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© James Frankham / WWF
"Manni" und der tierische Intelligenztest


von Franzi
16.02.2012
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Menschen sind intelligent, oder? Immerhin lernen wir lesen, schreiben, rechnen und Manche von uns werden sogar berühmt durch die komplizierten Erfindungen oder Entdeckungen die sie machen.

Bestimmt kann man auch sagen, dass ein Pferd, ein Hund oder ein Schwein irgendwie intelligent ist. Vielleicht auf eine andere Weise als ein Mensch, aber durchaus nicht dumm. Elefanten haben ein außergewöhnliches Gedächtnis und bestimmte Papageien Arten können sogar sprechen lernen. Klingt alles gar nicht so doof, finde ich.

Aber mal ehrlich, ist eine Echse klug? Oder ein Chamäleon? Würde euch bei einem dieser Tiere das Wort intelligent einfallen? Hmm, bis vor kurzem mir eher nicht, muss ich zugeben... Aber, um mich zu trösten: da war ich nicht die Einzige!

Reptilien gelten selbst unter Forschern und Biologen nicht gerade als Einserkanditaten in der Schule. Als wirklich messbar intelligent werden eigentlich nur höhere Tierrassen gesehen, das wurde in vielen Experimenten bewiesen. ?Doch Moment mal! Wie soll sich die Echse, stellvertretend für ihr ganze Klasse, denn beweisen, wenn immer nur die Streber überhaupt getestet werden?!

Die Biologen Manuel Leal und Brian Powell haben dieses Defizit erkannt und sich daraufhin an die kleine tropische Echsenart "Anolis evermanni" gewendet – auch auf die Gefahr hin, eine Enttäuschung zu erleben.

Doch siehe da: "Manni" hat sich gar nicht schlecht geschlagen! Als hätte die Echse ihre letzten Jahre damit zugebracht für genau diesen Moment allgemeiner Aufmerksamkeit zu proben, hat sie sich als überhaupt nicht dumm herausgestellt. Der Test sei "vollkommen unerwartet" ausgefallen, schrieben Leal und Powell später.

Die erste Hürde für Manni und einige andere Reptilien Arten bestand darin, sich zwischen zwei mit verschieden farbigen Deckeln verschlossenen Löchern zu entscheiden, von denen eines leer war und das andere einen leckeren Wurm verbarg. Vier der sechs Versuchstiere lernten relativ schnell, um welches Loch es sich dabei handelte und schafften es, den Deckel entweder anzuheben oder wegzuschieben.

In einem zweiten Schritt erkannten die Reptilien die jeweilige Farbe des „Wurmlochs“ sogar wieder und ignorierten das andere Loch. Sie hatten als nicht nur verstanden, wie sie an ihren Snack gelangen konnten, sondern sich zudem auch noch die Farbe des Deckels gemerkt und diese beim nächsten Mal sofort mit einem Wurm assoziiert.

Auch nachdem der Wurm (wenn auch wohl nicht mehr der selbe ;) in das jeweils andere Loch gesteckt wurde brauchten die Echsen nicht lange, um hinter den Trick zu kommen und sich den Wurm aus dem anderen Loch zu holen.
Nicht schlecht für ein Reptil, oder?!

Mit diesem grandiosen Auftritt ist der Echse der Aufstieg in die Liga der offiziellen Intelligenz gelungen! Denn die Fähigkeit, das eigene Verhalten anzupassen, wenn sich die Bedingungen ändern, gilt unter Biologen als ein Zeichen für ein geistig höher entwickeltes Tier.

Schildkröten und Warane galten auch schon vorher als besonders intelligente Reptilien, doch ab jetzt darf sich auch „Manni“ ganz offiziell dazugesellen und ein bisschen Lob für sich und seine Art einheimsen ;)

Quelle: ZEIT ONLINE

Das Foto zeigt Mannis engen Verwandten, die Echsenart Anolis allisoni. Ob die vielleicht noch ein Stückchen schlauer ist...? © Michel Roggo / WWF-Canon

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Kommentare (5)
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16.04.2012
JorindeR hat geschrieben:
Toll geschrieben!
Ja, krass wie inteligent Tiere immer wieder sind!
So langsam wundere ich mich auch nicht mehr das immer mehr Tiere in Inteligenztests gut abschneiden.
04.03.2012
HannaS hat geschrieben:
Was für ein schöner und unterhaltsam geschriebener Bericht, danke!
Ich bewundere Tiere immer wieder für ihre eigene Art von Intelligenz, zum Beispiel dass sie einige Sachen instinktiv richtig machen und gar nicht lange zu lernen brauchen.
18.02.2012
Pamuya hat geschrieben:
Ja, die Natur überrascht uns immer wieder.
Aber ich denke aber auch, dass sich Intelligenz sowie so kaum oder fast gar nicht messen lässt. Denn die Tests die durchgeführt werden, lehnen sich letztendlich immer an die Weltansicht des Menschen. Woher wissen wir, was andere Tiere nicht alles noch zusätzlich wahrnehemen, "bedenken" und "logisch intelligent" behandeln ohne, dass wir auch nur das Geringste davon bemerken, weil wir die Eindrücke, auf die das Tier reagiert einfach gar nicht erhalten...

An deinem Beispiel: Ein Tier schwenkt trotz wechseln des Futterdeckels nicht um, da beispielsweise der Farbstoff in diesem Deckel, für das Tier giftig ist, sodass es nie auf die Idee käme sich dort hin zu bewegen um zu fressen. Das würde dann ja nicht an der schlechteren Anpassungsfähigkeit und somit minderen Intelligenz liegen, sondern schlicht und einfach an einer intelligenten Entscheidung aus Selbstschutz.

Das ganze ist jetzt zwar ein bisschen länger geworden als geplant, aber das ist mir eben gerade so durch den Kopf geschossen :D
17.02.2012
Marcel hat geschrieben:
:) Ich persönlich glaube ja, dass Tiere auch noch auf ihre jeweils ganz eigene Art intelligent sind. Wir messen ihre Intelligenz mit Übungen, die unserem Verständnis von Intelligenz entsprechen. Aber was wäre, wenn die Rollen mal vertauscht wären. Vielleicht würden Manni und Co. mit uns ganz andere Übungen machen, die für uns völlig ungewohnt wären... Der Begriff der Intelligenz ist denke ich relativ. Auf jeden Fall sind Tiere in ihrer eigenen Umwelt immer nahezu unschlagbar - das Ergebnis einer Millionen Jahre dauernden Evolution. - Vielen Dank für den schönen Bericht, Franzi. Er passt super zum Orang-Utan-Porträt von Naturefriend, das auch echt beeindruckende tierische Eigenschaften aufzählt: http://www.wwf-jugend.de/entdecken/indonesien/artikel/die-denker-des-dschungels---orangutan;3507
16.02.2012
Lena97 hat geschrieben:
Interessantes Thema! Ich habe ehrlich gesagt noch nie darüber nachgedacht, wie intelligent Reptilien sind, aber jetzt bin ich schon ein bisschen erstaunt ...
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