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"The fabulous Life of: Schwarzspitzen-Riffhai"


von Nivis
03.08.2010
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79 P

01. August 2010, vor den Küsten Madagaskars.

„Ok, ähem...also Test 1, 2, 3…was? Wir sind schon auf Sendung? Oh…äh…ok.
Guten Tag meine verehrten Damen und Herren. Ich begrüße sie zur ersten Folge von "The fabulous Life of: Schwarzspitzen-Riffhai".

Mein Name ist Paul Octo. Den meisten von ihnen werde ich aber unter Pseudonymen wie „das Octopus-Orakel“ oder der „WM-Krake“ bekannt sein.
Ja, sie haben richtig gehört.
Ich war die Attraktion des Oberhausener Sea Life Centers und habe mit meinen hellseherischen Fähigkeiten Milliooonen von Touristen angezogen. Doch diesen ganzen Tumult möchte ich nicht mehr. Nachdem ich Beschimpfungen, Hasstiraden und sogar MORDDROHUNGEN ertragen musste, habe ich beschlossen meine WM-Karriere zu beenden.

© Cheezu© Cheezu
Doch kein Grund zur Traurigkeit. Dieser Entschluss hat mir neue Türen geöffnet. So kam es also, dass die WWF Jugend mich eines Tages in meinem Sea Life Becken kontaktiert hat, um mir den Job als Außenreporter anzubieten.
Und was daraus geworden ist, dass sehen sie ja nun selbst.
Ich werde also die nächsten Wochen und Monate auf eine unglaubliche Abenteuerreise durch die Ozeane unserer Erde geschickt, um die spektakulärsten, gefährlichsten und größten Tiere zu treffen und ihnen unbeschreibliche Einblicke zu ermöglichen.
Oh, ich höre gerade, dass wir zur Landung ansetzen. Das heißt, wir werden nun eine kleine Werbepause machen und sehen uns dann wieder. „

  


„So, ich melde mich nach einer kurzen Werbepause zurück. Wir sind vor wenigen Minuten mit unseren Helikopter gelandet und haben uns direkt auf den Weg zu unserem ersten Gast gemacht.
Denn heute treffen wir den Schwarzspitzen-Riffhai vor den Küsten Madagaskars. Mir wurden nicht viele Informationen übermittelt. Ich kann ihnen nur so viel sagen:
Diese Haiart ist im Vergleich zu anderen sehr weit verbreitet. Neben seinem Gebiet hier bei Madagaskar, bewohnt er außerdem auch noch den indischen Ozean an den indischen Küsten, die südafrikanischen Küsten bis hin zum Roten Meer, Japan, Thailand, die Seychellen, die Malediven, die Philippinen, Australien und einzelnen Inseln des westlichen Zentralpazifiks. Puh, hab ich hier noch etwas vergessen? Nein, das müsste alles gewesen sein.
Außerdem ist mir berichtet worden, dass der Schwarzspitzen-Riffhai flaches Wasser in Riffnähe nahe der Wasseroberfläche bevorzugt und es daher schon zu mehreren Begegnungen mit Menschen gekommen ist. Und wie diese dann ausgegangen sind, werde ich für sie herausfinden.
Meine Damen und Herren, ich bin auf alles gefasst!
Oh, anscheinend haben wir den Treffpunkt erreicht, aber von dem Schwarzspitzen-Riffhai ist noch nichts zu sehen. Aus welcher Richtung er wohl kommen wird?
Ich muss gestehen, ein bisschen mulmig ist mir schon. Was man alles von Haien gehört hat, da muss man mit allem rechnen.
Oh, da sehe ich einen Schatten in der Ferne, der näher kommt…ja…es sieht so aus, als sei das unser Interviewgast!
Ja, verehrte Zuhörer, da kommt er…eh…oh, da muss ich mich entschuldigen.
Hier liegt doch eine Verwechslung vor, anscheinend sind wir hier auf ein Kind oder einen Jugendlichen gestoßen.
Einen Moment…
Hallo du, sag mal weißt du zufällig wo der Schwarzspitzen-Riffhai sich hier rum treibt? Wir sind mit ihm zu einem Interview verabredet, aber anscheinend wurden wir versetzt.“

