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© James Frankham / WWF


von BioApfelKaetzchen
16.04.2012
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Kahlschlag


Lange Zeit bezeichnete man ihn als „Grab des weißen Mannes“ oder „Grüne Hölle“. Bis zur Erfindung von Impfstoffen und hilfreichen Geräten galt der Regenwald als menschenfeindliches Gebiet. Nur einige Ureinwohner verstanden sich darauf den Reichtum der Natur zu nutzen und im dichten Dschungel zu überleben.
Schon seit langem weiß man um die ökologische Katastrophe, die die Zerstörung des Regenwaldes bedeutet. Die unbeschreibliche Artenvielfalt der Wälder, die wohl nirgends sonst auf der Erde so hoch ist, gerät mit jedem abgeholzten Baum mehr in Gefahr. Die Wälder gehen als natürliche CO2-Senken und Wasserspeicher verloren. Was die Natur in Jahrmillionen erschaffen hat, wird vom Menschen in wenigen Jahrzehnten zerstört. Die ökologischen Verluste übertreffen die kurzzeitigen Gewinne um ein Vielfaches und dennoch wird der falsche Kurs nur schleppend langsam verändert. 

 

 

Der Film Kahlschlag von Marco Keller thematisiert vor allem die Auswirkungen, die das unaufhörliche Ausbeuten der brasilianischen Wälder auf die Eingeborenen des Landes hat. Es kommen viele Betroffene zu Wort, die auf ergreifende Art von ihrem Schicksal und ihrer heutigen Situation berichten. Der Film läuft seit einiger Zeit im Kino und der Produzent Marco Keller ist gerade in Deutschland auf Kinotour unterwegs.

 

 

 

In dem Film werden sowohl das Schicksal der indigen Völker Brasiliens als auch das zerstörerische Treiben der Großkonzerne aus Sicht der Einheimischen gezeigt. Heute haben Ureinwohner mit zahlreichen Problemen zu kämpfen, die größten Teils durch die Gier der weißen Männer verursacht wurden.
Im Film kommen viele Indios zu Wort, die davon berichten, wie ihnen ihr Land geraubt und an Farmer oder Unternehmen verkauft wurde. Sie gewähren Einblicke in ihren Alltag und schildern, wie sich das Leben ihres Volkes durch die industriellen Eingriffe verändert hat.
Der Regenwald, der früher ihre Lebensgrundlage darstellte, wird bis heute immer weiter gerodet. Innerhalb weniger Jahre mussten die Einheimischen ihre Ernährung von Naturkost, auf Produkte aus eigener Landwirtschaft und schließlich, als ihre Felder nicht mehr genügend Erträge brachten, auf gekaufte Nahrungsmittel umstellen.
Besonders schadet ihnen und ihrem Land der großflächige Anbau von Genpflanzen in Monokulturen, da die eingesetzten Pestizide ins Wasser und somit in ihren Körper gelangen. Dadurch kommt es zu Fehlgeburten, Krankheiten und auch Tiere leiden häufig unter dem Gift.
Bei der Arbeit in Dörfern und Städten kommen die Indios mit Alkohol, Drogen und Prostitution in Berührung.
Seit Jahrhunderten bestehende Wasserstellen trockenen aus und Armut wird zu einem immer größeren Problem.
Viele der Protagonisten berichten, wie sie Opfer von Diskriminierungen in verschiedenster Form wurden.
Die enorme Rinderhaltung und der großflächige Pflanzenanbau schockieren die Indios und zerstören den Boden, da die wenigen Nährstoffe schnell vom starken Tropenregen ausgeschwemmt werden.
Bei all diesen Problemen kämpfen die Menschen auch um den Erhalt ihrer verdrängten Kultur und alten Sprache. Vieles sei schon verloren, wie die Alten traurig berichten.
Doch der Film will nicht nur über die Missstände aufklären, sondern bietet auch einige Lösungsansätze. Auch die Regierung beginnt langsam sich um die Probleme zu kümmern. Dort wo den Einheimischen ihr Land zurückgegeben wird, beginnen sie mit Wiederaufforstungprogrammen und in Schulen wird zunehmend über die lokalen Probleme aufgeklärt

Mich hat der Film sehr berührt. Er schafft uns einen neuen Blickwinkel auf das wichtige Thema Regenwald und lässt uns die Eingeborenen Brasiliens besser verstehen. Die Menschen schildern ihr Schicksal auf sehr authentische und bewegende Art. Mir gefällt, wie Marco Keller mit seinem Film die zentralen Probleme direkt zur Sprache bringt und den Zuschauer zum Nachdenken anregt. Die Bilder und Geschichten der Protagonisten gehen einem lange nicht aus dem Kopf.
Ich kann den Film nur weiterempfehlen und hoffe, dass ihn sich auch viele Leute ansehen, die sich vorher noch nicht so sehr über das Thema Gedanken gemacht haben.
Der Film wurde 2011 mit der Goldenen Filmspule ausgezeichnet und läuft seit dem 13.März im Kino.

Trailer, Zitate und mehr findet ihr hier: http://www.kahlschlag-derfilm.de


Bilderquelle:
http://www.kahlschlag-derfilm.de
http://www.berlinfrogs.de/Erfahrungsberichte/indios.jpg
 

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Kommentare (3)
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17.04.2012
gelöschter User hat geschrieben:
LSternus du schreibst mir mal wieder aus der Seele.........die Gier des Menschen wird wahrscheinlich nur durch seine eigene Vernichtung gestoppt werden :(
16.04.2012
JorindeR hat geschrieben:
O man! So was, immer und immer wieder!
16.04.2012
LSternus hat geschrieben:
Da kann amn nur mit dem Kopf schütteln und vor Wut an die Decke gehen! Nicht wegen des Films, sondern wegen der grenzelosen Gier der Großkonzerne.

Verabscheuungswürdigste Menschenrechtsverletzungen, Raubbau und gnadenlose Zerstörung als Blutzoll für kurzfristige Gewinne.
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