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WWF-Expedition: Taucher suchen nach Geisternetzen


von Marcel
08.04.2014
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Geisternetze sind herrenlose Fischernetze, die tonnenweise durch unsere Meere treiben und noch jahrelang ohne Kontrolle weiter fischen. In der Ostsee will der WWF nun etwa sechs Tonnen Geisternetze bergen – von Schiffswracks, in denen sie sich besonders oft verfangen. Im März 2014 haben Taucher des WWF zunächst eine Woche lang die Wracks in der Ostsee abgesucht, um herauszufinden, wie viele Tiere hier verendet sind und welche Netze durch den WWF geborgen werden sollen.

Der WWF-Taucher auf diesem Foto hat ein besonders gefährliches Netz entdeckt: Es hängt oben noch an seiner alten Auftriebsboje und steht dadurch wie eine Falle senkrecht im Wasser.

Alarmierend: Die Taucher haben selbst in Schleppnetzen, die eigentlich nur dann fangen, wenn sie aktiv durch das Meer gezogen werden, verfangene tote Fische gefunden.

Manche Netze an den Wracks sind komplett von Muscheln überwachsen, so dass man sie kaum noch erkennen kann. Diese Netze lassen sich kaum bergen, sind aber auch keine große Gefahr mehr. Die Taucher haben bei ihrer Expedition aber auch viele Netze völlig ohne Bewuchs gefunden, was wohl an der Imprägnierung und dem Alter der Netze liegt.

Oft sind diese Geisternetze stark in den Wracks verheddert. Das Problem: Einige alte Schiffswracks stehen unter Denkmalschutz und dürfen nicht beschädigt werden. Die Bergung durch den WWF muss sich deshalb auf jüngere Wracks beschränken.

Bodenlebende Fische wie Seeskorpione oder Dorsche sind durch die Geisternetze an den Wracks in der Ostsee besonders gefährdet. Sie suchen am Boden nach Nahrung und können dabei in die Netze schwimmen und sich verheddern.

Die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde, der Salzgehalt des Wassers variiert stark. Das führt dazu, dass Fischarten wie Dorsch und Hering vorkommen, aber auch typische Süßwasserfische wie Barsche und Hechte. Eine große biologische Vielfalt kennzeichnet das relativ kleine und flache Meer, das aber auch mit großen Umweltproblemen kämpft. Die hier abgebildete Ohrenqualle (Aurelia aurita) ist in der Ostsee in großen Mengen zu finden. Quallen gehören zu den Gewinnern der Überfischung und der Überdüngung der Meere. Ihre Biomasse nimmt in den meisten Meeren stark zu Die Ohrenqualle ist übrigens für den Menschen harmlos.

Auf diesem Bild wird ganz deutlich, wie viele Netze sich an einem Wrack verfangen. Manche Ostsee-Wracks sind völlig von Geisternetzen bedeckt. Weltweit besteht fast ein Zehntel des Meeresmülls aus verloren gegangenen und weggeworfenen Fischernetzen.

Geisternetze sind eine tödliche Falle für viele Meeressäuger, Seevögel und Fische. Ihre haltbaren Kunststoffmaterialien zersetzen sich erst nach Jahrzehnten.

Wir brauchen eure Unterstützung! Zum Bewispiel mit einer Mitgliedschaft. Eure regelmäßige Spende hilft uns, die Geisternetze aus der Ostsee zu bergen!

Fotos © Philipp Kanstinger / WWF

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Kommentare (10)
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13.04.2014
gelöschter User hat geschrieben:
Davon wusste ich noch überhaupt nichts.
Ich hätte auch gar nicht gedacht, dass so etwas passiert und
finde es sehr traurig.
Manche Fischer sind schon echt verantwortungslos!
Vielen dank aber - Für den tollen Bericht.
Ich liebe es wenn die Leute viele Bilder in ihre Texte einfügen... :)
09.04.2014
Kerstin hat geschrieben:
Davon hab ich noch nie gehört, aber es ist wirklich schrecklich. Diese Fische können nicht noch mehr Bedrohungen gebrauchen!
09.04.2014
LilianA hat geschrieben:
Für mich war es auch neu das zu erfahren und es ist echt furchtbar! Gut, dass sich die Taucher darum kümmern! Ist ja wirklich kein Zustand. Die Tiere dort sind schon genug gefährdet durch menschliches Eingreifen.
09.04.2014
gelöschter User hat geschrieben:
Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum man Schiffwracks unter Denkmalschutz stellt. Wofür?
Haben diese Schiffe irgendwie zur Gesichte beigetragen? Die wenigsten wissen doch gar nicht, dass es sie überhaupt gibt.
Für mich persönlich zählt der Schutz der Meere inkl. Bewohner mehr als ein Schiffswracks - das ja eh schon hinüber ist. Sonst würde es nicht auf dem Meeresboden verrotten.
08.04.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Ich wusste gar nicht, dass so etwas passieren kann. Das ist echt erschreckend.
08.04.2014
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Schiffwracks unter Denkmalschutz...ach du je. Wer kann die denn da unten überhaupt angucken? Ist das nicht übertrieben angesichts der Gefahr, die sie darstellen?
08.04.2014
Luke24 hat geschrieben:
Die Bilder sind sehr gut geworden.
Von Geisternetzen hatte ich noch nie was gehört.
Danke für die Infos.
08.04.2014
Carinaa hat geschrieben:
Toller Bericht!
Ich wusste gar nicht, dass es so viele Netze gibt! Eine gute Idee, diese Netze zu bergen :)
08.04.2014
RichardParker hat geschrieben:
Das ist echt grausam und gefährlich! :o Danke für den informierenden Bericht! :)
08.04.2014
Helen98 hat geschrieben:
Erschrenkend, was so ein verlorengegangenes Netz so alles anrichten kann. Aber cool, dass ich solche Aktionen habt und die Netzte (teilweise) entfernt
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