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© James Frankham / WWF
Kolumbien und der WWF


von B0uld3r
09.10.2015
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Kolumbien bildet das nordwestliche Ende Südamerikas und grenzt sowohl an den Atlantik als auch an das pazifische Meer. Geographisch ist Kolumbien in fünf Regionen unterteilt. Den Anfang machen die beiden Tieflandregionen, die sich aufgrund ihrer Angrenzung an das jeweilige Meer in karibisches und pazifisches Küstentiefland aufteilen. Die Küsten Kolumbiens werden durch die Andenregion vom übrigen Teil abgeschnitten. Die Anden bilden einen großen Teil des Landes, der nur durch die Größe des kolumbianischen Amazonas überboten wird, der die vierte Region des Landes darstellt. Die fünfte Region ist das Orinoco und wird durch weitläufige, ebene Feuchtsavannen bestimmt. 

 

(Quelle: http://geoportal.igac.gov.co/mapas_de_colombia/IGAC/Tematicos2012/RegionesGeograficas.pdf
Author:
Shadowxfox)

Kolumbien glänzt aber längst nicht nur mit seiner Vielfalt an Landschaften, sondern ist auch eines der Zentren für Biodiversität. Rund 10% der weltweit vorhandenen Arten sind auf kolumbianischen Boden vertreten. Darüber hinaus belegt Kolumbien Platz Eins für den größten Reichtum an Vogel- und Orchideenarten! Die Fauna Kolumbiens ist ständig in Bewegung. Jährlich wandern 549 Arten durch das Land, was Kolumbien zu einem der Schlüsselländer für Tiermigration macht. Ermöglicht wird dies zum Teil durch das insgesamt 15.000km lange Netz aus Flüssen, welches sich durch Kolumbien zieht.

(GPN)

Politisch ist Kolumbien schon seit langem in einer problematischen Lage. Seit 1964 herrscht dort ein bewaffneter Konflikt zwischen linken Guerillatruppen*( zum Beispiel FARC), rechten paramilitärischen Gruppen** und der nationalen Armee. Zurückzuführen ist dieser Bürgerkrieg auf einen Aufstand der Bauern, die mit Gewalt eine Agrarreform durchsetzen wollten. Außerdem richtete sich der Hass gegen ein politisches System, indem sich die Regierungen der Liberalen und die der Konservativen im Wechsel von vier Jahren austauschten. Andere Parteien wurden so einfach vom politischen Prozess ausgeschlossen.

(https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flag_of_the_FARC-EP_(cuadrado).jpg)

 

Der WWF setzt sich in Kolumbien für den Erhalt eines einzigartigen Ökosystems ein. Dafür verfolgt der WWF Kolumbien eine Strategie, die sich aus drei Ebenen zusammensetzt. Natur, Wirtschaft und Politik. Ihr Ziel ist es nämlich nicht nur die Natur punktuell zu schützen. Für langfristigen Umweltschutz muss auch ein wirtschaftliches Umdenken erfolgen. Man muss umweltschädlichen Unternehmen Alternativen anbieten können, die ähnlich profitabel und dennoch ökologisch vertretbar sind. Denn eine wirtschaftlich schwache Region fördert soziale Spannungen, die sich schlecht auf die Umwelt auswirken können( Slumbildung, illg.Holzeinschlag, usw.). Politische Aktivität ist natürlich auch essentiell, wenn man weitreichende Veränderungen bewirken möchte. Beispielsweise ist die Aufnahme von Kolumbien in die OECD*** für die Regierung wegen wirtschaftlichen Vorteilen und für den WWF wegen der strengen Umweltschutzauflagen, die die Richtlinien voraussetzen, interessant.

Der WWF Kolumbien hat für den Naturraum drei Haupt-Gefahrenquellen definiert. Die Erste ist das klimatische Risiko, wozu unteranderem Überflutungen, Gezeiten und Dürren gehören. Die zweite Gefahr geht von ökonomischen Aktivitäten aus, wie zum Beispiel von Bergbau oder industrieller Landwirtschaft. Abschließend bilden menschliche Aktivitäten die dritte Gefahrenquelle, da weite Teile des Amazonas von Wilderei und illegaler Abholzung betroffen sind.

Aktuell ist Kolumbien erstmals seit fünfzig Jahren und 200.000 Toten inmitten von Friedensverhandlungen. Die friedliche Perspektive bietet zahlreiche Möglichkeiten für Kolumbien in ökonomischer und ökologischer Hinsicht. Diese Zeiten des Wandels möchte der WWF begleiten.

 

 

* Untergrund-, Widerstandskämpfer

** selbstständig agierende Gruppen, die mit militärischer Gewalt ausgestattet sind aber nicht zum regulären Militär gehören.

*** Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD)

 

B0uld3r

Teile der Informationen, habe ich aus einem Vortrag des WWF Kolumbien am 30. September 2015.

Thema des Vortrages war: Kolumbien neue Naturschutzstrategie im Kontext der Friedensverhandlungen

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Kommentare (1)
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10.10.2015
LaLoba hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen umfangreichen Einblick in die Arbeit des WWF in Kolumbien. Dass das Land schon so lange in militärischen Konflikten feststeckt, war mir gar nicht bewusst. Umso wichtiger ist es, dass Organisationen wie der WWF vor Ort bleiben und aufpassen, dass die Umwelt nicht auch noch unter den Konflikten leiden muss. Wie schön, dass es jetzt endlich zu Friedensverhandlungen gekommen ist. Hoffentlich schafft es Kolumbien, einen friedlichen Staat aufzubauen, in dem Umwelt-und Klimaschutz nicht hinten angestellt, sondern als eine Chance auf Entwicklung für das Land gesehen werden.
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