WWF aktiv:


Mehr Schutz für


unsere Ozeane


© Jürgen Freund / WWF-Canon

So hilft der WWF

Es ist noch nicht zu spät!

© Sandra Mbanefo Obiago / WWF-Canon

Trotz der vielen schlimmen Nachrichten und schrecklichen Bilder hat der WWF in punkto Meeresschutz und Reduzierung von Beifang viel geleistet und erreicht. Er bemüht sich auch um einen Kompromiss zwischen Schutz und Nutzung, damit kleine Fischer beispielsweise weiterhin für ihren Lebensunterhalt sorgen können, ohne dabei die Umwelt zu schädigen.

Hier findest du einige der Projekte des WWF

Meeresschutzgebiete:

Wie an Land, so im Meer
© Mazidi Abd Ghani / WWF Malaysia

Zurzeit stehen nur etwa 1,6 Prozent der Meeresflächen unter Schutz, im Gegensatz zu 15 Prozent an Land - das muss sich dringend ändern! Unter dem Schirm des UN-Seerechtsabkommens fehlen Instrumente zum Schutz der Natur. Deshalb wurde das erste Hohe-See-Schutzgebiet auf dem Mittelatlantischen Rücken vom WWF geschaffen, die so genannte "Charlie-Gibbs Fracture Zone".

Dieses Gebiet wird auch als die "Alpen der Tiefsee" bezeichnet, denn unter der Wasseroberfläche erstrecken sich dort Seeberge mit bis zu 4.000 Meter tiefen Canyons und einer einzigartigen Lebenswelt. Kaltwasserkorallenriffe, Korallengärten, Kolonien von Schwämmen und Tiefseelebensgemeinschaften sowie Blauwale und bedrohte Haiarten sind dort verbreitet.

Heute gibt es auf WWF-Betreiben insgesamt sechs Hohe-See-Schutzgebiete im Nordostatlantik, die zusammen eine Fläche von rund 465.000 Quadratkilometern abdecken. Wow! Nun müssen noch weitere Schutzgebiete dieser Art folgen, bevor komplexe Ökosysteme, die noch nicht ganz erforscht sind, zerstört werden.

Der WWF arbeitet hartnäckig an einheitlichen rechtlichen Rahmenbedingungen für Meeresschutzgebiete im Allgemeinen sowie an einer sektorenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Fischereifirmen, Schifffahrtsunternehmen und der Offshore Industrie im Besonderen. Als kritischer Beobachter ist der WWF bei den wichtigsten Entscheidungs-Gremien mit dabei und kann so neue Entwicklungen anstoßen und die Initiative ergreifen. Ziel ist ein Gesamtkonzept mit klaren Schutzrichtlinien für jede Meeresregion, welches das Überleben von Walen, Robben, Meeresschildkröten, Fischen und wirbellosen Tieren, die am Meeresgrund leben, sichern würde.

Ein guter Schritt in die richtige Richtung ist das weltweite Abkommen zur Biologischen Vielfalt (CBD). Darin verpflichteten sich die Vertragsstaaten im Oktober 2010, bis zum Jahr 2020 mindestens zehn Prozent der Ozeane als Meeresschutzgebiete auszuweisen. Weiterhin soll die Fischereipolitik der Europäischen Union in Zukunft umweltverträglicher gestaltet werden (siehe unsere >>Fischereikampagne) und ein Verbot von Grundschleppnetzfischerei in empfindlichen Gebieten durchgesetzt werden.

Darüber hinaus müssen die Internationale Seebodenbehörde und die Küstenstaaten strenge Regulierungen für den Abbau von Bodenschätzen verabschieden. Der WWF setzt sich für ein weltweites UN-Abkommen zum Schutz der Natur auf Hoher See ein, um eine gefährliche Rechtslücke zu schließen.

Meeresraumplanung:

Gut durchdacht?

Die Nutzung der Meere hat inzwischen ähnlich räuberische Ausmaße angenommen wie die Nutzung von Landfläche - wir sehen sie nur nicht immer auf den ersten Blick! Oft verrät erst der zweite Blick, dass detaillierte und umfassende Meeresraumplanungen dringend notwendig sind, um die Nutzung verträglich zu gestalten und einen Ausgleich zwischen Verkehr und Naturschutz zu finden.

Besonders sensible Regionen müssen geschützt und die geeignetsten Räume für Industrie ermittelt werden. Das ist ein ziemlich komplexer Vorgang, aber im Grunde leicht verständlich:

Der WWF will vor allem Küstenregionen vor immer mehr technischen Eingriffen des Menschen bewahren und Natur zerstörerische Baumaßnahmen bereits im Vorfeld verhindern oder deren Auswirkungen verringern.

Zum einen geht es um ein nationales, nachhaltiges Konzept für deutsche Seehäfen und darum, die Ausbaupläne für die Mündungen von Elbe, Weser und Ems zu reduzieren. Zum anderen ist es dem WWF in Sachen Energiewende wichtig, die Offshore-Anlagen zur Gewinnung von Windenergie so mitzugestalten, dass keine Schäden für Lebensräume, Meerestiere und Vögel entstehen. Auch direkte Maßnahmen zum Klimawandel - etwa den Küstenschutz vor dem steigenden Meeresspiegel - sollten naturverträglich umgesetzt werden. In der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (200-Meilen-Zone) der Nordsee wiederum soll eine naturverträgliche Raumplanung geschaffen werden.

Beifang verhindern:

Verordnete Verschwendung
© Jürgen Freund / WWF-Canon

Beifang ist unwirtschaftlich. Beifang zerstört die Meeresumwelt. Aber: Beifang ist kein unlösbares Problem. Es gibt Wege für eine beifangfreie Fischerei.

