Stoppt Beifang!


Zu viel


geht ins Netz!


© Brian J. Skerry / National Geographic Stock / WWF

Die Bedrohung

Das Meer - unendliche Weiten mit unendlich viel Fisch? Falsch gedacht!

© Getty Images / Brent Stirton / WWF

Trotz ihrer Größe und ihres Reichtums sind die Weltmeere von uns Menschen akut bedroht. Durch Überfischung, Verschmutzung, Raubbau und die Zerstörung großer Lebensräume wie mancher Korallenriffe geht es unseren Ozeanen so schlecht wie noch nie. Die Bestände vieler Meerestierarten haben einen Niedrigrekord erreicht. Dadurch gefährden wir nicht nur die biologische Vielfalt, sondern auch wichtige Nahrungsquellen.

Müssen wir wirklich so viel Fisch verschwenden? Müssen wir auf der Jagd nach noch mehr Rohstoffen bald auch die Tiefsee umpflügen? Wann kippt das ökologische Gleichgewicht der Meere?

Überfischung:

bald gähnende Leere statt volle Meere
© Jo benn / WWF-Canon

Heutzutage werden fast überall zu viel Fische gefangen - so viel, dass sich ihre Bestände kaum oder gar nicht erholen können. Die Fischbestände der Meere sind aber nicht unendlich. Direkt bei uns vor der Haustür, im Nordostatlantik, gelten 47 Prozent der Bestände als überfischt. Im Mittelmeer sind es sogar 80 Prozent. Eine Katastrophe!

Die auf Profit bedachten großen Fangflotten leeren systematisch die Meere und überschreiten dabei regelmäßig die wissenschaftlichen Empfehlungen zu den Fangquoten: In den Gewässern der EU wurde in den vergangenen zehn Jahren mehr als 40 Prozent mehr abgefischt als verträglich gewesen wäre!

Fishing down the food web: Durch langfristige Überfischung wird das natürliche Nahrungsnetz der Meere aus dem Gleichgewicht gebracht. Denn jede Fischart spielt eine zentrale Rolle in ihrem Lebensraum! Wird sie stark dezimiert, sind auch andere Fische, Seevögel oder Meeressäuger wie Robben und Wale betroffen, die sich von ihnen ernähren. Aus wirtschaftlichen Gründen entnimmt die Fischerei zumeist erst die größten Fischarten und sobald diese dezimiert sind, fokussiert sie sich immer mehr auf kleinere Arten, die vorher noch die Beute der Großen waren. So nimmt die Größe der Zielfische stetig ab - ein Phänomen, das als "Fishing down the food web" (Das Nahrungsnetz von groß nach klein abfischen) bezeichnet wird und auf Dauer ein Ökosystem zerstört. Diese Entwicklung gilt es zu stoppen und umzukehren.

Umso wichtiger ist eine Wende zum Besseren: Am 30. Mai 2013 einigten sich die EU-Fischereiminister und das EU-Parlament auf einen Kompromiss, wie wir in Zukunft fischen werden. Erstmals nimmt die EU-Politik die Gefahr der Überfischung ernst und sucht Lösungen für nachhaltigen Fischfang. Es wurde beschlossen, den Beifang unerwünschter Arten künftig zu begrenzen und deren Rückwurf (das sind vor allem verletzte und bereits tote Tiere) zu verbieten. Auch das Nachhaltigkeitsziel ist in dem Gesetz verankert, so dass ab 2020 nur noch so viel gefischt werden soll wie nachwächst. Und endlich müssen sich die EU-Fischer auch außerhalb der EU an die neuen Regeln halten - selbst wenn sie vor Afrika fischen.

Dank eurer Unterstützung konnten wir die deutschen Mitglieder des Europäischen Parlamentes und die deutsche Fischereiministerin Ilse Aigner wachrütteln - aber leider nicht alle EU-Politiker. Obwohl Ilse Aigner sich im Ministerrat dafür eingesetzt hat, haben andere Minister noch strengere Forderungen abgelehnt. Dadurch sind einige Regelungen noch sehr grobmaschig. Es fehlt etwa ein klarer Zeitrahmen, bis wann sich die aktuell überfischten Bestände erholen sollen. Deshalb behalten wir unsere Politiker weiter im Auge und bleiben am Thema dran.

Das war unsere Fischerei-Kampagne

Rohstoffe:

Die Schatzkammer Tiefsee wird geöffnet
© naturepl.com / Philip Stephen / WWF-Canon

Die Tiefsee erscheint uns unergründlich und lebensfeindlich. Kein Wunder: Schließlich ist es dort stockfinster, kalt und es herrscht ein Druck, der unseren Körper zum Platzen bringen würde. Trotzdem ist die Tiefsee, das wissen wir von U-Boot-Tauchfahrten, von Kreaturen bevölkert, die uns so fremdartig und "spacig" vorkommen wie Aliens. Wir haben erst begonnen, sie zu erfassen und zu studieren. Da haben wir uns viel vorgenommen: Die Tiefsee ist der größte Lebensraum unserer Erde! Die Tiefsee beginnt dort, wo kein Sonnenstrahl mehr durchkommt, in etwa 400 Metern Tiefe.

