Leben pur!


Der Wal reicht dir


die Flosse!


© Natalie Bowes / WWF-Canada

Mehr als nur Meer 

Vom Wurm bis zum Wal

© Stéfane Mauris / WWF-Canon

Einst hatten Seefahrer und Weltentdecker große Ehrfurcht vor den blauen Weiten, hinter denen sie das Ende der Welt vermuteten. Heute wissen wir: Meere sind nicht unendlich und unzerstörbar, sondern sehr sensible Ökosysteme, die wir nicht endlos ausbeuten oder belasten können. In allen sieben Meeren gibt es artenreiche Flachwasserzonen und vor allem Korallenriffe, die als Kinderstube für viele Fischarten besonderen Schutz benötigen.

Erbe der Menschheit:

Die Hohe See
© Martina Lippuner / WWF

Der größte Teil der Weltmeere gilt als so genannte Hohe See. Damit sind internationale Gewässer gemeint, die außerhalb der 200-Seemeilen-Zone der Küstenstaaten liegen. Nach Seerecht sind sie ein "gemeinsames Erbe der Menschheit." Alles was dort geschieht, zum Beispiel die Schifffahrt, das Entsorgung von Abfällen, der Walfang und die Fischerei werden von regionalen und globalen Organisationen und Abkommen geregelt und geprüft. Da auch der Meeresboden zur Hohen See gehört, werden Bodenschätze von der Internationalen Meeresbodenbehörde verwaltet. Trotz dieser ganzen Regelungen ist die Hohe See gefährdet.

Das Nesthäkchen der Meere:

Die Ostsee
© Wild Wonders of Europe / Laurent Geslin / WWF

Die Ostsee ist das jüngste Meer der Welt, sie entstand vor gerade mal 12.000 Jahren und weist viele Besonderheiten auf. Zum einen ist sie fast ein Binnenmeer, das nur etwa alle zehn Jahre mit neuem sauerstoffreichem Nordseewasser über sehr enge Wasserstraßen zwischen Dänemark und Schweden versorgt wird. Insgesamt dauert es rund 30 Jahre, bis sich das gesamte Ostseewasser einmal erneuert!

Zugleich macht der große Zufluss an Süßwasser aus dem Binnenland die Ostsee sehr salzarm. Entsprechend müssen ihre Bewohner gut angepasst sein, um zu überleben. So gibt es im salzigeren Kattegat um die 1.500 Meeresarten, bei Finnland im deutlich süßeren Wasser nur noch 52 Meeresarten.

Die Ostsee galt lange als eines der meist verschmutzen Meere. Nicht nur, weil sich Gifte und Schadstoffe durch den geringen Wasseraustausch sehr lange im Wasser halten. Abwässer, Industrieabfälle und selbst Munitionsaltlasten wurden lange Zeit einfach so im Meer "entsorgt". Hauptproblem der Ostsee ist aber nach wie vor die starke Überdüngung durch die Landwirtschaft, die immer wieder zu starken Algenblüten und Absterben weiter Bereiche des Meeresbodens führt. Auch Überfischung macht der Ostsee zu schaffen. Zugleich ist die Ostsee eines der meist befahrenen Meere der Welt.

Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich der WWF nun schon für die Ostsee und hat einiges erreicht. So stehen mit WWF-Hilfe heute zehn Prozent der Ostsee unter Schutz. Das wurde noch für kein anderes Meer erreicht. Der WWF hat außerdem mitgeholfen, dass die 2011 eingeweihte Gaspipeline von Russland nach Greifswald durch die Ostsee wesentlich umweltverträglicher verlegt wurde als ursprünglich geplant.

Seit Umweltgifte nicht mehr eingetragen werden dürfen und die Jagd auf sie verboten ist, kehren die Kegelrobben an die deutsche Ostseeküste zurück. Der WWF hilft mit, Deutschlands größtes Raubtier zu schützen und Interessenskonflikte mit anderen Meeresnutzern wie Fischern oder Touristen zu vermeiden - unter anderem durch das Projekt "Robbenbotschafter". Dabei helfen Jugendliche bei der Überwachung der Tiere und werben bei der Bevölkerung um mehr Verständnis für deren Schutz.

Der achte Kontinent:

Die Korallenriffe
© Jürgen Freund / WWF-Canon

Korallenriffe gelten als die Regenwälder der Meere - aus gutem Grund: Bisher wurden darin bereits unglaubliche 60.000 Arten entdeckt! Das entspricht einem Viertel aller tierischen und pflanzlichen Bewohner des Meeres. Forscher gehen davon aus, dass sich noch mehr als fünfmal so viele unentdeckte Lebewesen in den Korallenriffen tummeln.

