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Lausche


den Wellen


Wenn die Zeit für einen Moment still steht


von TaraWon
15.11.2015
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Meine Mutter und ihre Freundinnen liefen vor mir und unterhielten sich fröhlich.
Ich war sauer! Auf meine Mutter und irgendwie auch auf ihre drei Freundinnen. Es schien als wäre es ihnen, egal ob ich freiwillig mit kam oder ob sie mich zwingen mussten.
Ich hatte mich schon den ganzen Urlaub auf diesen Tag gefreut.
Es war warm keine Wolke und die Wellen sollten perfekt sein. Ich hätte den ganzen Tag gesurft und ich war mir sicher, es wäre der perfekte und beste Tag meines Lebens geworden
Aber nein, meine Mutter wollte sich mal das Meer von innen betrachten und hatte mir gesagt, sie würde mich erst wieder aufs Surfbord lassen, wenn ich wüsste, auf was ich da surfte.
Allerdings war ich mir dem ziemlich bewusst.
Wir Surfer standen zwar oft alleine auf dem Wasser, doch unter uns spielte sich eine ganz andere Welt ab.
Vor allem hier in Australien.
Hier gab es große Fische, kleine Fische, Riesensepien, winzige Garnelen, Korallenriffe und so viel mehr und dann gab es hier aber auch die Haie und natürlich auch den weißen Hai.
Doch dieses Tier dürfen Surfer nicht fürchten, sondern sie müssen es respektieren.
Mir war bewusst, dass ich von unten sehr leicht mit einer Schildkröte oder anderem aussah, mit meinem Surfboard und den Armen, die paddelten.
Doch das hielt mich davon ab das zu tun was ich liebte. Statistisch gesehen gibt es 60 Angriffe pro Jahr von einem Hai auf einen Menschen, von denen nur 4 tödlich verlaufen. Von den 60 Angriffen betreffen 6% Unterwasserjäger, 40% Badende und 54% Surfer.
Das sind nicht sonderlich viele.
Trotz alldem liefen wir gerade auf eine Holzhütte zu mit der Aufschrift „ Let´s go diving“ zu.
„Der Name ist ja sehr kreativ, richtig ausgefallen!“sagte ich genervt.
„Man kann es wenigstens nicht verwechseln!“, sagte meine Mutter und schaute mich mit ihrem „jetzt versau uns das nicht“ Blick warnend an aber ich ignorierte ihn komplett.
Wer versaute denn mir den Tag gerade?
Doch ich reißte mich zusammen und folgte den 4 Frauen.
Wir wurden von einem Mann  Mitte 50 empfangen der unsere Namen und unsere Taucherscheine entgegen nahm.
Meine Mutter bezahlte.
„ Laidys, please follow me.“ sagte er mit einem sehr starken Akzent. Wir folgten ihm in einem Raum, der überfüllt mit Neoprenanzügen und anderem Tauchzeug war.
„ Waht for a size do you need?“ fragte der Mann, aber meine Mutter schaute ihn nur ratlos an. Dann sah sie ihre Freundinnen und dann mich an und flüsterte:“Was hat er gesagt, dieser Akzent ist ja schrecklich?“
„Er will die Größe für den Neoprenanzug wissen, Mum!“
„Oh!“, murmelte sie und dreht sich wieder um.
Nachdem wir voll ausgestattet waren wurden wir zu einer Gruppe von anderen Tauchertouristen geführt. Sie waren alle über 40.
„Super!“, dachte ich und seufzte.
Mit einem Boot wurden wir aufs offene Meer gebracht. Hier sollte es viele Corallenriffe geben.
Und ein Sammelplatz für Dugongs sein. Doch in der Nähe sollte es auch ein 200 Meter tiefe Schlucht geben, von der ab uns zu ein Hai hochkam.
Deshalb sollte man immer auf die Zeichen der Tauchführer achten.
Nach einer kurzen Ansprache durften wir ins Wasser.
Es gab wirklich viel zu sehen und langsam fand ich sogar gefallen am Tauchen.
Überall waren Fische und nach kurzer Zeit konnten wir auch mit ein Paar Dugongs schwimmen.
Ich folgte einer Dugong Mama und ihrem Kind ein kurzes Stück, und als ich mich umdrehte, sah ich nicht mehr meine TruppeIch merkte wie Panik in mir aufstieg, doch dann bemerkte ich, dass die Dugongs beim Seegras essen, den Sand aufgewühlt hatten.
Ich folgte den Spuren und schwamm um ein Korallenriff.
Doch dort war keine Tauchergruppe oder wenigstens nur ein Taucher.
Nein!
7 Meter vor mir war ein Hai. Um genau zu sein ein weißer Hai und was für einer.
Er war mindestens 6 Meter lang und hatte tiefe Narben überall verteilt.
Wahrscheinlich war es ein Weibchen aber da war ich mir nicht sicher.
Männchen fügen Weibchen beim Geschlechtsverkehr tiefe Bisswunden zu und das würde für die Narben sprechen.
Ich war wie gelähmt und das Einzige was mir durch den Kopf ging war ob es ein Männchen oder Weibchen war und wie ich das erkennen könnte?
Da hier in der Nähe kein Superheld war oder einer der Taucherführer, der mich retten würde, da meine Gruppe wahrscheinlich sich schon legst aufs Boot gerettet hatte.
Versuchte ich mich zu beruhigen.
Ich bin ein Surfer und wir haben keine Angst vor Haien, wir respektieren sie.
Die Statistiken der Todesfälle bei einem Treffen von Mensch und Hai viel mir wieder ein und ganz langsam beruhigte mein Körper und Herz sich und ich strafte mich, so gut das halt im Wasser möglich ist.
Der Hai bewegte sich nicht. Er schaute mich an und ich schaute ihn an.
Ich beobachtete alle Bewegungen des Haies genau.
Plötzlich richtete der Hai seine Brustflossen von der Horizontalen in die Vertikale.
Mir traf diese Bedeutung wie ein Schlag mitten ins Gesicht.
Angriff, diese Bewegung bedeutete Angriff!
Ich bewegte mich nicht, als der Hai auf mich zuschoss.
Flüchten war unmöglich. Haie verfolgen zwar nicht ihre Beute, aber so langsam wie ich tauchte konnte man das auch schlecht verfolgen nennen.
Ein Seufzer der Verzweiflung entglitt mir.
Es war so weit ich würde eine der 4 Toten sein.
Als er fast bei mir war schloss ich die Augen und wartete auf mein Schicksal, aber... nichts!
Ich blinzelte aber da war auch kein Hai mehr.
Ich riss die Augen auf und dann schoss mir eine Frage durch den Kopf: „Superheld oder Taucher?“
Ich blickte mich um, gefasst auf alles. Doch hinter mir war weder ein Superheld, ein Taucher oder noch ein weißer Hai.
Dafür, wie mir schnell bewusst wurde, war jetzt über mir ein weißer Hai.
Allerdings quicklebendig. Ich sah seinen Respekt einflößenden Bauch und sein Hals wirkte in dieser Position viel breiter und majestätischer.
Dann kam er zurück und mustert mich mit einem schwarzen Auge.
Ich musterte ihn und sah das seine Brustflossen von der Vertikalen in die Horizontalen gewechselt hatten und war so erleichtert wie noch nie.
Der Hai hatte sich beruhigt.
Vor Erleichterung sackte ich etwas ab und berührte fast den Meeresboden.
Nachdem der Hai mich noch kurz beäugt hatte, schwamm er einfach an mir vorbei.
Ich sah ihm hinterher und na ja ich winkte.
Als ich ihn nicht mehr sah, schwamm ich weiter und irgendwie fand ich das Boot. Ich war mir sicher, ich würde später mal meinen Kindern erzählen, dass ich schon mal einem Weißen Hai gewunken hatte.
 
