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den Wellen


Wird der Walfang wieder erlaubt?


von Marcel
18.06.2010
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Nächste Woche wird's ernst: Vom 21. bis 25. Juni trifft sich die Internationale Walfang-Kommission (IWC) in Marokko zur 62. Jahrestagung. The same procedure as every year? Diesmal nicht: Auf der diesjährigen Plenarsitzung der IWC soll auch über einen neuen Kompromissvorschlag zum Walfang abgestimmt werden.

Der Vorschlag würde nach fast 25 Jahren erstmals wieder kommerziellen Walfang erlauben! Das Planungspapier sieht außerdem Fangquoten für Walarten vor, die auf der Liste der Weltnaturschutzunion IUCN für gefährdete Arten stehen. Das geht gar nicht! Die Annahme dieses Vorschlages wäre ein Rückschritt für den Schutz der Wale.

Der Kompromissvorschlag hat zum Ziel, das lähmende Patt zwischen Walfangnationen und Walfanggegnern aufzulösen und die IWC wieder zu einem handlungsfähigen Gremium zum Schutz der Wale zu machen. Denn einige wenige Länder nutzen nach wie vor ein juristisches Schlupfloch und töten Großwale aus angeblich wissenschaftlichen Gründen oder haben ganz offen Einspruch gegen das Verbot eingelegt.

In den letzten Jahren konnte die IWC daher nicht effektiv am Schutz der Wale arbeiten, obwohl in dem Gremium bislang die Walfanggegner noch eine geringe Mehrheit gegenüber den Walfangbefürwortern haben. Der WWF begrüßt deshalb den Versuch, die festgefahrenen Strukturen zu lösen und jeglichen Walfang der Kontrolle der IWC zu unterstellen.

Doch Walfang in Schutzgebieten und jede Jagd auf bedrohte Walarten - wie im derzeitigen Kompromiss vorgesehen - lehnt der WWF ab! Zudem müssten nach Auffassung der Umweltstiftung Fangquoten ausschließlich nach wissenschaftlichen Kriterien festgelegt werden. Weitere WWF-Forderungen sind ein Verbot des internationalen Handels mit Walprodukten sowie des wissenschaftlichen Walfangs.

Damit der Kompromiss keine Verschlimmbesserung wird, hat der WWF mit anderen Umweltverbänden ein Papier mit fundamentalen Forderungen veröffentlicht, die jeder Kompromissvorschlag enthalten müsste. Die Positionen des WWF findest du hier zusammengefasst.

Der WWF wird auf der IWC-Konferenz in Marokko außerdem einen Report zur Bedeutung des Walschutzgebietes im Südpolarmeer veröffentlichen. Weitere für den WWF wichtige Themen sind unter anderem auch die Veränderung der Lebensräume der Wale durch den Klimawandel und der notwendige Schutz für viele bedrohte Kleinwalarten.

Was sind eigentlich die Aufgaben der IWC? Die International Convention on the Regulation of Whaling (ICRW) ist eines der ältesten internationalen Umweltabkommen und wurde 1946 gegründet. Die Internationale Walfangkommission (International Whaling Commission, IWC) ist ihr ausführendes Organ.

Die IWC hatte ursprünglich die Aufgabe, das Management der Großwalbestände weltweit zu regeln. Mittlerweile sind zahlreiche weitere Aufgaben wie der Schutz bedrohter Delfin- und Tümmlerbestände hinzugekommen. Andere Einflüsse wie der Beifang von Walarten, also das Ertrinken der Wale in Fischernetzen, sind für viele der gefährdeten Groß- und Kleinwalarten inzwischen weitaus bedrohlicher als die direkte Jagd auf sie.

Einmal jährlich tagt die IWC in einem ihrer mittlerweile 88 Mitgliedstaaten, um über das Schicksal der Wale zu entscheiden. Auf Grund der starken Bejagung in der Vergangenheit und damit der drastischen Dezimierung vieler Walbestände wurde 1982 ein Walfangmoratorium auf Großwale verabschiedet, was 1986 in Kraft trat. Mit diesem Verbot kam der kommerzielle Walfang zum Erliegen.

