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© James Frankham / WWF
Das Amazonas-Interview - Mit Melanie vom WWF und DeChangeman!


von MarcelB
16.10.2015
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Lange haben wir unter dem Motto "VivaAmazonia" Unterschriften gegen die geplante Zerstörung der Amazonas-Region gesammelt. Gestern konnten wir endlich Sônia Guajajara (der Anführerin der Indigenen-Gegenbewegung in Brasilien) alle 48.320 Unterschriften überreichen! Passend dazu haben wir Melanie vom WWF und den Youtuber DeChangeman nach ihrer Amazonas-Reise interviewt! Lest jetzt mehr über die leckere Beilage Farofa, erfahrt vor welchem Tier die beiden am meisten Respekt hatten und findet heraus was die Amazonas-Reise bei den beiden verändert hat...

Hey Melanie, Hey DeChangeman! In den Amazonas fliegt man nicht jeden Tag. Hattet ihr vor der Reise Ängste oder bestimmte Erwartungen?

DeChangeman: "Da ich schon ziemlich viel rumgekommen bin, aber noch nie in Südamerika oder der Antarktis war, stellte sich für mich keine Frage, als der WWF und Simon mir die Reise anboten! Zudem wollte ich mir schon lange den Regenwald ansehen!
Ich hatte ein wenig Angst davor, dass ich Magenprobleme kriege, wir uns fies mit Malaria anstecken oder ausgeraubt werden. Glücklicherweise ist nichts davon eingetreten.“

Melanie: "Ich hatte gar nicht so viel Zeit, über die Reise nachzudenken, da ich bis kurz vor der Abreise noch über beide Ohren in den Vorbereitungen steckte." In Rio wird die Christusstatue mit Aufnahmen aus dem Amazonas angestrahlt

Für dich, Melanie, war es ja die erste Reise im Namen des WWFs und dann noch mit zwei Jungs, die du vorher nicht kanntest und zusätzlich komischen Quatsch auf Youtube machen…

Melanie: "Dass die beiden keine Mauerblümchen sind, habe ich mir vorher schon ausmalen können. Und dass ich mich auf ein kleines Abenteuer mit vielen Unbekannten gefasst machen musste, war klar. Aber ich habe mich darauf gefreut."

Wie anstrengend war es denn nun wirklich mit den beiden Jungs…?

Melanie: "Die zwei sind extrem energiegeladen, temperamentvoll und lebendig. Sie haben sich zwar schon vorher für Naturschutz interessiert, als wir uns allerdings die Auswirkungen der Entwaldung in Sao Paulo angesehen haben, waren die beiden doch erstaunt, empört und ergriffen. Die beiden mussten während der Reise oft aus ihrer gewohnten Komfortzone raus. Wir haben lange, unbequeme Strecken ohne Pausen zurückgelegt, in Hängematten im tropisch-heißen Regenwald übernachtet und das absurde Verkehrschaos in Rio de Janeiro und Sao Paulo überstanden. Das Gute daran: Gibt es viel Neues zu erleben, saugt man alles auf wie ein Schwamm. Die beiden wissen jetzt eine Menge über die ökologischen Herausforderungen Brasiliens und sind entsprechend sensibilisiert."

 

Natürlich begegnen einem auf so einer Reise immer interessante Menschen, dieses Mal aber auch Tiere. Zum Beispiel seid ihr mit Flussdelfinen geschwommen und habt gefährliche Spinnenarten getroffen, vor welchem Tier hattet ihr am meisten Respekt?

DeChangeman: "Die Flussdelfine würde ich öfter mal besuchen. Mit diesen Tieren im dunklen Wasser zu sein war wirklich spannend und ziemlich aufregend. Wir haben eine schwarze Witwe gesehen - das war das einzige Tier an das ich nicht so nah ran wollte. Abgesehen davon war ich recht entspannt mit den Spinnen oder anderen „gefährlicheren“ Tieren. Ich wollte eigentlich immer nur wissen, wie schlimm ein Biss des jeweiligen Tieres wäre und da die meisten nicht tödlich waren, hab ich mich nie besonders bedroht gefühlt.“

Melanie: "Das Schwimmen mit den Flussdelfinen war unglaublich – und gleichzeitig total unwirklich. Das war auf jeden Fall eines dieser „Once in A Lifetime“-Erlebnisse, das ich so schnell nicht wieder vergessen werde. Genauso spannend war unsere Nachtwanderung im Regenwald, bei der wir auf Skorpione, Vogelspinnen und Kaimane gestoßen sind."

DeChangeman hält mutig einen kleinen Kaiman in der Hand! 

Habt ihr auch exotische heimische Früchte gegessen, die man hier nicht kennt?