Die Politik muss handeln. Die Fischerei vor unseren Küsten wird in Brüssel geregelt. Die EU muss die illegale Fischerei stärker bekämpfen und nur noch nachhaltige Techniken unterstützen. Es darf sich für Fischer nicht mehr lohnen, unerwünschten Beifang einfach wegzuwerfen, um mehr Platz an Bord für die wirtschaftlich lukrative Zielart zu haben. Der WWF veröffentlicht Studien, hilft neuen Fangtechniken auf die Beine und spricht gezielt mit Politikern, damit bessere Gesetze für die Meere verabschiedet werden.

Die Politik hat gehandelt: Am 30. Mai 2013 einigten sich die Fischerei-Minister und das EU-Parlament auf einen Kompromiss, wie in Zukunft gefischt wird. Erstmals nimmt die EU-Politik die Gefahr der Überfischung ernst und sucht Lösungen für nachhaltigen Fischfang. Wichtiger Punkt: Es wurde ein Rückwurfverbot beschlossen und der Beifang soll begrenzt werden. Allerdings verwässern Ausnahmen das Rückwurfverbot und könnten sich als juristische Schlupflöcher erweisen. Deshalb behält der WWF unsere Politiker weiter im Auge und bleibt am Thema dran.

Durch einfache Mittel kann Beifang stark reduziert werden: Allein durch eine Veränderung der Hakenform konnte der Beifang von Meeresschildkröten beim Thunfischfang um 90 Prozent verringert werden. Jetzt gilt es, dieses Wissen an alle Fischer weiterzugeben. Es gibt Netze mit akustischen Signalen, die Wale und Delfine auf Abstand halten. Mit einfachen bunten Streifen an den Netztauen können Seevögel verscheucht werden. Durch "Notausgänge" in Schleppnetzen können Schildkröten und Meeressäuger das Netz wieder verlassen, bevor es an Bord gezogen wird. Der WWF berät Fischer, die auf solche neuen Techniken umrüsten wollen.

Projektgebiet Westafrikanische Meeresregion:

Afrikas Perle
Martin Harvey / WWF-Canon

Wer an Westafrika denkt, dem schießt zumeist ein Bild von einer trockenen und heißen Landschaft in den Kopf. Genau dort, wo Wüste und Meer aufeinander treffen, liegt eines der ökologisch wertvollsten Meeresgebiete der Erde - die Westafrikanische Marine Ökoregion (WAMER).

Seit 2004 setzt sich der WWF für den Aufbau von Schutzgebieten und eine nachhaltige Fischerei in der Meeresregion ein. Die Umweltstiftung ist aktiv bei der Ausarbeitung von Projekten dabei, stellt Finanzmittel zur Verfügung, erteilt fachliche Ratschläge und betreibt Öffentlichkeitsarbeit.

Die Westafrikanische Marine Ökoregion gehört zu den Ländern Mauretanien, Senegal, Gambia, Guinea, Guinea Bissau, Sierra Leone, Ghana und den Kapverdischen Inseln. Um die Mangrovenküsten und Korallenriffe sind zahlreiche Fischarten sowie stark bedrohte Wale, Delfine, Meeresschildkröten und Mönchsrobben zu Hause. Dort machen auch viele Zugvögel aus Europa Rast.

Ohne die Mithilfe der Bevölkerung, die in den Küstenregionen vor allem von der Fischerei lebt, wären viele Projekte nicht realisierbar. Die Lebenssituation der ansässigen Menschen muss sich durch Naturschutz konkret verbessern, um auf Dauer erfolgreich zu sein. In den Küstenorten, wo die meisten Menschen vom Fischfang leben, steht das nachhaltige Management der Fischbestände im Mittelpunkt. Dessen Vorkehrungen werden in den Schutzgebieten gemeinsam mit den örtlichen Fischern festgelegt und überwacht. So wurden zum Beispiel besonders engmaschige Netze verboten, in denen sich viele seltene Tiere und Jungfische verfangen. Um eine Überfischung zu verhindern, wurden auch die Fangmengen begrenzt. Die trägt dazu bei, dass die Fischer ihre Einkommensgrundlage langfristig nutzen können.

Der WWF hat zudem im Fischerort Kayar geschlossene Räucheröfen gebaut, die nur ein Fünftel der früheren Holzmenge benötigen und zudem die Qualität der geräucherten Fische verbessern. Neben der Luftverbesserung und der Schonung von Mangrovenwäldern konnten die Frauen ihren Verdienst steigern, weil sie weniger Geld für Brennholz ausgeben müssen und ihre Ware zu besseren Preisen verkaufen können.

Um Fischern den Umstieg auf naturverträgliche alternative Erwerbsquellen zu erleichtern, hat der WWF in drei Küstenorten die Gründung von Mikrokredit-Genossenschaften initiiert und in der Anfangsphase mit Startkapital und Ausbildung der Mitglieder geholfen. Bisher wurden etwa in Kayar über 200 Kleinkredite für Aktivitäten wie Gemüseanbau, Souvenirherstellung, Handel und Fischverarbeitung vergeben.

Eine ehrliche und kritische Berichterstattung zu Umweltthemen ist ebenfalls ein wichtiger Faktor - und in Westafrika bislang nicht selbstverständlich. Nur wenn die Menschen informiert sind, können sie etwas unternehmen. Der WWF hat dafür erfolgreich bei der Gründung eines Netzwerks kritischer Umweltjournalisten geholfen. So kommen Umweltthemen in die Zeitungen und werden öffentlich diskutiert.

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