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Vom Verschwinden der Delfine


von Marcel
24.06.2009
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Viele Delfin- und Tümmlerarten verschwinden aus den Ozeanen und Flüssen der Erde - und wir Menschen nehmen's mal wieder kaum zur Kenntnis. Während Großwale, die nahen Verwandten der Delfine, durch internationale Abkommen und einen Fangstopp (Moratorium) zumindest halbwegs geschützt werden, geht die Jagd auf kleinere Arten ungebremst weiter. Der WWF hat damit ein großes Problem. Deshalb legt die Umweltstiftung anlässlich der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) auf Madeira mit ihrem aktuellen Report „Die vergessenen Wale“ schockierende Zahlen auf den Tisch.

Allein die japanischen Walfänger erlegen jedes Jahr rund 16.000 Dall-Hafenschweinswale. Außerdem verendet nach WWF-Angaben alle zwei Minuten ein Delfin oder Tümmler als Beifang in Fischernetzen. „Es ist allerhöchste Zeit, dass die IWC-Vertragsstaaten sich dem Überleben aller Walarten, egal ob groß oder klein, annehmen“, fordert WWF-Artenschutzexperte Volker Homes.

altÜber den Zustand der meisten Tiere wissen wir nichtmal bescheid! „Zu über fünfzig Prozent aller Kleinwal-Arten kann die Weltnaturschutzunion IUCN aufgrund einer lückenhaften Datenlage noch nicht einmal eine konkreten Aussage zur Bestandsentwicklung abgeben“, sagt Volker. Und dann weigern sich sogar auf der aktuellen IWC-Tagung einige Pro-Walfangstaaten, allen voran Japan, über wissenschaftliche Untersuchungen und effektive Schutzmaßnahmen für Kleinwale überhaupt zu reden.

Der WWF-Report zu den Delfinen spricht hingegen eine klare Sprache: So zählt der kalifornische Schweinswal Vaquita zu den bedrohtesten Säugetierarten überhaupt. Gerade einmal noch 150 von ihnen soll es in einem kleinen Gebiet im Golf von Kalifornien geben. Die Fischereiindustrie verhindert bisher alles, was man zum Schutz der Vaquita unternehmen müsste. Ähnlich dramatisch steht es um den Irawadi-Flussdelfin im Mekong - sie sind nur noch eine kleine Gruppe von 75 Tieren. Vor allem Giftstoffe sind Schuld an dem beobachteten Massensterben der Delfinkälber. Und auch der Gewöhnliche Schweinswal vor Deutschlands Küsten gilt nach der Roten Liste der IUCN als „gefährdet“. So soll es in der Ostsee gerade einmal 600 Tiere geben. Und der Beifang verkleinert diese ohnehin winzige Zahl immer mehr.

Bilder:
Eine Gruppe Fleckendelfine vor den Azoren © Brian J. Skerry /National Geographic Stock / WWF
Großer Tümmler im Schwarzen Meer © Andrey Nekrasov /  WWF-Canon

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Kommentare (8)
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08.07.2009
Marcel hat geschrieben:
Hallo Hanna, das ist eine super Idee! Je mehr Kunden in den Supermärkten MSC-Produkte nachfragen, desto schneller wird sich das auch bis in die obersten Konzernetagen durchsprechen. Deutschsprachige Infos zu dem Label für Öko-Fisch findet ihr unter anderem unter http://tinyurl.com/nlab8o und http://tinyurl.com/nss8rf sowie natürlich auf http://www.msc.org/de
07.07.2009
HannaS hat geschrieben:
Was für ein Zufall, habe heute im REWE mal nach Fisch mit dem Siegel geguckt und jetzt lese ich den Artikel... Traurigerweise hatte nur eine Packung, nämlich Fischstäbchen von Iglo, das MSC-Zeichen. Hab mir die Info darüber runtergeladen (gibt´s die eigentlich auch auf deutsch?) und werde demnächst mal nachfragen.
29.06.2009
Marcel hat geschrieben:
Danke, super!
27.06.2009
Loba hat geschrieben:
Erledigt ;)
24.06.2009
Janine hat geschrieben:
gemacht! :)
24.06.2009
Marcel hat geschrieben:
@ Janine und alle, die sich für Wale und Delfine einsetzen wollen: Auf WWF Passport, der Kampagnenseite des WWF International, gibt es momentan zwei Online-Aktionen, bei der ihr euch für diese Tiere einsetzen könnt. Erstens die MSC-Kampagne: Der MSC (Marine Stewardship Council) setzt sich für eine nachhaltige und beifangvermeidende Fischerei ein und schützt somit auch die Delfine und Wale, die sich leider immer wieder im Fanggerät der Trawler verfangen und verletzen. Zur MSC-Kampagne: http://tinyurl.com/lgqo87 Zweitens die Grauwal-Kampagne: Vor der Ostküste der russischen Insel Sachalin leben die letzten Westpazifischen Grauwale. Sie sind ständig gefährdet durch Großprojekte zur Förderung von Erdöl- und Gas, durch Ertrinken in Fischernetzen und Schiffskollisionen. Der WWF fordert daher von den beteiligten Firmen vor Sachalin - Exxon, Shell, Gazprom, BP und Rosneft - ihre Entwicklungsvorhaben zu stoppen. Zur Grauwal-Kampagne: http://tinyurl.com/c3792c Bitte macht alle mit!
24.06.2009
Janine hat geschrieben:
Könnte man nicht wieder eine Unterschriftenaktion starten? Der WWF hat doch jetzt schon so oft dazu aufgerufen E-Mails an Personen in hoher Position zu schicken, zuletzt gab es da glaub ich die Beifangkampagne. Kann man der IWC mit so einer Aktion nicht den Rücken stärken? Der WWF hat doch so viele Mitglieder und die sind so leicht zu erreichen.
24.06.2009
MasinoR hat geschrieben:
einfach nur schrecklich ...
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