Das Great Barrier Reef vor Australien ist das größte Korallenriff der Welt. Es umfasst insgesamt eine Fläche von elf Millionen Hektar und ist damit größer als Bayern und Baden-Württemberg zusammen! Es beherbergt eine unglaubliche Vielfalt an Lebewesen, allein etwa 4.000 verschiedene Muscheln und Schnecken, 1.500 Fischarten und 800 Seeigel- und Seesternspezies. Lange galt es als besonders gefährdet, doch seit 2004 steht es auch dank des WWF unter Schutz. Jedoch tut die australische Regierung nach Ansicht des WWF und der UNESCO zu wenig, um das Weltnaturerbe zu erhalten. Vor allem die drohende Verschmutzung und der Bau von Großhäfen bedrohen die Zukunft des Riffs.

Zwischen Indonesien, den Philippinen, Neuguinea und Australien befindet sich das Korallendreieck im Südwest-Pazifik. Diese Meeresregion von mehr als der halben Größe der USA (5,4 Millionen Quadratkilometer) ist eines der artenreichsten Unterwassergebiete überhaupt. Neben Seegraswiesen und Mangrovenwäldern wachsen dort drei Viertel aller bekannten Korallenarten. Mehr als dreitausend Fischarten tummeln sich im Korallendreieck, außerdem sechs der sieben Meeresschildkrötenarten. Auch Delfine, Wale, Seekühe sowie diverse Hai- und Rochenarten durchwandern das Gebiet oder sind dort zu Hause.

Seit einigen Jahren setzt sich der WWF für eine nachhaltige Fischerei in dieser empfindlichen Meeresregion ein, um vor allem ineffektive Fangpraktiken mit viel Beifang zu bekämpfen.

Hier gibt es mehr Infos über die Arbeit des WWF im Korallendreick in Südostasien

Atemberaubende Tierwelt

Von Überlebenskünstlern, Beutetierjägern und Meeresriesen

© Jürgen Freund / WWF-Canon

Meer ist nicht gleich Meer: Wie an Land gibt es in den Ozeanen unzählige unterschiedliche Lebensräume mit verschiedenen Bedingungen und Lebewesen, die sich dort angepasst haben. Oft wimmelt es am Meeresboden von winzigen Meeresbewohnern wie Würmern, Minikrebsen, Muscheln und kleinen Fischen. Um Korallenriffe oder Seeberge herum gleiten Meeresschildkröten oder Haie. Die Hohe See durchpflügen Thunfischschwärme oder Großwale auf ihren Wanderungen.

Haie:

Scharf auf Menschenfleisch?
© Wildlife Pictures / Jêrome Mallefet / WWF-Canon

Ganz falsch liegt Hollywood nicht: Etwa 100 Haiangriffe gibt es jedes Jahr weltweit, ungefähr fünf bis zehn enden tödlich. Das ist traurig, zeigt aber zugleich, dass Haie alles andere als brutale Jäger mit Lust auf Menschenfleisch sind. Die meisten Angriffe resultieren aus einem Eindringen des Menschen in das Territorium des Hais oder einer Verwechslung von Surfern mit Robben. Fakt ist, dass mehr Menschen durch Elefanten oder Bienen ums Leben kommen!Tatsächlich ist es umgekehrt: Haie werden von Menschen abgeschlachtet. Jedes Jahr werden bis zu 100 Millionen Haie gefangen. Als ungewollter Beifang im Netz der Fischer. Oder gezielt, um ihnen die Flossen abzuhacken. Denn die gelten vor allem in asiatischen Ländern als Delikatesse. Anschließend werfen die Fischer die Tiere blutend und schwimmunfähig wieder ins Meer zurück, wo sie qualvoll sterben. Für Knabber-Chips aus Hai-Knorpel "verbraucht" allein Costa Rica jeden Monat über 200.000 Haie.

Diese beeindruckenden Tiere beherrschen die Meere bereits seit über 450 Millionen Jahren. Sie sind intelligente, hervorragende Jäger und verfügen über ein komplexes Sozialsystem. Nicht zuletzt mit einer Beißkraft von zwei Tonnen pro Quadratzentimeter stehen sie an der Spitze der marinen Nahrungskette. Der WWF ist deshalb bemüht, Haie zu schützen und den schlechten Ruf dieser Tiere abzubauen. Der Haischutz in Südafrika und Australien wurde bereits verbessert: Der Weiße Hai ist seit 2004 und fünf weitere Haiarten sind seit 2013 im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES aufgeführt, was unter anderem dem WWF zu verdanken ist. Produkte wie Zähne oder Flossen des Hais dürfen damit nur noch unter strengen Auflagen international gehandelt werden.

