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den Wellen


Unsere leergefischten Meere


von Marcel
27.01.2012
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Die Meere galten lange Zeit als unerschöpfliche Nahrungsquelle. Aus der Traum! In vielen Teilen der Welt wird mehr Fisch gefangen, als nachwächst - die Bestände sind gefährdet. In Europa sind drei von vier Fischbeständen überfischt. In der EU sanken die Erträge im letzten Jahrzehnt um rund ein Drittel. Um dennoch die steigende Nachfrage an Fisch und Fischprodukten sicher zu stellen, fangen die industriellen Fangflotten aus Europa zunehmend auch außerhalb europäischer Gewässer: Afrika, Indien, Asien, Südamerika... Bereits 30 Prozent des unter EU-Flagge gefangenen Fisches stammen aus nicht-europäischen Fanggebieten. Die Folge: Auch außerhalb Europas geraten immer mehr Fischbestände in Bedrängnis.

Auf dieser interaktiven Infographik kannst du genau sehen, wie sich die Fanggebiete der weltweiten Fangflotten seit 1950 ausgebreitet haben. Im Auftrag des WWF hat das Projekt "Sea around us" der Universität von Vancouver die Ausbreitung der weltweiten und europäischen Fischereiflotten untersucht. Bis zum Jahr 2006 verzehnfachten die Fangflotten ihren Radius von 10 auf rund 100 Mio. Quadratkilometer!

Wir müssen diese Entwicklung dringend stoppen und nachhaltiger mit den Ressourcen der Meere umgehen! Um die Ökosysteme langfristig zu schützen und die Nahrungsgrundlage von Millionen Menschen in den Entwicklungsländern zu sichern. Aber auch, um in Europa in Zukunft und mit gutem Gewissen noch Fisch essen zu können. Die anstehende Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU bietet eine einmalige Chance, strengere Kriterien für eine nachhaltige Fischerei innerhalb und auch außerhalb der EU-Gewässer festzuschreiben.

 

Hier erhälst du weitere Infos:

1) Die Hintergrundseiten zum Thema "Meere und Beifang" fassen die wichtigsten Infos zur Fischerei zusammen.

2) Dort findest du auch die interaktive Infographik mit der Weltkarte.

3) Wer tiefer einsteigen will, findet hier eine aktuelle WWF-Studie zur Ausbreitung der Überfischung

4) Auf wwf.de fassen wir außerdem die Forderungen zusammen, was die gemeinsame Fischereipolitik verändern muss.

Was du tun kannst:

1) Informiere deine Freunde und Familie über das Thema. Mach ein Referat in der Schule oder der Uni zum Thema Überfischung. Sprech die Verkäufer in deinem Supermarkt auf zertifizierte Fischprodukte an!

Bei Deinen Argumenten kannst du sogar mit Umfragedaten überzeugen: Ginge es nach den Verbrauchern, gäbe es nur noch nachhaltigen Fisch an der Ladentheke! Der WWF führte im Sommer 2011 eine repräsentative Umfrage in 14 europäischen Ländern durch. Ergebnis: 88 Prozent der Befragten ist es wichtig, dass der in Europa verkaufte Fisch aus nachhaltiger Fischerei stammt. Das ist ein klares Signal an die EU, endlich tätig zu werden.

2) Kaufe, falls du auf Fisch nicht verzichten möchtest, MSC-zertifizierten Fisch und orientiere dich am WWF-Einkaufsratgeber.

3) 2013 soll die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU (kurz: GFP) in Kraft treten. Damit sie ein Erfolg wird, hat der WWF eine europaweite Kampagne gestartet. Ziel ist eine nachhaltige Fischerei, die die Umwelt schont und gleichzeitig den Fischereien eine Zukunft ermöglicht. Mach den WWF stärker, indem Du Mitglied wirst. Mach dich außerdem bereit für Mitmachaktionen und melde dich als Ideenstürmer an!

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Kommentare (7)
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30.01.2012
gelöschter User hat geschrieben:
@Nise
Sehe ich auch so. Schlimm!!!
28.01.2012
Nise hat geschrieben:
Ja, ich denke Nivis hat Recht. Es liegt auf jeden Fall auch daran, dass die meisten Menschen keine emotionale Bindung zu Fischen haben.
Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit dem Thema und spreche (leider meist erfolglos) auch sehr viele Leute auf dieses Thema an und die meisten denken ernsthaft, ich setze mich nur wegen süßen Delphinen dafür ein...
Dass es mir nicht in erster Linie um die "süßen" Delphine geht, die sich in Netzen verheddern, sondern um das Problem der Überfischung allgemein und um den Schutz eines Ökosystems verstehen die meisten nicht.
Aber die Menschen davon zu überzeugen, gar keinen oder wenigstens bewusster Fisch zu essen ist im Alltag sehr schwer! Zu vielen ist es egal und von den anderen kommt: "Ach, dem Meer kann man doch eh nicht mehr helfen. Also ess ich jetzt den Rest, der noch da ist" (und das meinen manche wirklich ernst... )
28.01.2012
LSternus hat geschrieben:
Es ist mehr als bedauernswert, dass es mit den Meeren so bergab geht. Es ist viel leichter weg zu sehen, weil das meer so groß ist. dabei ist das Meer die Hauptsauerstoffquelle der Erde. Nur wenigen Menschen ist das bewusst und deshalb haben sie keine oder wenige Bindungen zum Meer.
27.01.2012
Nivis hat geschrieben:
Zunächst einmal haben eigentlich alle Fische ein Problem: Die meisten Menschen haben zu ihnen keine emotionale Bindung wie vielleicht zu einem süßen Pandababy und empfinden daher auch kein Mitleid oder Bedauern für diese Tiere. zumindest habe ich das Gefühl, dass Fische für die Mehrheit der Menschen einfach eine Nahrungsquelle ist und auch der Film "Findet Nemo" konnte dem nicht wirklich engegenwirken. Fische die dazu noch nicht mal farbenfroh oder besonders aussehen haben sowieso gleich verloren....
Und das ist, denke ich, auch ein großer Grund, weshalb die Situation der Fische solche Ausmaße angenommen hat.

Ich habe aber das Gefühl, dass nun endlich etwas ins rollen kommt. Ich sehe immer öfter das MSC-Siegel (sogar auf den Sheba-Katzenfutterdosen!!!!!) und das macht natürlich Hoffnung, dass die Brisanz nun endlich in die Köpfe der Verbraucher vorrückt!
27.01.2012
Jutta hat geschrieben:
unter folgendem Link gibt es noch ein sehr gutes Video zu dem Thema...
http://vimeo.com/27309502

ich verstehe wirklich nicht, wie leute überhaupt noch konventionell gefangenen Fisch essen können!
27.01.2012
FabianN hat geschrieben:
Unfassbar...
27.01.2012
MarcelB hat geschrieben:
erstaunliches Video! Unbedingt angucken...!!!
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