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Wale: Die Könige der Meere haben es immer schwerer


von Marcel
13.11.2013
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Es kommt wie so oft eins zum anderen: Der Klimawandel lässt das Meereis zurückgehen, deshalb wird die Arktis zunehmend industrialisiert, und dies macht den dort heimischen Walen das Leben schwer. Etwa die Hälfte der arktischen Verbreitungsgebiete von Grönlandwal, Beluga- und Narwalen sind identisch mit Zonen, in denen jetzt oder in naher Zukunft Öl und Gas gefördert werden soll. Dies geht aus einer vom WWF unterstützen Studie hervor. Immer mehr Schiffe, ob für die Fischerei, den Gütertransport oder auch Arktis-Tourismus, verändern die Lebensbedingungen der Meeressäuger, und seismische Untersuchungen erzeugen einen Höllenlärm.

"Die Welt der arktischen Wale wird lauter und gefährlicher. Das Risiko von tödlichen Kollisionen mit Schiffen und Verschmutzung durch ausgetretenes Öl und andere giftige Substanzen steigt mit dem Zuwachs menschlicher Aktivitäten", erklärt Volker, Leiter des Artenschutzteams beim WWF. Der WWF setzt sich dafür ein, dass bei der wirtschaftlichen Erschließung der Arktis Natur- und Walschutz zu berücksichtigt werden.

"Manche Gebiete sind im Winter konstant beschallt, obwohl die seismischen Untersuchungen tausend Kilometer entfernt stattfinden", berichtet Volker. Der Lärm von bei seismischen Untersuchungen eingesetzten "Airguns" kann sich unter Wasser bis zu 4.000 Kilometer weit verbreiten.Gleichzeitig führt die intensive Fischerei dazu, dass den Walen die Nahrung knapp wird.

Der Klimawandel erhöht einerseits die menschliche Aktivität in der Arktis, hat zudem aber auch Einfluss auf das ökologische Gefüge: Arten, die wegen steigender Wassertemperaturen nach Norden einwandern, können unbekannte Parasiten und Viren einschleppen und erhöhen die Konkurrenz um Nahrung. Ändert sich das Timing im jahreszeitlichen Entstehen und Zerfall des Meereises, verschiebt sich auch das Vorkommen des dort entstehenden Phytoplaktons und der Ruderfußkrebse, einer saisonalen Hauptnahrungsquelle der Grönlandwale.

Die Wale haben es also immer schwerer. Doch wir dürfen diese einzigartigen Tiere nicht verlieren! Staunt mit uns über die Könige der Meere:

Narwal - Einhorn der Meere: Der Stoßzahn der männlichen Tiere hat dem Narwal den Spitznamen „Einhorn der Meere“ eingebracht. Narwale sind besonders scheu und geräuschempfindlich. Sie tauchen bis zu 1000 Meter tief um Grönländischen Heilbutt, ihre Hauptnahrung während der Wintermonate, zu erbeuten.

Beluga - die weiße Schönheit: Der „weiße Wal“ ist eng mit dem Narwal verwandt. Er verfügt über 50 Laute zur aktiven Kommunikation und hat ein ausgezeichnetes Hörvermögen. Vor lauten Eisbrechern flieht er ab Distanzen von 30-50 Kilometern Entfernung und sendet ab 80 Kilometern Entfernung Alarmsignale aus.

Grönlandwal - die graue Eminenz: Er ist der einzige Bartenwal unter den drei endemischen Walarten der Arktis, die sich ganzjährig hier aufhalten. Der Grönlandwal gehört mit 100 Tonnen Gewicht zu den schwersten Tieren des Planeten. Damit kann er 60 cm dickes Eis durchbrechen und schafft so Luftlöcher für Narwale und Robben.

Orca - liebliche Räuber: Der Orca ist der einzig natürliche Feind der drei arktischen Walarten. Allerdings traut er sich nur ungern unter die geschlossene Eisdecke. Durch den Klimawandel schmilzt diese Barriere nicht nur im Sommer - Narwale und Belugas könnten vermehrt zur Beute werden.

Buckelwal - bewegliche Massen: Zu den Sommertouristen in der Arktis gehören mehrere Arten. Unter ihnen der Buckelwal, der seine Nahrungsgründe in polnahen Gewässern aufsucht. Jede Population hat eigene Wanderrouten in die warmen äquatornahen Meeresregionen, in denen die Jungen geboren werden.

Blauwal - der ruhige Riese: Auch die meisten Blauwale wandern zwischen tropischen und polaren Gewässern. Die stromlinienförmigen Blauwale sind die größten Tiere der Welt, allein ihre Bartenplatten können einen Meter lang werden.

