibt, bei dem man für, glaub ich, rund 800 Euro vier Wochen bei der Rettung der Meeresschildkröten helfen kann. Hat da jemand Erfahrung von euch? Das wär ja eigentlich keine schlechte Alternative zum Work&Travel nach der Schule :)
22.12.2012
LSternus hat geschrieben:
Schöner Artikel :)
Da bekommt der Iténez auch noch ein Weihnachtsgeschenk :)
21.12.2012
grinsekatze hat geschrieben:
Ein sehr interessanter und super geschriebener Artikel! Das Projekt ist wirklich super. :) Bleibt nur noch zu hoffen, dass möglichst viele von den Kleinen überleben. Toll!
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