Erfahre mehr!


Neuigkeiten


gibt's hier!


© James Frankham / WWF
"Die Welt hat uns im Stich gelassen"


von FabianN
24.08.2013
7
0
100 P

Wir schreiben das Jahr 2007. Eilmeldungen gehen durch die Presse. Im ecuadorianischen Nationalpark Yasuní, der im Amazonas liegt, werden die Erdölvorkommen nicht angerührt! So hat es die ecuadorianische Regierung auf Bitte der Yasuní-ITT-Initiative angeordnet. Erdölvorkommen, die Ecuador 7,2 Milliarden US-Dollar einbringen sollten, werden unter der Erde gelassen und nicht genutzt.


Die Yasuní-ITT-Initiative ist nach den drei Ölquellen Ishpingo, Tambococha und Tiputini benannt. Diese Ölquellen liegen im Nationalpark Yasuní, im ecuadorianischen Amazonas. Bisher ist es das einzige Naturschutzprojekt, welches so viel Geld verlangt. Falls die Erdölquellen ausgegraben werden sollten, würden diese Ecuador einen Gewinn von ungefähr sieben Milliarden US-Dollar einbringen. Doch im Rahmen der ITT-Initiative werden sie nicht angerührt, sondern unter der Erde gelassen. Was Ecuador dafür verlangt, ist die Hälfte des eigentlichen Gewinns: 3,6 Milliarden US-Dollar soll die Welt an Ecuador auszahlen. Durch das Auslassen der Nutzung der Ölquellen verhindert Ecuador riesige CO2-Ausstoßungen in die Atmosphäre. Außerdem wird die einmalige Artenvielfalt Yasunís geschützt. Im Nationalpark stehen auf einem Hektar mehr Baumarten als in ganz Nordamerika zusammen. Durch den Schutz der Bäume und dem Schutz des Nationalparks schützt man zudem die indigenen Bevölkerung sowie das Klima.



"Die Welt hat uns im Stich gelassen" - Rafael Correa ; faz.net

Heute, im Jahre 2013, wurden Ecuador 336 Millionen Dollar zugesagt - und nur 13,3 Millionen wurden tatsächlich eingezahlt. Dies ist weniger als ein halbes Prozent der angestrebten Zielsumme. Aufgrund der mangelnden internationalen Unterstützung wird Ecuador nun nach dem Öl bohren. Es wurde bei weitem nicht das nötige Geld in den Fonds eingezahlt, welcher das Yasuní-Becken, eines der artenreichsten Gebiete der Welt, schützen sollte. Deswegen habe Präsident, Rafael Correa (Bild), den Fonds aufgelöst. Eigentlich verbietet die Verfassung Ecuadors die Ausbeutung fossiler Energieträger in Schutzgebieten, doch bei internationalem Interesse seien Ausnahmen erlaubt. Die von verschieden Naturschutzorganisationen und Ländern eingezahlten Beträge werden nun zurückgezahlt und die Ölfunde in dem ökologisch so besonderen Nationalpark nicht mehr gesperrt, sondern gebohrt. Die Yasuní-ITT-Initiative ist gescheitert und ihre Ziele sind nicht mehr erreichbar. Kurz nach dieser Ankündigung versammelten sich vor dem Palast des Präsidenten Demonstranten um gegen die geplanten Bohrungen zu protestieren.


Über Twitter erklärte Correas Sprecher, dass eine sichere Ausbeutung vollkommen möglich sei. Wirtschaftliche, technische und rechtliche Studien seien gestartet, so Correa. Auf der Basis dieser Studien wird das Parlament nun über die Forderung, im Yasuní-Nationalpark nach Öl zu bohren, abstimmen.
 

independent.co.uk

___________________________________________________________________________

Text: Fabian Nagel

Titelbild: faz.net

Quelle: natur (Magazin - 03/13)

            faz.net

Weiterempfehlen

Kommentare (7)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
14.01.2014
safetheanimals hat geschrieben:
Schande dass es nicht geklappt hat
aber eigentlich eine gute Idee , nicht jetzt speziell für Equador sondern für die ganze Welt: jedes Land zahlt, nach Wohnungen, Arbeitsplätzen , Einwohnern , durchschnitlichem einkommen ect in eine "Umweltkasse" ein mit der, können dann Nationalparks gegründet werden oder Abfindungen an Länder wie zb. Equardor bezahlt werden. Stiftungen o. Hilfsorganisationen könnten auch ein zahlen und große firmen ebenfalls (wenn es so etwas nicht schon längst gibt)
31.10.2013
MarcusAg hat geschrieben:
Sehr guter Artikel, schön geschrieben, trauriges, sehr trauriges Thema... :(
29.08.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Und wieder eine Regierung, die ihr Land und die Welt im Stich lässt. Für Öl tun Menschen wohl alles. Die nächste Ölkatastrophe kommt bestimmt :/

Vermutlich war die ganze Aktion tatsächlich von vorne bis hinten geplant. Correa kann sich jetzt gemütlich zurück lehnen und all denjenigen die Schuld geben, die nicht in den Fond eingezahlt haben.
Ob der Präsident wohl selbst in den Fond eingezahlt hat?
27.08.2013
Puma hat geschrieben:
Ist schrecklich so was.Da wollen die Einheimischen schon mal was von sich aus für den Erhalt ihrer Natur etwas tun und dann spielen die großen Länder nicht mit.Eine Schande ist das!!
Aber leider haben Rhino und Sasha13 auch Recht...
26.08.2013
Sasha13 hat geschrieben:
Ich stimme Rhino zu: Es war mit Sicherheit von Anfang an zu erwarten, dass niemand auf dieser Welt 3,6 Mrd dafür zahlt, dass ein wirtschaftliches Vorhaben nicht durchgeführt wird. Soviel ist die Natur und das Klima den Meisten leider nicht Wert ...
25.08.2013
Makanie hat geschrieben:
Oh mein Gott, das ist ja schrecklich! Das ist ja wohl mal eine ganz üble Nummer und ich frage mich ernsthaft, wie er so schnell nach so vielen Jahren der Einhaltung das Recht hernimmt, etliche Tier - und Pflanzenarten auszulöschen. Kennt er eigentlich diesen begriff "Grünes Gewissen" ? Scheinbar nicht.
25.08.2013
Rhino hat geschrieben:
Ich halte diese Idee mit dem Fond für ein ganz übles Spielchen, ich glaube, dass Correa von Anfang an klar war, dass andere Staaten unmöglich so viel Geld für ein ekuadorianischen Nationalpark einzahlen.

Ich glaube, er wollte mit der Aktion lediglich die Schuld auf die anderen Staaten schieben und die Gier seiner Regierung einfach dahinter verstecken mit einem üblen Mix aus Greenwashing und Erpressung ...

Danke für den tollen und sehr wichtigen Bericht!
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Mitglied des Monats
teaser_220.png


Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil
Folgen und mit Freunden teilen