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den Wellen


Wellentänzer


von TaraWon
15.11.2015
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62 P

Ich spüre den Sand unter meinen Füßen. Er ist kalt und nass und so vertraut. Vor ein paar Minuten hatte es noch geregnet aber die ersten Nebelschwaden suchten sich den Weg in Richtung Himmel.
Kaum ein Mensch war jetzt am Strand, ein Paar lief schnell in Richtung einer kleinen Fischbude, da sie bald den nächsten Regenguss erwarteten, ein einsamer Jogger lief den Strand entlang und dann war da noch ich. Ein junges Mädchen das nicht vor dem nächsten Regen davon lief, nein, ich stand einfach nur da und starrte gebannt auf die dunklen Wogen des Meeres vor mir. Schritt für Schritt lief ich weiter bis die Wellen meine Füße begrüßen konnten. Jede neue Welle umschloss sie mit einer nassen und kalten Umarmung.
„Hallo!“, flüsterte ich, und musste lächeln.
Endlich war ich wieder hier, direkt an der Grenze meiner Heimat, an der Grenze des einzigsten Ortes, an dem ich überleben konnte. Ich stand an der Grenze zwischen Land und Meer. Und vor mir eine riesige Fläche von Wasser, ein Lebensraum für viele Tiere, aber keiner für einen Menschen.
Wir hatten zwar gelernt auf dem Wasser mit Schiffen zu fahren und gelernt mit Sauerstoffflaschen längere Zeit unter Wasser zu überleben, aber sein ganzes Leben im Meer zu verbringen, konnten wir nicht und mit bedauern stellte ich wie immer fest, dass es auch nicht so sein sollte.
Ich würde so gerne einfach in die Welt dieser Tiere eintauchen. Mit bekommen wie sie leben und sehen was wir ihnen ,durch unsere Lebensart, antuen. Doch im Moment konnte ich das nicht. Was mich allerdings nicht davon abhielt alles mögliche zu tun, damit dieser Wunsch in Erfüllung geht.
Eine größere Welle schwappte an Land und ich bekam eine Gänsehaut, da das Wasser eis kalt war. Doch ich bewegte mich nicht von der stelle, auch wenn immer mehr große Wellen gegen meine Beine klatschten.
Zusammen mit ihnen wurden meine Gedanken zurück in das Meer gezogen und ich schloss die Augen um meiner Fantasie freien Lauf zu geben. Erst war alles schwarz und ich hörte nur das rhythmische rauschen der Wellen. Doch dann sah ich kleine Fische wie dunkle Schemen vor meinem Auge vorbei huschen. Dann wieder nichts. Ich Tauchte tiefer in das schwarz ein und langsam wurde es heller und feine Lichtstrahlen erhellten das Wasser als ob sie mir etwas zeigen wollten. Ich folgte ihnen. Plötzlich verdunkelte ein Schatten meine Sicht und ich schaute mich um. Ein riesiges Schiff zerteilte das Meer über mir. Und dann bemerkte ich die riesigen Netze, die nur so von Fischen wimmelten.
Ich schwamm näher heran und sah Fische aller Art, die mit angsterfüllten blicken meinen Kreuzten. Ich sah wie sie Zappelten und sich voller Panik bewegten. Alle sahen mich an, als würden sie mich dafür verantwortlich machen, dass sie alle sterben würden. Ich war auch ein Mensch, genauso wie die auf dem Schiff, doch ich wollte das alles nicht, aber das konnten sie ja nicht wissen.
Dann bemerkte ich einen besonders großen Fisch und schnell wurde mir bewusst, dass es ein Delfin war. Er konnte sich kaum bewegen zwischen den vielen Körpern. Doch seine Augen waren nicht ängstlich, sondern enttäuscht und sie ruhten stets auf mir. Dann hob sich langsam das Netz und ich hätte am liebsten aufschreiben wollen. All diese Tiere würden sterben! Ich fing an dem Netz nach zu Tauchen und bekam es zu Fassen. Sie rüttelte und versuchte es kaputt zu machen doch es gelang ihr nicht und die tödliche Wasseroberfläche kam immer näher. Ich zog immer weiter, verzweifelt, dass diese Tiere sterben würden und was war, wenn sie eine Familie hatten die sie brauchten? Doch bevor das Netz mich mit nach oben ziehen konnte, ließ sie entkräftet los.
Noch einmal kreuzte der Blick des Delfins ihren und es sah so aus, als ob sich eine Träne aus seinen Augenwinkeln lösen würde. Dann war das Netz über dem Wasser und jedes Retten zu spät.
Plötzlich wurde es wieder schwarz und das Licht verschwand als hätte es auch aufgegeben.
Damit öffnete ich wieder die Augen.
Jetzt hatte ich keine Gänsehaut, weil mir kalt war, sondern weil ich wusste das in diesem Moment irgendwo ein Fischernetz an Bord gezogen wird und tausende Fische und ein Delfin dem Tod entgegenblicken mussten. Die einen enttäuscht, die anderen voller Panik.
Ich öffnete meinen Mund und schmeckte das Salz auf meinen Lippen. Vielleicht waren es ja die Tränen der Tiere, die täglich dem tot ins Auge Blicken müssen, die unser Meer so salzig machen.

 

Ihr kennt den Text schon? Ja das kann sein, hatte ihn schon mal veröffentlicht hier, allerdings auf einem anderen Konto. Ich kam längere Zeit nicht mehr in mein Konto. Ich habe das alte jetzt gelöscht und das hier ist jetzt mein richtiger Accout.;)

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Kommentare (2)
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18.11.2015
OekoTiger hat geschrieben:
Wow!
17.11.2015
fraufuchs hat geschrieben:
So ein toller Text!
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