Pottwal - der Tiefseetaucher: Sein Kopf kann fast ein Drittel seiner Gesamtlänge einnehmen und beherbergt das schwerste Gehirn des Tierreichs. Der Pottwal gilt als das am tiefsten tauchende Säugetier. Er kann in Tiefen von 2000 Metern vordringen. Bis auf die Hocharktis kommen Pottwale in den meisten Weltmeeren vor.

Finnwal - der Pfeilförmige: Obwohl diese Großwale wegen ihrer schlanken Gestalt bis zu 37 Stundenkilometer schnell schwimmen können, leiden sie unter wachsendem Schiffsverkehr: Finnwale sind von allen Walarten am häufigsten von Schiffkollisionen betroffen.

Zwergwal - der kleine Große: Die gewöhnlichen Zwergwale der nördlichen Hemisphäre sind größer als die verwandte Art auf der Südhalbkugel. Sie sind Einzelgänger und in allen Ozeanen beheimatet, bevorzugen aber kältere Gewässer.

Bilder: Narwal © Paul Nicklen/National Geographic Stock / WWF-Canada; Beluga © Andrey Nekrasov / WWF-Canon; Grönlandwal © naturepl.com / Martha Holmes / WWF-Canon; Orcas © Natalie Bowes / WWF-Canada; Buckelwal © 2009 Florian Schulz / WWF-US; Blauwal © naturepl.com / David Fleetham / WWF-Canon; Pottwal © Robert Delfs / WWF-Canon; Finnwal © naturepl.com / Mark Carwardine / WWF-Canon; Zwergwal © Jürgen Freund / WWF-Canon

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Kommentare (15)
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Sortieren nach Aktualität:
07.03.2016
Finkenstar14 hat geschrieben:
Super Text
Ich könnte niemals Fleisch von solch einem Tier essen geschweige denn es töten
07.12.2013
WWF@Kati hat geschrieben:
Toller Bericht und einfach wundervolle Fotos :-)
18.11.2013
Moonlight hat geschrieben:
Sehr toller Bericht und gigantische Fotos!
Wale sind wunderschöne Tiere und soo elegante Tiere...
17.11.2013
LSternus hat geschrieben:
Echt guter Bericht und beeindruckender Bilder.
Es ist traurig, dass es bei einem so lange bekannte Thema das schon so lange Menschen aller Welt beschäftigt, das es da noch immer so viel zu tun gibt.
16.11.2013
RoteKirsche hat geschrieben:
Wunderschöne Bilder! Ich möchte so gern mal einem Wal begegnen
16.11.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Toller Bericht!
14.11.2013
Wolfhound hat geschrieben:
Toller Bericht mit vielen Bildern!
Ich hoffe,dass wir was für die Wale tun können und wir müssen sie schützen.
14.11.2013
Pandafreundin hat geschrieben:
Schöner Bericht! :)
Wenn Einen das Thema besonders interessiert kann ich nur die Walausstellung in Münster empfehlen!
13.11.2013
Saskia74 hat geschrieben:
Ein super schöner Bericht!:)
13.11.2013
thinkgreen26 hat geschrieben:
Ein wunderschöner Bericht! :)
Wale sind einfach tolle Tiere. Wir müssen sie unbedingt schützen!
13.11.2013
Makanie hat geschrieben:
Oh, ich liebe Wale...leider gibt es nur noch viel zu wenige davon. Am schlimmsten finde ich es aber, wenn Kälber ihre Kinder verlieren oder umgekehrt. Oder wenn sich Wale verschwimmen, weil ihr Orientierungssinn komplett zerstört ist. Dank so netten Dingern, die sich Bohrinseln nennen.
13.11.2013
Carinaa hat geschrieben:
Toller Bericht!
Wale sind wirklich so wunderschöne Tiere... Ich hoffe auch, dass ich zum Schutz beitragen kann..
13.11.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Wehe ein Lebewesen würde in unseren Lebensbereich eindringen, ihn zerstören, verpesten, uns beschallen bis wir die Orientierung verlieren und unsere Nahrungsquellen auslöschen....obwohl, der Eindringling würde wahrscheinlich nicht sonderlich auffallen.
13.11.2013
Ronja96 hat geschrieben:
Ich hoffe auch, dass was für die Wale gemacht werden kann. Es sind wirklich tolle und beeindruckende Tiere.
Und die Bilder sind echt super
13.11.2013
Stoffie hat geschrieben:
Ich liebe Wale und Delfine über alles. Sie sind so wunderschöne, teilweise sanfte und majestätische Tiere. Als Kind wollte ich, nachdem ich einen Delfin streicheln durfte sehr lange Zeit Wal- und Delfinforscherin werden. Ich hoffe ich kann irgendetwas für den Schutz dieser einzigartigen Lebewesen unternehmnen.

Danke für die wunderschönen Bilder! :)
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