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© James Frankham / WWF
Der Araripe-Pipra - neu entdeckte Schönheit in Gefahr (+ Tipps zum Regenwaldschutz!)


von Rhino
29.07.2011
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Wie gut kennen wir den Regenwald eigentlich? Diese Frage sollte man wohl mal häufiger den Wissenschaftlern stellen, die nach wie vor felsenfest behaupten, dass alles bereits entdeckt ist. Doch das enstspricht wohl kaum der Wahrheit, denn es tauchen auch heute noch ständig neue Spezies auf, vor allem in den dichten Regenwaldgebieten unserer Erde. Im Jahr 1996 z. B. entdeckte man im Dschungel Brasiliens eine vollkommen neue Vogelart, den Araripe-Pipra (Antilophia bokermann). Es handelt sich um einen kleinen Singvogel, der nur etwa 15 Zentimeter lang werden kann. Männliche und weibliche Vögel unterscheiden sich extrem in der Färbung des Gefieders. So haben die Männchen ein weißes Gefieder, mit schwarzen Flügeln und einem schwarzen Schwanz. Außerdem fällt auf dem Kopf eine Art Krone auf, die einen sehr markanten karminroten Farbton aufweist. Weibchen dagegen haben ein schlichtes grünes Federkleid. Als Lebensraum steht diesen kleinen Vögeln nur noch ein 50 km² großes Stück Bergregenwald im Nordosten von Brasilien zur Verfügung. Die Tropenvögel sind sehr an Bäume gebunden. Ihre Nahrung setzt sich sowohl aus Insekten und anderen Wirbellosen, als auch aus pflanzlicher Kost (vor allem Früchten) zusammen. Die Nester der Araripe-Pipras sind kugelförmig. Sie legen stets nur zwei Eier, die wahrscheinlich etwa 18 Tage lang von der Mutter bebrütet werden. Der Versorgung der Jungtiere widmen sich dann beide Elternteile. Brasilianische Ornithologen wollen diese Art in Zukunft noch näher erforschen, doch dafür muss sie erstmal erhalten bleiben…

Der Araripe-Pipra zählt zu den seltensten Vogelarten der Erde. Es gibt wohl nur noch etwa 800 Exemplare. Für die Bedrohung ist einzig und allein die Abholzung des Regenwaldes verantwortlich. Einen extremen Rückschlag für den Bestand gab es im Jahr 2000, denn in diesem Jahr wurde durch den Bau eines Freizeitparks und der Errichtung von Bananenplantagen, ein erheblicher Teil des Lebensraums zerstört. Leider ist auch das aktuelle Verbreitungsgebiet nicht geschützt. Dies wollen die brasilianischen Artenschutzorganisationen so schnell wie möglich verändern. Mit einer großen Medienkampagne versucht die brasilianische Artenschutzorganisation AQUASIS zu erreichen, das die akut bedrohte Art mehr Aufmerksamkeit erhält. Auch die große Organisation BirdLife-International mit Unterstützung des berühmten Tierfilmers David Attenborough bemüht sich um den Schutz der Pipras. Derzeit versucht BirdLife in Kooperation mit lokalen Grundbesitzern besonders artenreiche Teile des Lebensraumes zu erhalten. Man kann nur hoffen, dass die Organisation Erfolg haben wird. Aber wir als Privatpersonen können natürlich auch einiges tun:

Zehn Dinge, die du zum Schutz der Araripe-Pipras (und zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes) tun kannst:
1. hilf den Naturschutzorganisationen der Vogelart mehr Aufmerksamkeit zu schenken, wenn du z. B. in der Schule ein Referat über den Regenwald oder über Singvögel halten sollst, kannst du dazu passend auch die Bedrohung dieser schönen Vogelart erwähnen!
2. wenn du unbedingt eine Reise nach Brasilien machen willst, solltest du die riesigen Touristenlodges und Freizeitanlagen, die man mitten in den Regenwald hingezimmert hat meiden, denn für diese Riesenanlagen wurde oft ein großer Teil des Dschungel gerodet, man muss nur ein wenig genauer suchen, dann findet man auch ökologische Alternativen z. B. die Art Jungle Eco Lodge (http://www.holidaycheck.de/hotel-Reiseinformationen_Art+Jungle+Eco+Lodge+Spa-hid_196499.html)
3. wichtig ist auch auf Tropenholz (Teak, Mahagoni, Meranti, Palisander, Bangkirai, Balsanholz, Bongossi, Abachi, Framire, Merbau, Ovangkol, Ramin, Afzelia und Wenge) zu verzichten und stattdessen Möbel aus heimischen Hölzern zu kaufen!
4. achte beim Kauf von Möbeln, Lebensmitteln, Kerzen und anderen Produkten, ob diese Palmöl enthalten, oder mit Palmöl verarbeitet wurden, denn da für den Anbau von Ölpalmen weite Teile des Regenwaldes verschwinden, solltest du derartige Produkte auf jeden Fall meiden, Unternehmen, die vollständig auf Palmöl verzichten findest du hier: http://weisse-liste-palmoel.npage.de
5. auch wenn es im Laufe der Jahre immer wieder in die Kritik geraten ist, empfiehlt es sich dennoch beim Kauf von Lebensmitteln, wie Kaffee, Kakao, Tee, Obst, Schokolade, Wein, Reis und Sportbällen, die in tropischen Zonen hergestellt werden, auf das Fairtrade-Siegel zu achten!
6. du tust vielen Bäumen einen großen Gefallen, wenn du Recyclingpapier benutzt, Zettel und Hefte aus Recyclingpapier findest du in allen gut sortierten Schreibwarenläden und wenn du mal genau in großen Supermärkten suchst, könntest du auch Taschentücher aus Recyclingpapier finden, meistens sind nachhaltige Papierprodukte auch mit dem Siegel „Blauer Engel“ oder mit dem „ÖkopaPlus“-Siegel versehen!
7. auch die Gewinnung von Eisenerz, Coltan, Erdöl und Gold wirkt sich negativ auf die Regenwälder aus, leider ist es schwer auf einige dieser Rohstoffe zu verzichten, trotzdem sollte man sie so gut wie es geht meiden, durch das Beziehen von Ökostrom z. B. setzt man einen Schritt für die Nachhaltigkeit und gegen die Verwendung von Erdöl!
8. der Verzicht auf Fleisch ist nicht einfach, aber effektiv, denn unsere Nutztiere werden mit Soja gefüttert, welches in tropischen Breitengraden angebaut wird und dessen Plantagen erheblich zur Zerstörung des Regenwaldes beitragen!
9. sei kreativ!!! Wenn dir irgendetwas einfällt, was man noch zum Schutz der bedrohten Regenwaldbewohner tun könnte, dann mach was draus! Die WWF-Jugend-Community ist ein geeigneter Ort zur Präsentation neuer Ideen und Projekte, aber du kannst dir auch ganz einfach und kostenlos eine Website mit Google-Sites basteln, auf der du dein Projekt vorstellst, du hast so viele Möglichkeiten, deine ideen zu publizieren, nutze sie!!!
10. noch mehr? Hier findest du weitere Infos: http://www.wwf.de/regionen/amazonien/ , http://www.oroverde.de/ , http://www.regenwald.org/ und http://www.faszination-regenwald.de/

Nachtrag:
Ich hoffe dieses besondere Porträt hat euch gefallen und informiert! Ich verabschiede mich mit diesem Bericht in eine zweiwöchige Pause, aber ich kann euch versichern, danach schreib ich wieder ordentlich weiter, neue CR-Porträts, neue „Opfer des Klimawandels“ -Berichte und noch viel mehr steht auf meinem Plan! Aber jetzt wünsche ich euch allen erstmal schöne und erholsame Sommerferien!

Dies war ein Beitrag aus der Reihe „CR-Porträts“ 

Text: Rhino (Maxim Podobed)
Bilder: Wikimedia Commons, Guardian.uk
Infos: Wikipedia.de , BirdLife.org und Faszination-Regenwald.de

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Kommentare (8)
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23.04.2012
Edwina-I. hat geschrieben:
Gute Tipps ;)
30.07.2011
Rhino hat geschrieben:
Vielen dank, LSternus :)
30.07.2011
LSternus hat geschrieben:
Schöner Artikel Rhino! Schreib weiter, das liegt dir! :) Ich wünsch dir einen Schönen Urlaub.
30.07.2011
Rhino hat geschrieben:
Danke, anni! :D
29.07.2011
anni95 hat geschrieben:
Schöner Bericht :D Viel Spaß in der Ukraine und komm heil nach Hause :)
29.07.2011
Rhino hat geschrieben:
eagle: Danke :) Ich fand deinen Bericht sehr schön und kann Wachsholz nur befürworten ;) , interessante Infos zu Wachsholz und noch mehr gibts hier : http://www.faszination-regenwald.de/info-center/regenwaldschutz/verzicht_tropenholz.htm
29.07.2011
FabianN hat geschrieben:
Klasse Bericht. Und schon wieder kannte ich diese faszinierende Vogelart vor dem Bericht nicht. Danke für die Aufklärung ;P
@Rhino: Zu Punkt 3: Als du über Tropenholzverzicht recherchiert hast, hast du da vllt. auch etwas über Wachsholz rausgefunden. Wenn ja, würde ich gerne deine Meinung darüber wissen, da ich schon einen Bericht darüber verfasst habe.
Schönen Urlaub :)
29.07.2011
Lars0220 hat geschrieben:
Super Bericht. Hoffentlich schaffen es die Organisationen den Regenwald wo die Vögel noch leben zu schützen.
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