Meeresschildkröten:

Wahre Überlebenskünstler
© Jürgen Freund / WWF-Canon

Das muss man sich mal vorstellen! Seit etwa 225 Millionen Jahren durchqueren Meeresschildkröten die Ozeane. Sie überstanden Dinosaurier, Eiszeiten, Kontinentalverschiebungen bis hin zu Seebeben. Sie sind so gut an ihren Lebensraum angepasst, dass sie sich in diesem riesigen Zeitraum fast nicht verändert haben. Das verraten Fossilien von Meeresschildkröten. Auf ihren Wanderungen legen Meeresschildkröten riesige Entfernungen zurück und kommen zur Eiablage stets zu dem Strand zurück, an dem sie selbst geschlüpft sind. Wahrscheinlich orientieren sie sich dabei am Magnetfeld der Erde. Die meist bis zu 100 Eier werden im Sand eines Strandes an Land vergraben und durch die Wärme der Sonne ausgebrütet. Genau dort lauern die ersten Gefahren: Die Eier werden von Menschen ausgegraben und eingesammelt, ausgewachsene Tiere ihres Panzers wegen gejagt. Und an vielen Stränden liegen heute Touristen statt Schildkröteneier!

Aber selbst, wenn kleine Schildkröten es schaffen, aus den Eiern zu schlüpfen: Nur wenige entwischen auch den Seevögeln an Land und erreichen das Meer. Dort lauern dann hungrige Fische im Wasser. Hinzu kommt der Mensch: Immer mehr Tiere verenden in den Netzen der kommerziellen Langleinen-Fischerei. Nicht zuletzt können viele Meeresschildkröten den im Meer umher treibenden Kunststoffmüll nicht von Futter unterscheiden und ersticken qualvoll an unverdaulichen Plastikstücken. Dagegen geht der WWF vor und hat bereits zahlreiche Projekte zum Schutz der Meeresschildkröten ins Leben gerufen. An vielen Niststränden wie in Brasilien, der Türkei oder auf den Kapverdischen Inseln wurden Schutzgebiete eingerichtet. Außerdem setzt sich der WWF für schildkrötenfreundliche Fangmethoden ein - wie beispielsweise spezielle Angelhaken für Fische, an denen Schildkröten nicht mehr hängen bleiben können. Der WWF kümmert sich auch darum, dass nicht mit irgendwelchem Schnickschnack aus Schildkrötenpanzern Geld verdient wird. Zur Erforschung ihrer Wanderwege hat der WWF Lederschildkröten an der südamerikanischen Atlantikküste Sender angelegt. Deren Radiosignale wurden von Satelliten aufgefangen. Jetzt weiß man ungefähr, wo diese Meeresschildkröten entlang ziehen und kann sie dort besser schützen. Außerdem werden alle sieben Arten von Meeresschildkröten zum einen durch innerstaatliche Gesetze sowie durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) streng geschützt.

Wale:

Mehr Schutz für Meeresriesen
© Natalie Bowes / WWF Canada

Wale sind majestätische und anmutige Wesen. Über Jahrhunderte hinweg wurden sie gejagt, galten als Monster und Ungeheuer. Heute weiß man: Wale sind sehr soziale Tiere und intelligent. Sie sind die am stärksten an das Leben im Wasser angepassten Säugetiere. Sie besitzen eine dicke, wärme-dämmende Speckschicht, den so genannten Blubber, der auch als Nahrungsspeicher dient. Insgesamt durchqueren 86 Walarten die Ozeane! Zum Atmen kommen die Meeresriesen an die Wasseroberfläche.

Die meisten Wale stehen seit mehr als 25 Jahren weltweit unter strengem Schutz. Das bedeutet: Sie dürfen nicht mehr gejagt werden. Weil der WWF und viele andere Naturschützer bei Politikern nicht locker ließen. Die Bestände vieler Walarten erholen sich seitdem wieder. Doch noch immer gibt es Länder wie Norwegen, Island und Japan, die weiter aus "wissenschaftlichen Gründen", wie sie behaupten, einige Walarten jagen. Außerdem verheddern sich Wale immer öfter in riesigen Fischernetzen, aus denen sie oft nur noch tot geborgen werden können. Damit nicht genug: Manche Arten vertragen die Chemikalien nicht, die wir Menschen immer noch gedankenlos ins Meer pumpen. Oder den Lärm, den Bohrinseln und Schiffe verursachen. Auch der Klimawandel bedroht die Meeressäuger. Es gibt deshalb noch viel zu tun für uns, um die Wale noch besser vor alten und neuen Gefahren zu schützen.

Um die Wale zu schützen ist der WWF in vielen Projekten aktiv, betreibt Forschung und fördert touristische Walbeobachtung - eine wirtschaftlich lohnende Alternative zur Jagd. Außerdem war der WWF an der Ausweisung großer Schutzgebiete wie in der Antarktis sowie im nördlichen Mittelmeer beteiligt. Es konnten außerdem Polen, Schweden und Dänemark verpflichtet werden, weitere Gebiete zum Schutz des Schweinswals auszuweisen. Außerdem wird gerade für ein neues Schutzgebiet auf Hoher See im Nordostatlantik gekämpft.

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