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© James Frankham / WWF
Das Drama des Rio Doce


von B0uld3r
26.02.2016
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November 2015.

Im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais brechen die Mauern zweier Abraumbecken einer Erzmine in Mariana. Die Schlammlawine überrollt das Dorf Bento Rodrigues und nimmt 17 Menschen das Leben. Mehr als 50 Millionen Tonnen Schwermetallschlamm fließen in den Rio Doce und verseuchen über 500 Kilometer Flusslauf und die artenreiche Mündungsregion.

© SOS Mata Atlântica Foundation

Februar 2016.

Das Wasser ist immer noch braun. Und dennoch: Eine Studie der brasilianischen Regierung behauptet, dass das Wasser des Rio Doce einwandfrei ist und problemlos getrunken werden kann. Nicht nur die Bewohner des Flusses, würden da widersprechen. Auch die brasilianische NGO SOS Mata Antlantica hat mit einer Gegenstudie das Gegenteil bewiesen.

Auf einer Länge von 620 Kilometern wurden jewils 18 Wasser und Schlammproben entnommen um anschließend im Labor analysiert zu werden. Das Ergebnis:

An 16 der 18 Messpunkte wurde eine sehr schlechte Wasserqualität nachgewiesen. Magnesium, Mangan, Kupfer und Aluminium. All diese Metalle wurden in Konzentrationen angefunden, die weit höher sind als die gesetzlich vogegebene Maximalgrenze. Ebenso bei der Trübung und Feststoffkonzentrationen im Wasser. Die Trübheit des Wassers lag zwischen 5150 und 1220 NTU (Neophelometric Turbicity Unit). Empfohlen sind jedoch nur 40 NTU. Selbst Nutztiere sollten es nicht trinken.

© SOS Mata Atlântica Foundation

Warum also fälscht die Regierung eine Studie, um die angebliche Sauberkeit des Rio Doce zu proklamieren?

Ganz einfach, der Regierung gehört ein Viertel des Bergbauunternehmens Samarco, welches für diese Katastrophe verantwortlich ist. Außerdem werden oftmals die Wahlkämpfe von Abgeordneten durch Bergbaufirmen finanziert.

Aktuell wird in Brasilien über ein Gesetz verhandelt, was bestehende Umweltschutzrichtlinien aufweichen wird und dem Bergbau in Naturschutzgebieten und indigenen Territorien die Tür öffnet.

Hoffen wir, dass es nicht so weit kommt...

Titelbild: ©-Antonio Cruz -Agência Brasil

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Kommentare (4)
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27.02.2016
Luke24 hat geschrieben:
Solche Fälle zeigen mal wieder allzu gut, wohin Einsparungen letzten Endes führen können. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass die Abraumbecken der betroffenen Mine in einem guten Zustand waren ...
Natürlich sind die Verantwortlichen vor Ort unmittelbar Schuld. Aber mittelbar haben auch die sogenannten Industrieländer ihren Anteil daran, denn hier will man schließlich Rohstoffe zu möglichst niedrigen Preisen importieren. Und wie diese niedrigen Preise zustande kommen, kann man nun an solchen Beispielen gut sehen ...
26.02.2016
Chewbacca hat geschrieben:
Guter Bericht wirklich schlimm mit politik korruption& umwelt"schutz" aber was von hier aus machen?!
26.02.2016
Gangsterhunnie hat geschrieben:
* dass
26.02.2016
Gangsterhunnie hat geschrieben:
Dem Bergbau die Türen in Naturschutzgebiete öffnen? Und was sollen die Ureinwohner dann bitte machen? Ich hoffe auch, adss es nicht so weit kommt.
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