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den Wellen


Zeugen der illegalen Fischerei


von Franzi
10.04.2013
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Unsere Weltmeere sind riesig und keiner kann überall zur gleichen Zeit sein. Von daher war es bis jetzt relativ einfach, illegalen Fischfang zu verschleiern und in Schutzgebieten zu fischen, ohne dass es je jemand mitgekriegt hätte. Doch das ist nun vorbei!

Der WWF hat in Zusammenarbeit mit dem Münchener Technologie-Dienstleister „navama“ ein Satellitenprogramm entwickelt, welches die genauen Routen von großen Fischereischiffen aufzeichnet.

"Dieses Instrument bedeutet einen Quantensprung für den Naturschutz, vergleichbar mit der Erfindung der Dampfmaschine in der industriellen Revolution", erklärt Alfred Schumm, Leiter des Globalen Fischereiprogramms des WWF. Eine gute Kontrolle ist der Schlüssel um in Zukunft effektiv gegen die weltweite Überfischung vorzugehen.

Das Prinzip des neuen Programms ist einfach: jedes größere, kommerziell genutzte Schiff (in Europa momentan ab einer Länge von 24 Metern) ist mit einem sogenannten Anti-Kollisionssystem „Automatic Identification System“ - kurz AIS - ausgestattet. Aus Sicherheitsgründen wird es auf hoher See genutzt, um Daten über das Schiff und seine Position via Satellit zu erhalten. Die neu entwickelte Software von navama ermöglicht es dem WWF nun, auch die genaue Route und Geschwindigkeit des Schiffes nachzuvollziehen. Daraus lässt sich ein Bewegungsmuster erstellen, mit welchem auf etwaige illegalen Aktivitäten geschlossen werden kann.

Fährt ein Schiff zum Beispiel mit mehr als zehn Knoten geradlinig, so fährt es durch ein Gebiet hindurch. Wird es aufeinmal langsamer und fährt ein Zickzack Muster, ist das ein Indikator für einen Trawler, der ein Netz hinter sich her zieht. Fährt das Schiff nun sehr langsam, fischt es möglicherweise mit einem Bodenschleppnetz. Auch der Thunfischfang geht mit einem ganz bestimmten Muster einher.

Ebenfalls verdächtig ist es natürlich, wenn das Signal für eine bestimmte Zeit aussetzt und dann wieder einsetzt. Dies deutet dann darauf hin, dass das AIS, um unerkannt zu bleiben, für kurze Zeit ausgeschaltet wurde.

Auch Schiffe die sich auf See treffen sind verdächtig, da sie möglicherweise Fisch umladen. Um die Herkunft von dem Fisch zu verschleiern oder Quoten zu umgehen, wird dieses sogenannte "Transshipment" immer häufiger genutzt.

Dank der neuen Technologie können nun insbesonder Schutzgebiete und Gebiete mit bestimmten Schonzeiten deutlich besser überwacht werden.
Diese ganzen Muster sind natürlich noch keine Beweise, aber immerhin Hinweise, nach denen dann gezielt ermittelt werden kann.

Der WWF will damit aber keinesfalls als „Meerespolizei“ auftreten, um die Fischer zu überwachen. Aber umso mehr Transparenz geschaffen wird, desto besser werden die Fischbestände geschützt.

So können die Politik und die Verbraucher besser informiert werden und letztendlich - so die Hoffnung - auch die Fischindustrie selbst zu nachhaltigen Fischereimethoden gebracht werden.

Der WWF arbeitet nun noch an einer Ausweitung des AIS-Systems, sodass auch kleinere, kommerziell genutzte Fischerboote erfasst werden.

"Für einen glaubwürdigen Kurswechsel zu nachhaltiger Fischerei muss die EU auch daran arbeiten, dass ihre Regeln eingehalten werden", fordert Schumm. "Ein großer Schritt wäre, wenn die satellitengestützte Rückverfolgbarkeit für die gesamte EU-Flotte und alle Schiffe, die europäische Häfen anlaufen, zur Pflicht gemacht wird."

 

Quellen:

http://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/fischerei/satellitentechnik-gegen-illegale-und-unregulierte-fischerei/

Satelittenfoto: © Google Earth

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Kommentare (9)
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Sortieren nach Aktualität:
08.05.2013
lotte98 hat geschrieben:
wird echt zeit dass etwas passiert! ich hoffe die überwachung bringt etwas...
16.04.2013
AliceimWunderland hat geschrieben:
Klingt echt nach einem Quantensprung wenn es sinnvoll genutzt wird, sprich das die Information auch an diejenigen weitergeleitet werden, die Sanktionen verhängen können.
Ich denke auch, dass es erstmal helfen wird, da man die Technik aus eigenen Sicherheitsgründen braucht, aber irgentwann wird es bestimmt einen Erfindung geben mit der man das AIS austricksen kann.
15.04.2013
Helen1698 hat geschrieben:
Ich hoffe, das bringt was! Ich seh's genauso wie Urmeli: diese Überwachung schüchtert glaube ich auch ganz schön ein!
11.04.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Ein guter Schritt in die richtige Richtung!

Der WWF selbst kann auch keine Strafen oder Sanktionen aussprechen - wäre allerdings ne super Idee für die Zukunft ;)
Aber für die Beweiskette sind solche Informationen wirklich sehr sehr hilfreich und können dann an die Behörden weitergegeben werden, die ermitteln dürfen und können.

Und jemand der weiß, dass er beobachtet wird, wird sich zwei Mal überlegen Mist zu bauen.
10.04.2013
Franzi hat geschrieben:
@Melbelle: Ja, aber genau dafür sollen die Informationen genutzt werden! Du hast natürlich Recht, nur überwachen bringt erstmal gar nichts, aber man kann auch niemanden bestrafen wenn man überhaupt keine Hinweise hat, dass er etwas illegales tut! Wird nun also ein Schiff per Satellit bei einem auffälligen Fahrverhalten beobachtet kann der WWF vermuten dass etwas nicht richtig läuft und dieses Schiff dann gezielt kontrollieren.
10.04.2013
Nick97 hat geschrieben:
Man muss den illegalen fischern mit strafen das handwerk legen und die bosse sollten es nicht auf ihre "kleinen" angestelleten abwälzen dürfen, denn die führen meist nur befehle von oben aus. Die chefs müssen also die konsequenzen als stärkstes abbekommen
10.04.2013
Makanie hat geschrieben:
Man sollte so was gesetzlich verbieten, mit richtig hohen Geldstrafen zum Beispiel, manche scheinen es anders ja nicht zu verstehen, wenn überhaupt....
10.04.2013
LSternus hat geschrieben:
Es wurde auch Zeit, dass man die Weltmeere überwachen kann.
10.04.2013
Melbelle hat geschrieben:
So wie ich das verstanden habe, werden die Fischer nur überwacht und es greift trotzdem niemand ein. Wenn das wirklich so ist, glaube ich nicht, dass es etwas ändern wird, auch wenn Politiker und andere Leute dann genauere zahlen kennen. Die meisten wissen so schon eine Menge und mit genaueren Informationen wird man meiner Meinung nach nicht viel mehr Menschen erreichen. Diese Fischer werden sich wegen ein wenig Transparenz nicht zurückziehen. Ich denke diese neue Methode bewirkt nur etwas wenn man die Informationen auch nutzt um einzugreifen und die Fischer wegen der illegalen Fischerei anklagt.
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