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den Wellen


Wale voller Plastik!


von Rhino
09.11.2013
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Vor der niederländischen Insel Tershelling strandete im Juli 2013 ein ca. 13,5 Meter langer, gewaltiger Pottwal. Bemühungen, das extrem geschwächte Tier am Leben zu erhalten, wurden schnell eingeleitet, waren jedoch zum Scheitern verurteilt. Der Pottwal verendete innerhalb kürzester Zeit. Nach einer ausführlichen Obduktion wurde nun die Todesursache bekannt gegeben: Plastik, der tote Wal hatte schlicht und ergreifend zu viel Plastikmüll in seinem Körper.

Doch der gestrandete Pottwal war längst nicht das einzige Lebewesen, dem die über 6,4 Millionen Tonnen Plastikmüll, die nach Schätzungen des UN-Umweltprogramms jährlich in den Meeren landen, einen sicheren Tod bereitet haben. Über eine Million Meeresvögel, aber auch viele Wale, verenden jedes Jahr, da sie Plastikmüll zu sich nehmen, der ihren Verdauungsapparat verstopft und sie elendig verhungern lässt, während sich Meerestiere, wie z. B. Delfine oder Schildkröten oft in alten Fischernetzen verfangen. Insgesamt 100.000 Meeressäugetiere sterben jährlich an den Folgen des Plastikmülls.
Überraschen sollte das nicht, denn mittlerweile treiben auf jedem Quadratmeter der Meeresoberfläche bis zu 18.000 Plastikteile, der größte Teil des Abfalls sinkt jedoch an den Meeresgrund, wo er Jahrzehnte, z. T. Jahrhunderte brauch, um sich zu zersetzen und dabei über einen langen Zeitraum kontinuierlich Giftstoffe an die Umgebung absondert.

In Spanien strandete im März 2013 ebenfalls ein etwa zehn Meter langer Pottwal, in seinem Körper wurden ganze 59 Plastikteile, mit einem Gesamtgewicht von etwa 20 Kilogramm, gefunden, die seinen Darm tödlich verstopften. Der größte Teil des eingenommenen Plastikmülls bestand, neben zwei Gartenschläuchen, zwei Blumentöpfen, einem neun Meter langen Seil, einer Sprühdose und diversen Plastiktüten, aus transparenten Folien, die in Spanien zum Bau von Gewächshäusern verwendet werden. In diesen Gewächshäusern werden Tomaten für den europäischen Markt angebaut.

Besonders anfällig für das Verschlucken von Plastikmüll sind Meeresschildkröten, da die z. T. transparenten Plastikobjekte ihrer natürlichen Beute, den Quallen, mitunter stark ähneln. Auch Pottwale und Schnabelwale, die bevorzugt große Tintenfische verzehren, verwechseln Plastikteile all zu häufig mit ihren eigentlichen Beutetieren. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass seit Jahrzehnten bei gestrandeten Walen und Delfinen immer wieder der Plastikmüll als Todesursache befunden werden kann. Ähnliche Fälle, wie dieses Jahr in den Niederlanden und in Spanien, gab es 1989 auf der französischen Insel Lavezzi, 1990 auf Island oder auch 2008 an der Küste Kaliforniens, wo ein Pottwal mit insgesamt 200 Kilogramm an Fischernetzen, Seilen und Plastiktüten in seinem Körper eines qualvollen Todes starb.

Von Einzelfällen kann bei den verendeten Pottwalen und Schnabelwalen definitiv nicht mehr die Rede sein, diverse weitere Strandungen, z. B. in Griechenland, Puerto Rico, Washington, Australien und Rarotonga beweisen das Gegenteil, und auch bei all den toten Meeresschildkröten, Delfinen, Grauwalen oder auch Albatrossen handelt es sich um die logische Konsequenz unseres rücksichtslosen Konsumverhaltens. Wenn weiterhin jährlich 240 Millionen Tonnen an Plastik weltweit hergestellt werden, wird es in den nächsten Jahren mit Sicherheit nicht bei einer Million an toten Meeresvögeln und auch nicht bei 100.000 toten Meeressäugern bleiben, doch in welchem Ausmaß sich die Lebensumstände für all die gefährdeten Meeresbewohner in Zukunft noch weiter verschlimmern werden, entscheiden wir alle persönlich mit, spätestens beim nächsten Gang in den Supermarkt …

gez. Maxim Podobed 2013
 

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Kommentare (23)
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24.11.2013
Ronny123 hat geschrieben:
Es ist hart das so viele Tiere nur wegen uns (den meisten von uns jedenfalls) sterben müssen.