© Cat_Holloway_WWF
 

Schwarzspitzen-Riffhai: „Ähm…nein, hier bin ich. Ich BIN der Schwarzspitzen-Riffhai!“

Paul: „Ah, das ist mir jetzt aber peinlich. Ich hatte ehrlich gesagt mit einem etwas größeren Exemplar gerechnet und wusste nicht, dass der Minderwuchs auch Haie betreffen kann. Dafür möchte ich mich in aller Form entschuldigen. Aber ich sehe jetzt wieso sie so heißen, wie sie heißen! Ihre Flossenspitzen sind an den Enden alle schwarz gefärbt.

Schwarzspitzen-Riffhai: „Minderwuchs? Also, darüber ist mir nichts bekannt. Meine ganzen Verwandten sind so groß, wie ich. So zwischen 1,60 m und 2 m groß. Ich bin noch einer der Größten!! Aber sie haben Recht. Im Vergleich zu anderen Arten sind wir eher klein geraten. Aber das hat nicht nur Nachteile, harhar.“

Paul: „Wie meinen sie das? Welche Vorteile hat ihre Körpergröße denn für sie?

Schwarzspitzen-Riffhai: „Das sehen sie ja hier schon. Ein weißer Hai könnte nie und nimmer in diesem sachten Gewässer auf Beutefang gehen. Dabei gibt es in diesem Gebiet sooo leckere Fische oder Krustentiere, da weiß man manchmal gar nicht was man zuerst verspeisen soll.“

Paul: „Können sie uns mal ein bisschen über sich selbst erzählen? Wie alt sie sind, haben sie noch Geschwister und Kontakt zu ihnen und ihren Eltern?“

Schwarzspitzen-Riffhai: „Ja, also ich selbst bin nun 15 Jahre alt und 1,93 m lang. Ich bin also schon ein richtiger Mann!“

Paul: „Wie meinen sie das?“

Schwarzspitzen-Riffhai: „Naja, bei uns wird man erst als ‚erwachsen’ angesehen, wenn man eine Länge von mindestens 1 m aufweißen kann. Erst ab diesem Zeitpunkt können wir uns fortpflanzen.
Und zum Thema Familie, bei uns gibt es nicht die eigene, sondern wir sind alle eine große Familie. Ich erinnere mich zwar noch, dass wir bei der Geburt zu dritt waren, aber bei uns Schwarzspitzen-Riffhaien geht man danach sofort getrennte Wege. Ich kenne also meine Mutter und meinen Vater nicht persönlich und meine Geschwister ebenso wenig.“

Paul: „Wünschen sie sich manchmal, dass sie sie kennen würden?“

Schwarzspitzen-Riffhai: „Nein. Bei uns ist das so und ehrlich gesagt hab ich auch gerne meine Ruhe. Ab und zu trifft man sich mit Kollegen zum gemeinsamen jagen, aber das war’s dann auch. Oh…entschuldigen sie mich bitte einen Augenblick. Was willst du denn hier? Ich bin gerade mitten in einem Meeting!“

Paul: „Verehrte Zuhörer, gerade ist ein weiterer Hai zu uns gestoßen. Aber mir scheint, als sähe dieser etwas anders aus…mhm…“

Schwarzspitzen-Riffhai: „Entschuldigen sie. Das ist ein Weißspitzen-Riffhai. Er ist sozusagen mein Mitbewohner, er lebt auch in diesem Gebiet hier. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir leben zu dritt hier in einer WG. Ich, er und der Silberspitzenhai.

Paul: „Aah, jetzt verstehe ich.“

    ©Photographed by Jan Derk                        © Albert kok
 

Weißspitzen-Riffhai: „Ich wollt nur wissen, ob du mal wieder die ganzen Soldatenfische aufgefressen hast. Ich wollte mir gerade einen Mittagssnack gönnen, aber nichts mehr da. Ich find das echt respektlos von dir."