Derzeit sind nur noch drei Länder der Nordhalbkugel am kommerziellen Fang von Großwalarten interessiert: Japan, Norwegen und Island. Zahlreiche vor allem sich entwickelnde Länder unterstützen die Position der Walfangländer, ohne jedoch echtes Interesse am Walfang zu haben.

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Kommentare (6)
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22.06.2010
Marcel hat geschrieben:
@Hanna: Ja, leider ist es so, dass die Verhandlungen zum Walfang durch nationale Interessen verzerrt werden und die Stimmen mancher kleinen Entwicklungsländer mit Entwicklungshilfe eingekauft werden. Diese geben dann in der IWC offen und kontinuierlich ihre Stimme für die Interessen der Walfangnationen. Japanische Regierungsvertreter haben öffentlich zugeben, dass Japan mit Hilfsprogrammen bei Entwicklungsländern auf Stimmenfang geht. Auch werden skurrile Argumente vorgebracht, um wackelige Entwicklungsländer zu überzeugen - z.B. die Wale würden den Fischern ihre Beute wegfressen. Der WWF legte jedoch bereits gemeinsam mit der Human Society International (HSI) und dem Lenfest Ocean Programme drei Berichte vor, aus denen hervorgeht, dass Wale nichts mit dem globalen Rückgang von Fischbeständen zu tun haben. Darin werden die Behauptungen von Walfangnationen, Wale seien für den Rückgang der Fischbestände in Entwicklungsländern verantwortlich, widerlegt. ?Die Argumente, mit denen Japan, Norwegen und Island ihre scheinheilige Haltung rechtfertigen wollen, werden immer skurriler?, sagte dazu WWF-Meeresexperte Georg Scattolin. ?Nicht die Wale sind schuld am Rückgang der Fischfauna, sondern die rücksichtslose Ausbeutung unserer Meere durch die Fangflotten der internationalen Fischerei-Industrie!?, so der Autor der Studie, Dr. Daniel Pauly, Direktor des University of British Columbia Fisheries Centre.
22.06.2010
HannaS hat geschrieben:
Den letzten Satz verstehe ich nicht ganz - aus welchen Gründen unterstützen denn viele Länder den Walfang? Für mich klingt das unlogisch... Bekommen sie dafür Geld?
20.06.2010
nera8 hat geschrieben:
Die Wale sind nach wie vor gefährdet, da kann man überhaupt darüber nachdenken, die Gesetze zu lockern. Schlimm genug, dass einige Länder die Gesetzeslücken ausnutzen, da sollte man es ihnen nicht noch einfacher machen!
18.06.2010
Anni09 hat geschrieben:
Das ist doch alles ein Witz! Walfang ist seit 25 Jahren verboten und jetzt soll darüber diskutiert werden ob Walfang wieder erlaubt werden soll? Der Gedanke, dass der Walfang wieder legal wird ist schon schwachsinnig.

Ich finde es allerding in Ordnung wenn beispielsweise die Inuit Wale jagen, aber das gefährdet ja auch nicht den Bestand.
18.06.2010
Janine hat geschrieben:
Auf dieser Seite findet ihr eine Petition, die ihr unterschreiben könnt. Bis zum Stichtag sollen 1 Mío. Unterschriften zusammen kommen.
https://secure.avaaz.org/de/whales_last_push/?cl=621350020&v=6656
18.06.2010
midori hat geschrieben:
Man hat es bei dem Film "Die Bucht" hervorragend gesehen. Die Walfangländer wie Japan kaufen quasi die Meeresgebiete um die kleinen Inseln herum auf und jagen dort. Die kleinen Inseln stimmen zu, weil sie sich das Geld nicht entgehen lassen wollen.. bis sie irgendwann begreifen, was vor ihren Haustüren passiert und die einheimischen Fischer plötzlich keinen Fang mehr im Netz haben. Die Fischer kriegen das Geld von Japan nämlich nicht. Das behält die Regierung...

Die Menschen verstehen einfach nicht, was los ist.
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