Erfahre mehr!


Neuigkeiten


gibt's hier!


© James Frankham / WWF
Axolotl - das seltene Versuchskaninchen


von screamingeagle
02.12.2013
16
0
97 P


Nicht selten hört man von ihm – dem Mexikanischen Querzahnmolch, besser bekannt als Axolotl.
Der Axolotl ist in vielen Hinsichten ein interessantes Tier, jedoch ist er in freier Wildbahn äußerst selten geworden. Zahlreich wird er für den Tierhandel oder für Tierversuche eingefangen. Doch warum ist er so begehrt…???

Der Axolotl bleibt sein Leben lang eine Larve, die maximal 30 cm groß wird. Nur in sehr seltenen Fällen wandelt er sich zu einem ausgewachsenen, an Land lebenden Tier ohne Kiemenbüschel. Obwohl er fast immer in Larvengestalt bleibt, ist der Axolotl nach 8 – 15 Monaten fortpflanzungsfähig. Er ist nachtaktiv und bevorzugt kühle Gewässer und ca. 6 – 8° Celsius. Der Axolotl ernährt sich von Krebstieren und kleinen Fischen.

Besonders faszinierend finden Forscher, dass dem Axolotl abgetrennte Gliedmaßen, Organ- und Hirnteile wieder vollständig nachwachsen können. So kommt es, dass eingefangenen und gezüchteten Axolotls diverse Körperteile amputiert werden und deren Nachbildung beobachtet und dokumentiert wird. Dafür, dass man womöglich ein medizinisches Ergebnis erzielen kann, müssen die kleinen stets freundlich lächelnden Tierchen doch ganz schön leiden.
Aufgrund ihres skurrilen Aussehens, erfreut sich der Axolotl auch immer größerer Beliebtheit als Haustier.
“Erfreut“? Nein, das ist sicher nicht das richtige Wort: Durch die Jagd von Menschen und dem Aussetzen räuberischer Fische in ihre Gewässer gibt es aktuell nur noch etwa 1000 frei lebende Exemplare in einem einzigen See in Mexiko.

Pech hatte die kleine Molchart schon genug, und so hat der Mensch Maßnahmen ergriffen: Mit nachhaltiger Nutzung des Gewässers und Bemühungen, die schlechte Wasserqualität zu verbessern, versuchen die Leute am Xochimilco-See nun, den Bestand des Axolotls zu sichern und zu vervielfältigen. Außerdem wurde das Entnehmen aus ihrem Heimatsee strengstens verboten.

Wenigstens ein kleiner Lichtblick im sonst so traurigen Leben des kleinen Lurches.

 

 

Bilder: © John P. Clare

Weiterempfehlen

Kommentare (15)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
05.12.2013
midori hat geschrieben:
Habe sogar vor kurzem einen Bericht gesehen, dass sie die Tiere gentechnisch verändern, sodass sie im Dunkeln leuchten... arme kleine Dinger :/
05.12.2013
SarahU hat geschrieben:
Danke für den interessanten Bericht! :)
Ich wusste gar nicht, dass manche Axolotl sich umwandeln und an Land gehe... würde gern wissen, wie ein umgewandelter Axolotl aussieht =D
05.12.2013
screamingeagle hat geschrieben:
@Naturefriend: Es konnten noch keine richtigen Ergebnisse erzielt werden, aber es wird vermutet, dass man etwas gegen Querschnittslähmung entwickeln kann...
@Urmeli, Alina Sky: Die Menschen am Xochimilco-see versuchen noch immer, das Ökosystem richtig zu begreifen. Es wurde eine Art Flüchtlingslager für Axolotls rund um den See herum eingerichtet und irgendwann sollen die Tiere in die freie Natur zurückkommen. Ob sich der Bestand der Axolotls wirklich schon vermehrt hat, ist nicht bekannt.
04.12.2013
AlinaSky hat geschrieben:
Wirklich interessantes Tier! Danke für den Bericht!
Versuche an Tieren sind wirklich das Letzte! Genau wie Urmeli würde mich interessieren ob die Gegenmaßnahmen schon was gebracht haben. Weißt du darüber etwas?
04.12.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Ist das ein süßer Fratz!! :)
Es sieht wirklich so aus, als ob der Kleine lächeln würde. Und diese fesche Frisur erst :D