Die Tiefsee erstreckt sich damit auf rund 318 Millionen Quadratkilometer und nimmt fast zwei Drittel der gesamten Erdoberfläche ein! Trotz diverser Tauchfahrten ist dieser Lebensraum aber noch weitgehend unerforscht.

Doch schneller als der Fortschritt der Wissenschaft schreitet die Nutzung der Meere voran. Längst werden Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas, Mangan und andere Mineralien gesucht und abgebaut. Diese Aktivitäten sind besonders in der Tiefsee gefährlich, da Fische, Korallen und andere Organismen dort nur sehr langsam wachsen und sich nur spät und selten fortpflanzen. Umweltschäden heilen daher, wenn überhaupt, viel langsamer als in anderen Ökosystemen. Mit Folgen, die wir derzeit noch nicht überblicken können.

Das gilt auch für die bereits praktizierte Tiefseefischerei in bis in 2.000 Metern Tiefe unter dem Meeresspiegel. Da immer mehr küstennahe Regionen leer gefischt sind, weicht die Fischereiindustrie auf tiefere Gebiete aus. Die Grundschleppnetze der Trawler zerstören außerdem die Bodenfauna aus Korallen und Schwämmen, die nur sehr langsam nachwachsen. Auch Tourismusunternehmen wollen mit Tauchfahrten die Ressourcen der Tiefe nutzen.

Der WWF setzt sich für ein sorgfältiges Abwägen zwischen Nutzung und Schutzbedarf ein - insbesondere für ein Aussetzen der Fischerei mit Grundschleppnetzen in bestimmten, besonders empfindlichen Gebieten und die Einrichtung eines Netzwerks von Meeresschutzgebieten, in denen Rohstoffabbau tabu ist.

Beifang:

Mitgefangen, mitgehangen
© National Geographic Stock / Brian j. Skerry / WWF

Rund 38 Millionen Tonnen Meereslebewesen sterben jedes Jahr einen sinnlosen Tod. Meeresschildkröten, Seeigel, Delfine und Wale landen zusammen mit Fischen ungewollt in unseren Netzen oder an den unzähligen Haken der Langleinen. Ungewollter Fang heißt "Beifang". Klingt harmlos, ist aber eine mörderische Verschwendung von Leben! 40 Prozent des jährlichen Weltfischfangs werden als Abfall sofort wieder über Bord geworfen. Was für eine gigantische Verschwendung!

Warum ist das so? Weil die meisten Fangflotten mit riesigen, zerstörerischen Fanggeräten auf Beutezug gehen. Am schlimmsten sind die Baumkurren-Schleppnetze. Sie werden zum Fang von Schollen, Shrimps und Seezungen eingesetzt. Mit Kufen und Scheuchketten pflügt eine Baumkurre den empfindlichen Meeresboden um. In den Netzen landen dann neben den gewünschten Fischen unzählige Krebse, Seesterne, Muscheln und Jungfische. Die sind nichts wert auf dem Fischmarkt, also werden sie gleich wieder über die Reling "entsorgt".

Kaum ein Tier überlebt diese Tortur. Viele von ihnen - Seesterne, Krebse, Seeigel, Schwämme, Muscheln und andere Bodenbewohner - werden schon im Netz zerquetscht. Andere halten bereits dem enormen Druckabfall nicht aus, wenn sie aus der Tiefe geholt werden. Gelegentlich wird Beifang zumindest zu Fischmehl weiterverarbeitet. Was aber nichts daran ändert, dass diese Tiere ungeplant gefangen wurden. Meeresschildkröten, Meeressäuger, Haie und sogar Seevögel sind dadurch besonders bedroht.

So haben einige unserer beliebten Speisefischarten ein paar "heimliche Beilagen": Auf jedes Kilogramm Seezunge kommen bis zu sechs weitere Kilogramm getötete Meeresbewohner. Die Fischerei auf Kaisergranat in der Nordsee zum Beispiel verursacht rund 50 Prozent Beifang - meistens Kabeljau, der selbst schon stark gefährdet ist.

Besonders übel ist die Fischerei nach tropischen Shrimps: Für jedes Kilogramm gibt's einen Berg von bis zu 20 Kilogramm Beifang! Da sind dann auch viele Jungfische dabei, weil die Krabbennetze sehr feinmaschig sind. Stirbt ein junger Fisch als Beifang, hat er keine Chance, Nachwuchs zu zeugen. Das trifft das Meer doppelt hart. Die Ozeane werden so immer leerer und krank.

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