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Wie die EU aus Fischern Piraten macht


von Carina
13.09.2010
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Sie kommen aus Europa und nehmen Afrika alles weg, was in der vorgeschriebenen Maschengröße ihrer Netze hängen bleibt: Thunfisch, Heringe, Sardinen und Shrimps. Rund 500 der 700 weltweit operierenden Fischtrawler aus der EU holen aus den Meeren rund um Afrika heraus, was die Laderäume aushalten – bis zu zweihunderttausend Kilo Frischfisch pro Tag.

160 Millionen Euro zahlt Brüssel dafür den 15 Partner-Staaten des Schwarzen Kontinents. Doch ein Gutachten des Juristischen Dienstes im Europäischen Parlament fällte vor einigen Wochen ein vernichtendes Urteil: Dieser Handel ist illegal. Mehr noch: Das Geld, das eigentlich als Entschädigung für die Fischer gedacht ist, finanziert Diktaturen. Das aller meiste geht an den Menschen vorbei. Die Kommission zog bereits Konsequenzen: Es gebe Überkapazitäten und eine „dramatische Überfischung“. Das Ergebnis sei ein „Teufelskreis“.

In wenigen Wochen müssen sich die Experten aus den nationalen Ministerien deshalb zusammensetzen, um mit einer Reform zu beginnen, von der niemand weiß, wie sie aussehen soll. Sicher ist nur: Wenn 2011 die derzeitigen Fischereiabkommen auslaufen, braucht Europa ein völlig neues Konzept in der „nachhaltigen Bewirtschaftung der Weltmeere“. Vor allem im Europäischen Parlament formiert sich wachsender Widerstand gegen die derzeitige Praxis. Nach dem Lissabonner Vertrag werden die Abgeordneten erstmals bei der Fischereipolitik ein Wörtchen mitzureden haben, die eigentlich längst keine Frage allein der Agrarministerien sein dürfte. „Wir erleben massive soziale und gesellschaftliche sowie politische Verschiebungen innerhalb Afrikas, weil die europäischen Fischern den Einheimischen die Jobs wegnehmen“, sagt ein Abgeordneter.

So hat sich jetzt zum Beispiel herausgestellt, dass das „partnerschaftliche Fischereiabkommen“ mit Marokko völkerrechtswidrig ist, weil der afrikanische Staat auch für die Westsahara unterschrieben hat, die gar nicht zu seinem Hoheitsgebiet gehört. Die dortige Bevölkerung profitiert nämlich kein bisschen von den jährlich 36,1 Millionen Euro, mit denen Brüssel das Leerfischen der Küstengewässer durch 119 europäische Schiffe bezahlt.

In Somalia wurde die einheimische Ficherei-Industrie sogar nahezu zum Erliegen gebracht. Einige der Betroffenen verlegten sich daraufhin auf die offene Piraterie. Vor der Küste des Senegal dringen die europäischen, japanischen und amerikanischen Fischfabrik-Schiffe sogar in die Zwölf-Meilen-Zone ein, die laut internationalen Verträgen allein den heimischen Fischern vorbehalten ist. Mit fatalen Folgen: 15 Prozent aller Arbeitsplätze der Senegalesen sind gefährdet.

Karoline Schacht, Fischereiexpertin der Umweltorganisation WWF, sieht bereits in einigen afrikanischen Regionen „Nahrungsmittel-Engpässe, weil der Fisch fehlt“.
Das Europas Fischer überhaupt den langen Weg bis nach Afrika antreten, hat mit der Überfischung von Nordsee und Mittelmeer zu tun. Ende des vergangenen Jahres sperrte Brüssel erstmals Teile der europäischen Fanggebiete, weil unter anderem der Kabeljau knapp wurde.

Die Situation ist also nicht nur für die Afrika und die Weltmeere, sondern auch für einige Mitgliedsstaaten der EU eine Katastrophe. In Spanien zum Beispiel werden 1,8 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr mit Fischen gemacht. Die nun anstehende Reform ist deshalb schon wieder umstritten. In Madrid denkt man an handelbare Fangquoten. Das bedeutet, dass jedes Land eine bestimmte Anzahl an Fischen fangen darf. Schöpft man die Mengen nicht voll aus, kann man sie an ein anderes Land verkaufen. Doch im Moment will Berlin davon noch nichts wissen.
 

Foto:
© WWF

Quelle:
Aachener Zeitung

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Kommentare (3)
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15.09.2010
Taki hat geschrieben:
@ aMCk Hast Du noch nicht in den Nachrichten gehört wieviel Geld an Die Piraten gezahlt wird um Das Schiff und Die Besatung frei zu Bekommen. Das sind einige Milionen für das Schiff und nochmal einige Milionen Pro Besatzungsmitglied. Zusetzlich bemächtigen sich Die Piraten noch die Fracht der Schiffe. Also bekommen die armen Fischer doch Milionen für ein paar minuten Piraterie. Ist doch eine gute Einnahmequelle Ohne Risiko für die Piraten.
14.09.2010
Morgan hat geschrieben:
Entwicklungsland...wer ist hier unterentwickelt?Die EU natürlich!...
14.09.2010
Taki hat geschrieben:
Ach so Die EU zahlt Schutzgeld demit die Piraten Schiffe aus der EU nacht angreifen. Darf denn eine Regierung Erpressbar sein. Zumal mir ja schon oft aufgefallen ist das sich die Deutesch Marine immer sehr Piratenfreundlich verhält. Naja als Prirat hat man halt mit einem Schiff das geentert und gekarpert wird für sein Leben lang ausgesorgt. Denn Die Piraten bekommen ja von den Versicherungen der Reedereien Milionen Kaperged für die Besatzung und Schiffe bezahlt. Ja ein Neuer Berufszweig mit Milionen verdienst in der Freizeit ist entstanden. ich finde die Fregatten sollten ihre Gatling benutzen um der Piraterie ein einde zu setzen. Spart eine Menge Geld der EU. Nur der Kapiten und Gott sind Zeuge auf hoher See.
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