DeChangeman: "Farofa war definitiv sehr interessant! Das ist eine gesunde, trockene Beilage aus Manikomehl die es in ihrer reinsten Form wohl nur bei den Indigenen gibt. Im Dschungel haben wir frische Bananen und Mango gegessen. Das war definitiv nochmal was anderes und schmeckte weitaus süßer als bei uns. Ansonsten ist es für Vegetarier und Veganer echt hart in Brasilien, da die wirklich in alles Fisch und Fleisch packen.“

Die Gruppe bei einer Schildkröten-Auswilderung in Ubatuba

Die Bedrohung am Amazonas nimmt ja stetig zu… Habt ihr davon etwas direkt vor Ort erlebt?

DeChangeman: "Der Umgang mit Wasser ist eine Katastrophe. Vor allem in Sao Paulo war es erschreckend wie ungebildet die Leute in dieser Hinsicht sind. Es gibt dort Trinkwasserreservoirs in denen die Leute ihre Kleidung mit Seife waschen. Simon hat mit mir dazu ein schönes Video auf dem WWF-Youtubekanal gemacht, wo er die Lage gut beschreibt.

Gegen die Abholzung sind wir mit der Unterschriftenaktion ja erstmal ganz gut vorgegangen, aber das reicht nicht, da das Gesetzt nun nur verzögert wurde. Die Politiker in diesem Land haben absurde Ansätze und scheinen die Ausmaße einer Entscheidung für die Abholzung der Schutzgebiete des Regenwaldes überhaupt nichts zu verstehen. Generell hat mich der Mangel an Bildung erschreckt, der uns entgegenschlug.“

 

Wie hat sich eigentlich euer Bild vom Amazonas durch die Reise verändert? Mit welchen Gefühlen blickt ihr auf diese erlebnisvolle Reise zurück?

DeChangeman: "Wenn man nicht grade in Piranha verseuchtes Wasser springt oder jede Pflanze anpackt, ist der Amazonas doch ungefährlicher als ich erwartet hatte. Vor allem unsere einheimischen Begleiter waren uns eine große Hilfe die echten Gefahren zu erkennen. Es war eine äußerst interessante Reise, ich muss da jetzt aber auch nie wieder hin. Wir haben sehr viel erlebt, eine weitaus besseres Verständnis für die weitreichenden Auswirkungen unserer Lebensweise hier in Deutschland bekommen und ich habe definitiv einige Veränderungen in meinem Kauf- und Reiseverhalten angenommen. Die Plastikverschmutzung der Weltmeere ist katastrophal - ich kaufe kaum noch Plastik. Marken wie Nestlé und Cola sind auch raus - in Brasilien ein großes Thema - und ich fliege innerhalb Deutschlands gar nicht mehr. Ich habe jetzt eine Bahncard50.“

Melanie: "Ich bin jetzt natürlich umso motivierter, für den Erhalt dieses unglaublich wertvollen Gebietes zu kämpfen. Die Naturschutzprobleme in Brasilien sind so greifbar und nah; man bekommt unweigerlich das dringende Bedürfnis, einschreiten zu wollen."

DeChangeman und Simon Unge auf einem Seitenarm des Amazonas

Okay, jetzt möchte ich unbedingt auch etwas für den Erhalt des Amazonas tun, was empfielt mir der WWF?

Melanie: "Wir haben zum Start der Amazonas-Reise eine Petition gestartet. Falls ihr noch nicht unterschrieben habt, solltet ihr das unbedingt jetzt tun: www.wwf.de/viva-amazonia. Und es gibt natürlich die Möglichkeit, unsere Kollegen in Brasilien finanziell mit einer kleinen Spende zu unterstützen. Zuletzt hat aber auch unser Einkaufsverhalten einen großen Einfluss auf die Regenwald-Zerstörung in Südamerika. Wir können uns mit unserem Einkaufsverhalten bewusst die ungebremste Wald-Zerstörung verhindern. Regenwald steckt in vielen Produkten, wie in Nutella, dem Cheesburger, Chips, und Shampoo. Dabei seid ihr (also die WWF Jugend) aber bestimmt schon total vorbildlich!" :-)

Cool! Danke für die Tipps - natürlich werde ich auch weiterhin im Supermarkt auf "versteckte" Produkte aus dem Regenwald achten!

Die WWF Jugend sagt auf jedenfall DANKE für das Interview! Und falls ihr die Videos der Amazonas-Reise noch nicht gesehen habt, solltet ihr unbedingt auch auf DeChangeman's Youtube-Channel vorbeischauen - es lohnt sich!

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Kommentare (4)
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Sortieren nach Aktualität:
20.10.2015
Marcel hat geschrieben:
Super gemacht, vielen Dank, Marcel!
17.10.2015
Wasserjunge hat geschrieben:
Super! Dankeschön!
17.10.2015
JohannaKaucher hat geschrieben:
Das klingt alles sehr spannend.
17.10.2015
midori hat geschrieben:
Sehr sympathische Jungs! Danke für die Einblicke, Marcel! :o)
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