Aber wer schmeißt Blumentöpfe und Gartenschläuche ins mehr?Das ist einfach nur grauenhaft!!
18.11.2013
Lisa18 hat geschrieben:
Vielen Dank für den Bericht!! Ich finde es traurig zu sehen, wie Tiere immer wieder an unserem rücksichtslosen Verhalten elendig sterben müssen!! Von allen Seiten höre ich immer, wie süß und faszinierend die Tierwelt ist. Das stimmt auch voll und ganz, nur wenn wir so weiter machen, wird es sie bald nicht mehr geben!!
18.11.2013
Alexa19 hat geschrieben:
.... Traurig :( ich frage mich wie ein Plastiktopf im Meer landet... Unfassbar dass die Leute einfach so alles in die Natur lassen... Man schmeißt einfach alles weg ohne an die Folgen zu denken!!!!!! Und auch in Supermärkten verpacken sie die Lebensmittel zu oft!!!
17.11.2013
Nora2.0 hat geschrieben:
In unserer Community gibt es mindestens eine Gruppe die gegen die Umweltverschmutzung durch Müll vorgeht, die "Trashbusters".
Alle die gezielt helfen wollen und vielleicht auch eigene Ideen haben sind dort genau richtig! :)
17.11.2013
schnorrcle hat geschrieben:
Es gibt, zumindest in Sachen Plastiktüten, genügend Alternativen. Wenn in unserem System nicht nur alles auf den eigenen Nutzen ausgelegt wäre, sondern man auch mal an die Natur, und damit an seine eigene Zukunft, denken würde, sind ein paar Cent mehr für wiederverwendbare Taschen wohl nicht zu viel verlangt. Es ist zwar schwierig bei einigen Sachen Plastik zu ersetzen, jedoch gut möglich und eigentlich auch zu verlangen diese Sachen nicht unsachgemäß zu entsorgen. Ich denke, dass viele dieser Sachen auch purer Luxus sind. Wenn wir nicht Meilenweit über unseren Verhältnissen leben würden, dann wäre es auch möglich auf Plastikartikel zu verzichten bzw. die Menge an Müll zu vermindern.
16.11.2013
Wolfsfreund hat geschrieben:
Man kann doch statt Plastik diese Biotüten ERSTMAL nehmen. Wir müssen auf unseren Müll aufpassen wo es hinkommt. Ich setze mich auch schon ein, das der Müll auf den Wiesen nicht in den Fluss kommt. Aber ein paar Personen helfen der Umwelt nicht, jeder muss wenigstens in der Lage sein, seinen Müll wegzuwerfen (damit meine ich die Mülleimer nicht die Straße oder Fluss). Ist das zu viel verlangt???????
16.11.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
16.11.2013
Naturfreund2.0 hat geschrieben:
Sowas ist einfach nur schlimm. Das ist Tierqälerei.
16.11.2013
Rhino hat geschrieben:
@ Mariapanda: Weniger Müll produzieren ist das Allerwichtigste!

Es muss nicht immer Plastik sein ...
16.11.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Ich verstehe einfach nicht, weshalb die Menschen ihren Müll einfach in die Flüsse werfen!
Was wäre so schwierig daran, seinen Müll ordnungsgemäß zu entsorgen?
Fällt euch irgendetwas ein, was mamn dagegen tun könnte??
13.11.2013
Makanie hat geschrieben:
Oh Mein Gott!
18000Plastikteile pro qkm? das ist doch heller Wahnsinn!!!
letztens habe ich eine Präsentation über Umweltschutz im Meer gemacht. wenn Plastik erst einmal im Wasser ist, zerfällt es nach und nach zu immer kleineren Teilen. Diese von Sand zu unterscheiden ist nahezu unmöglich, sieht man einmal davon ab, dass man diesen dreck nie wieder rausbekommen wird!
Es ist der Horror!!!
13.11.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Wie kommt so viel Zeug ins Meer? Was für Abfall in den Gewässern schwimmt/treibt/mordet ist unglaublich.
13.11.2013
Stoffie hat geschrieben:
Grauenhaft, einfach nur grauenhaft. Man müsste in den Meeren selbst mal Müll einsammeln... Quasi eine Meeresmüllabfuhr...
11.11.2013
MaRyLoU hat geschrieben:
Ich bin immer wieder entsetzt, wenn ich Berichte über diese Plastikverschmutzung der Meere lese und was für Folgen sie hat....
10.11.2013
LSternus hat geschrieben:
Furchtbar.
Warum zur Hölle wurde noch nie nennenswerte Mengen aus den Flüssen gefischt, bevor sie das Meer erreichen?
10.11.2013
Carinaa hat geschrieben:
Schreckliche Geschichte, diese armen Tiere..
Und ich frage mich genau wie Puma: Wie kommen solche Sachen in die Meere?!
10.11.2013
Puma hat geschrieben:
Was zum Teufekl machen Gartenschläuche oder Blumentöpfe im Meer???Ernsthaft unfassbar.Ich kenn das Platikproblem,wir hatten es auch in der Schule im Englischunterricht,aber dass es so schlim ist...Traurig :(
10.11.2013
Lena97 hat geschrieben:
Die Plastikproblematik ist auch für die Meeresvögel verheerend: "Im Zeitraum von 2002 bis 2006 wurde in 95 Prozent der untersuchten Eissturmvögel Plastik im Magen-Darmtrakt gefunden." (Quelle: http://www.nabu.de/themen/meere/plastik/11961.html sehr interessanter Bericht!) Da gerade in der Weihnachtszeit beim Geschenke kaufen viele Plastiktüten in Umlauf gebracht werden, gibt es zu dem Thema jetzt eine Veranstaltung auf facebook, die auf das Problem aufmerksam machen soll: https://www.facebook.com/events/1418375138391366/?ref_newsfeed_story_type=regular
10.11.2013
Pandafreundin hat geschrieben:
Unfassbar.
Sowas verursacht der Mensch!
10.11.2013
Ronja96 hat geschrieben:
Ich hoffe auch, dass die Menschen endlich mehr auf Plastiktüten verzichten. Den meisten ist das Ausmaß sicherlich nicht einmal bewusst, was schon an sich traurig ist. =(
09.11.2013
thinkgreen26 hat geschrieben:
Oh mein Gott! Das ist ja schrecklich!
Es ist einfach furchtbar, dass so viele Tiere deshalb sterben müssen. Wir müssen unbedingt Plastikmüll reduzieren.
09.11.2013
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Ein wirklich guter Bericht, der das Ausmaß an -ja- Zerstörung, die der Plastikmüll im Meer verursacht begreiflich macht! Wirklich schrecklich, wie die Tiere, ohne es zu wissen, Kilos von Plastik verschlucken!!!
09.11.2013
AlinaSky hat geschrieben:
Einfach schrecklich! Wann lernt die Menschheit endlich, dass es so nicht weitergehen kann??? :o
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