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© James Frankham / WWF
Dramatisch: Dilmas letzte Rettung vor ihrem Abgang


von Marcel
17.05.2016
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Dieses politische Erdbeben beschäftigt die Medien schon seit Tagen: Dilma Rousseff ist nicht länger Brasiliens Präsidentin. Sie wurde von ihrem Amt suspendiert. Der WWF war besorgt, denn ihr Nachfolger gilt nicht als Fürsprecher des Naturschutzes. Doch die Hoffnung ist nun zurückgekehrt - Es scheint so, als habe Dilma Rousseff in ihren letzten Stunden als Präsidentin etwas Großartiges für den Amazonas geleistet...

Als der Brasilianische Senat seine Präsidentin für vorübergehend 180 Tage von ihrem Amt suspendierte, liefen beim WWF und allen anderen Naturschützern die Telefone heiß. Dem größten Land Südamerikas droht nun eine gravierende Aufweichung des Umweltschutzes. Würde die anstehende Verfassungsreform "PEC 215" wie geplant durchgesetzt, stehe der Amazonas-Regenwald vor einer großflächigen Abholzung.

"Rousseff war keine große Umweltschützerin, doch zumindest die schwersten Zerstörungsfantasien der Agrar-, Bergbau- und Bauindustrie wurden unter ihrer Verantwortung nicht umgesetzt", erklärte Christoph Heinrich, Naturschutzleiter beim WWF Deutschland.

Mit der Übernahme ihres Amtes durch Vizepräsident Michel Temer droht dem Naturschutz noch mehr Gegenwind. Temer wie auch die Mehrheit der Senatoren machen aus ihrer Nähe zur Industrie keinen Hehl. Die Verfassungsänderung PEC 215 steht nach wie vor auf der Tagesordnung. "Mit der Suspendierung Rousseffs hätten Temer und Co. nun die Chance, die ihnen lästigen Schutzgesetze aus dem Weg zu räumen", stellte Christoph besorgt fest.

Doch heute erreichten uns überraschende Neuigkeiten: Dilma Rousseff hat offenbar kurz vor ihrer Suspendierung fünf neue Schutzgebiete ausgewiesen. Die Gebiete liegen allesamt im Amazonas und haben eine Gesamtgröße von 2,69 Millionen Hektar, was nahezu der Fläche Brandenburgs entspricht. Wie jetzt bekannt wurde unterzeichnete Rousseff ein entsprechendes Dekret am vergangenen Donnerstagmorgen wenige Stunden bevor sie vom Senat für ein halbes Jahr in die Zwangspause geschickt wurde. Der WWF bewertet den vorerst letzten Akt der Präsidentin als wichtigen Beitrag zum Schutz des größten Regenwaldes der Erde. 

"Die neuen Schutzgebiete schließen entscheidende Lücken an der Entwaldungsfront im südlichen Amazonas", lobt Robert Maldonado, Brasilien-Referent beim WWF. "Die Rinderherden und Plantagen haben sich dort in den vergangenen Jahrzehnten immer tiefer in den Regenwald gefressen. Der Wald  bekommt nun einen rund 200 Kilometer langen Schutzgürtel, der die Abholzer hoffentlich aufhält, zumindest aber stark bremsen wird." Die nun neu geschützten Gebiete sind Teil des ARPA-Programms („Amazon Region Protected Areas“), dem größten Regenwaldschutzprogramm der Welt, an dessen Finanzierung Deutschland entscheidend beteiligt ist.

Nach Angaben des WWF ist das Dekret der entmachteten Präsidentin auch deshalb so wichtig, da Vizepräsident Temer voraussichtlich die Gegner des Amazonas stärken möchte. Wenn die Verfassungsreform "PEC 215" käme, könnten nach derzeitigem Stand Schutzgebiete und indigene Territorien aufgelöst werden, wenn es ökonomischen Interessen dient.

Der WWF arbeitet seit vielen Monaten mit Hochdruck gegen diese Reform. Wir halten euch zu den Ereignissen in Brasilien weiterhin auf dem Laufenden.

Fotos: Titel © WWF Brazil / Adriano Gambarini; Dilma Rousseff CC BY-SA 2.0, http://bit.ly/1ThSRUS

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Kommentare (5)
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19.05.2016
RichardParker hat geschrieben:
Das ist mal richtig cool, was sie da gemacht hat! Aber ich muss Pascal zustimmen, die Zukunft sieht ja nicht sehr rosig aus, der Vizepräsident, hmm, ich hoffe nicht, dass das sein Ernst ist...!!!
18.05.2016
GreenLulu hat geschrieben:
Danke, dass du diese wichtige Nachricht mit uns geteilt hast. Es freut mich zu hören, dass Schutzgebiete dazu gekommen sind. Allerdings macht mir die Verfassungsreform wirklich Sorgen. Der Regenwald und die indianischen Gemeinden dürfen auf gar keinen Fall hinter wirtschaftlichen Interessen stehen. Es ist gut, dass der WWF gegen diese Reform arbeitet.
18.05.2016
Wasserjunge hat geschrieben:
Einerseits tolle, aber auch grausige Nachrichten aus Brasilien... Ich bin echt besorgt, hoffe, dass sich alles zum Guten wendet, wenn der Regenwald nicht mehr ist...kaum vorzustellen..!

Ich denke viele Politiker sind sich darüber im Klaren, dass der weltweite Bestand an Regenwäldern wichtig ist und es bald zum "Tipping Point" kommen kann und irgendwann auch wird, aber wo Geld über allem steht, ist die Kacke einfach mal am dampfen.

WIR kämpfen weiter!
17.05.2016
CCassySh hat geschrieben:
Natuerlich hat sie etwas korrupes getan trotzdem bin ich so froh das sie so etwas nuetzliches getan hat und nicht einfach aufgehoert hat. Ich bin mega froh das der Dschungel ein wenig mehr Zeit hat
17.05.2016
LSternus hat geschrieben:
Das ist zwar keine gute Ausgangslage, aber auch ihre Suspendierung haben ihre guten Gründe, schließe ist Korruption nun mal Korruption. Uns wird nichts anderes übrigbleiben als die neue brasilianische Regierung von dem ökologischen Wichtigkeit des Regenwaldes zu überzeugen - irgendwie.
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