Haben die Gegenmaßnahmen bereits Erfolge gezeigt? Konnte die frei lebende Anzahl der Tiere erhöht, bzw. gesichert werden?
03.12.2013
Rhino hat geschrieben:
@ LSternus: Die Hauptgefährdung der Wildpopulation erfolgt durch die Verschmutzung des Sees, die Tiere, die in Europa verkauft werden sind größtenteils keine Wildfänge sondern Nachzuchten, und dass eine Art, die sich leicht halten und nachzüchten lässt, sich in Gefangenschaft gut verbreitet, sollte nicht verwundern.

Der Axolotl im Baumarkt, in der Schule, im Tierladen, im Büro oder sonstwo kommt mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit aus dem Aquarium, nicht aus der Wildnis.

Der Tierhandel ist nicht das zentrale Problem, sondern die Verschmutzung und Austrocknung des Lebensraums.
03.12.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
03.12.2013
LSternus hat geschrieben:
Ich hatte vor einiger Zeit Axolotl in einem Baumarkt gesehen.
Ich kann nicht glauben, dass man solch bedrohte Tiere in Europa verkaufen kann.
03.12.2013
Jayfeather hat geschrieben:
also auf dem bild sieht der irgendwie süßer aus als in berlin im aquarium^^
ich wusste gar nicht, dass die doch manchmal auswachsen und an land gehen.
03.12.2013
Carinaa hat geschrieben:
Ich finde das soooo süüüüüß!
ich stimme FranziNatur zu, Tierversuche sind das letzte!
03.12.2013
Franzichen hat geschrieben:
Tierversuche sind meiner Meinung nach eines der Schlimmsten Dinge die wir Menschen mit Tieren anstellen! Also wirklich wer hat den bestimmt das man einfach so mit einem kleinen Tier etwas testen darf das hochgefährlich sein könnte?
Und ich wollte noch sagen das an meiner Schule, beim Bio Raum, wir zwei Axolotls haben, die sich letztes Jahr entwickelt haben :)
02.12.2013
Idanna2 hat geschrieben:
Ich finde Tierversuche richtig unnötig.
02.12.2013
Rhino hat geschrieben:
@ vince: Sicherlich nicht, um den Axolotl auszurotten.

Große nahrhafte Fischarten, die nunmal meist Raubfische sind, wie z. B. die ursprünglich aus Afrika stammenden Tilapia-Barsche , sind nunmal prinzipiell lukrativ und wurden immer wieder in fremden Gewässern ausgesetzt, um den Erfolg der lokalen Fischerei zu fördern.

Aus ökologischer Hinsicht eine Katastrophe und natürlich nicht nachhaltig, denn dauerhaft reichen die Ressourcen nicht, um alle Lebewesen im See zu ernähren, also werden (sollten keine Gegenmaßnahmen eingeleitet werden) zuerst die ursprünglich dort lebenden Geschöpfe aussterben und dann die eingeführten.
02.12.2013
Lisa18 hat geschrieben:
Danke für den Bericht und das süße Foto! Wenn man sich den kleinen Kerl so anschaut, finde ich, kann man den gar nichts böses antun. Ich bin froh, dass die Leute jedenfalls schon mal anfangen die Tiere zu schützen.
02.12.2013
vince hat geschrieben:
oh je... ja was für die Medizin so alles gemacht wird...

Immerhin haben die Leute da reagiert! Ich verstehe nur nicht, wie man auf die Idee kommen kann, da in den See Raubfische reinzusetzen...!
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Mitglied des Monats
teaser_220.png


Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil
Folgen und mit Freunden teilen