 
Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass viel mehr Haie sterben als Menschen, die von Haien getötet werden.
Außerdem gibt es für den Hai genügend Gründe uns nicht als Beute zu sehen.
Wenn ein ausgewachsener Mensch taucht, misst er ca. 2,5 Meter.  Außerdem trägt er einen Neoprenanzug und Plastik Flossen.
So ein Meereslebewesen ist den Hai nicht bekannt.
Dazu muss man sagen, dass ein Hai kein Gehirn hat, was Strategisch denkt, sondern nur mit dem arbeitet, was er kennt.
Da er uns nicht identifizieren kann, sieht er uns als ein Konkurrent.
Ein solcher Angriff, wie in der Geschichte oben ist zum Einschüchtern. Da das Mädchen nicht fliehen wollte, sondern standgehalten hat, wusste der Hai, dass sie ein ebenbürtiger Gegner ist, und hat sie akzeptiert. Dadurch, dass der Hai ihr seinen Bauch gezeigt hat und seinen Hals zur Geltung gebracht hat will er zeigen wie stark er ist..
Trotzdem Akzeptiert er sie in seinem Revier.
Der Hai ernährt sich von Aas und verletzten Tieren, sowie auch von lebenden Tieren, den Geruch von Blut kann er schon aus weiter Ferne wahrnehmen.
Der Hai und vor allem den weißen Hai finde ich persönlich sehr Interessant.
Das schlechte Image ist der Grund wieso es immer weniger Haie auf der Welt gibt und das ist sehr schade.
Das muss unbedingt gestoppt werden.

Ihr kenn auch diesen Text schon? :D gleicher Grund wie bei meinem Text "Wellentänzer"!

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Kommentare (4)
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17.11.2015
Puma hat geschrieben:
Diese Geschichte hat mich gefesselt. Danke :)
Und die Art und Weise, wie du die Statistiken verpackt hast, war auch echt gut :D
16.11.2015
TaraWon hat geschrieben:
Also es ist eine "Geschichte" und erfunden, aber ich will unbedingt einen Tauchschein machen! ;) Wenn ich surfe, bin ich ja nur oben drauf , ich will aber auch mal nach unten ;)
16.11.2015
Bjarne2000 hat geschrieben:
Ist das jetzt (d)eine wahre Geschichte oder nicht? Der "Epilog" hat mich etwas verwirrt... :D
Tauchen ist auf jeden Fall meine absolute Lieblingsaktivität, und ich kann es allen, die es noch nie ausprobiert haben, nur empfehlen. Nichts geht über dieses unglaubliche Gefühl, wenn man unter Wasser ist und trotzdem problemlos atmet. Und als Bonus wirst du noch ein bissl bedooft :D Auch immer lustig. Geht natürlich sofort wieder weg, sobald man aus dem Wasser kommt, aber unter Wasser denkt man tatsächlich spürbar langsamer.
16.11.2015
Luke24 hat geschrieben:
Nein, ich zumindest kannte den Text nicht und habe ihn daher als umso spannender empfunden.
Dadurch, dass die ganzen Zahlen und Statistiken über Haiangriffe nicht einfach untereinander gepackt, sondern im Rahmen einer Geschichte genannt werden, liest sich das Ganze viel flüssiger und abwechslungsreicher :-)
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