Schwarzspitzen-Riffhai: „Nicht jetzt, du siehst doch, dass ich gerade beschäftigt bin. Das können wir auch später noch klären.“

Weißspitzen-Riffhai: „Ja, ist ja mal wieder typisch. Du frisst dich voll und ich geh leer aus. Und jetzt muss ich ne halbe Stunde auf den Schnapper-Schwarm warten. Na, vielen Dank! Tschüss!“

Schwarzspitzen-Riffhai: „Sehen sie, deswegen bin ich lieber allein und hab meine Ruhe!“

Paul: „Äh…ja. Wir sind auch bald fertig. Eine Frage hätte ich allerdings noch: Mir wurde berichtet, dass es hier schon mehrfach zu Zusammenstößen mit Menschen gekommen ist. Ist das richtig?“

Schwarzspitzen-Riffhai: „Ja, das stimmt. Dieses Thema ist mir sehr unangenehm…“

Paul: „Was ist der Grund dafür?“

Schwarzspitzen-Riffhai: „Wissen sie, wie man sich fühlt, wenn man plötzlich von Flossen verfolgt wird, vielen Flossen auf einmal. Dann wird es plötzlich ganz grell, als würde es blitzen. Direkt über der Wasseroberfläche. Für einige Sekunden stand ich unter Schock, meine Augen taten weh und dann…versucht mich plötzlich irgendwas zu sich zu ziehen. Ich sah keinen anderen Ausweg mehr, als mich mit meinen Zähnen zu wehren. Und dann konnte ich Gott sei Dank fliehen.“

Paul:Das ist ja gruselig!

Schwarzspitzen-Riffhai: „Ja, war es auch. Zu diesem Zeitpunkt war ich auch noch sehr jung. Später erzählte man mir, dass es diese Menschen seien, die auch schon versucht haben zu anderen Haien Kontakt aufzunehmen. Und einige von ihnen sollen seit diesem Zeitpunkt nie wieder gesehen worden sein. Seither versuche ich diesen Flossen so schnell es geht aus dem Weg zu gehen….Oh, ich rieche, dass der Schnapper-Schwarm auf dem Weg hierher ist. Haben sie noch weitere Fragen, oder kann ich mich aus dem Staub machen?“

Paul: „Nein, das waren alle. Ich bedanke mich für ihre Zeit und ihre Offenheit. Vielleicht sehen wir uns mal wieder. Dann mal Guten Appetit.“

Schwarzspitzen-Riffhai: „Vielen Dank. Auf Wiedersehen!“

 

 

Paul:Und damit wären wir auch schon am Ende unserer ersten Folge von "The fabulous Life of". Ich hoffe, es hat ihnen gefallen und sie beehren uns auch beim nächsten Mal wieder, wenn es heißt:

Ich bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit,
auf Widersehen!
Ihr Außenreporter Paul

  

 

Quellen:

Zuersteinmal möchte ich mich ganz herzlich bei Cheezu bedanken, dass sie mir den Paul gezeichnet hat!!! Vielen Dank!!

http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_%28Krake%29
http://www.tierdoku.com/index.php?title=Schwarzspitzen-Riffhai
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzspitzen-Riffhai
http://commons.wikimedia.org/wiki/Carcharhinus_melanopterus?uselang=de
http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fspitzen-Riffhai
http://www.tierdoku.com/index.php?title=Schwarzspitzen-Riffhai
http://www.tierdoku.com/index.php?title=Wei%C3%9Fspitzen-Riffhai

 

 

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Kommentare (3)
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17.08.2010
Marielle hat geschrieben:
Der Artikel ist toll. Hab ihn eben erst gefunden, aber Hut ab. Klasse!
04.08.2010
midori hat geschrieben:
Ooooh ich liebe Schwarzspitzenriffhaie! ?
Echt supii! Coole Idee, die ganzen Infos in einem Interview zu verpacken! :)
04.08.2010
NinaFlo hat geschrieben:
Hallo Nivis,
das ist ja mal echt ein total informativer und lustiger Artikel :-) Echt super gemacht. Ich hoffe Paul wird noch viele Meerestiere interviewen!!! Und ich finde, als Orakel kam sein journalistisches Potential nicht genug heraus, jetzt hat er endlich einen Job, der zu ihm passt ;-)
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