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Schlechte Neuigkeiten für die Antarktis


von Carina
17.07.2013
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Und wieder ist eine Konferenz gescheitert, eine Chance verpasst. Die Sondersitzung der „Kommission zur Erhaltung lebender Meeresschätze in der Antarktis“ (CCAMLR) hat keine neuen Meeresschutzgebiete beschlossen. Hier alle Infos im Kurzüberblick:

Was ist das CCAMLR?
Die Antarktis ist ein staatsfreies Gebiet und untersteht einem völkerrechtlichen Vertragssystem, das die internationalen Beziehungen auf diesem Kontinent und seine Nutzung regelt.

Die Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) ist Teil dieses Antarktisvertragssystems: Sie dient als Plattform für die internationale Zusammenarbeit in Südpolarmeer.

1982 wurde sie als Reaktion auf das wachsende wirtschaftliche Interesse an der Nutzung des antarktischen Krills gegründet. Dieser kleine Krebs ist eine Grundlage des gesamten antarktischen Ökosystems. Ihr gehören 24 Mitgliedsstaaten sowie die Europäische Union an.

Wozu die zweitägige Sondersitzung in Bremerhaven?
Es ging um zwei Anträge: Der erste von den USA und Neuseeland sah vor, im Rossmeer eine Fläche von 2,3 Millionen Quadratkilometer als Meeresschutzgebiet auszuweisen, einschließlich einer 1,6 Millionen Quadratkilometer großen Zone, die für kommerzielle Fischerei gesperrt sein soll. Der zweite Vorschlag von Australien, Frankreich und der Europäischen Union bezog sich auf sieben Meereszonen mit einer Gesamtfläche von 1,63 Millionen Quadratkilometern, die in den Küstengewässern der Ostantarktis geschützt werden sollten.

Woran ist es gescheitert?
Vor allem Russland hat blockiert, hat wirtschaftliche Interessen wie die Fischerei über den Naturschutz gestellt. „Der starke Widerstand der russischen Delegation hat das jahrelange Engagement vieler Mitgliedstaaten, das Südpolarmeer zu schützen, völlig aus den Angeln gehoben und die Arbeit der Kommission gelähmt“, bilanziert Tim Packeiser, Meeresschutzexperte des WWF.

Warum überhaupt die Antarktis schützen?
Der antarktische Ozean ist Heimat für mehr als 10.000 Arten, darunter die meisten Pinguine der Welt, Wale, Seevögel, Koloss-Kalmare sowie der kommerziell gefragte Riesen-Antarktisdorsch. Und auch für die Forschung ist das Gebiet wichtig. Dr. Onno Groß, Direktor von Deepwave sagt: „Die Regionen sind für die Wissenschaft von entscheidender Bedeutung. Ohne die Schutzgebiete fehlt es an Referenzzonen, um die Auswirkungen des rasanten Klimawandels studieren zu können. Ohne ein Verbot der Überfischung fehlt der Wissenschaft die wichtige Information, wie ein intaktes polares Ökosystem funktioniert.“

Und jetzt?
Noch ist nicht aller Tage Abend: Die Verhandlungen wurden vertagt, im Oktober soll es im australische Hobart weitergehen. Bleibt also zu hoffen, dass dieses einzigartige Ökosystem und seine Bewohner dann den dringend nötigen Schutz erhalten.


Bild: © Michael Poliza / WWF
Quellen:
http://www.tagesschau.de/ausland/antarktis-abkommen100.html
http://www.wwf.de/2013/juli/ringen-um-weltgroesstes-meeresschutzgebiet-gescheitert/bl/1/listid/14365/backpid/124/

 

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Kommentare (10)
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Sortieren nach Aktualität:
28.07.2013
Ronny123 hat geschrieben:
Irgendwann gibt es keine Fische mehr und sie werden nichts mehr von ihrer Überfischung haben.Deshalb könnte man es auch gleich lassen und dafür die Fische schützen.
23.07.2013
Monamona hat geschrieben:
Warum kann ein einzelnes Land das alles verhindern? Geht es etwa nicht nach der Mehrzahl der Stimmen? Müssen sich alle einig sein? Dann wird das ja nie was...
20.07.2013
AlexButterfly hat geschrieben:
Russland?? Wie kann man nur...
Mit der Aktion hätte man so viele Möglichkeiten gehabt, die Antarktis zu schützen!
Ich bin gerade etwas sauer & enttäuscht gleichzeitig... hoffentlich wird das was im Oktober
18.07.2013
kubra.onal hat geschrieben:
Blöd von Russland, aber auch blöd, dass es am Ende daran gescheitert hat. Wie wäre es mit Demokratie?
18.07.2013
Chamaeleonmuetze hat geschrieben:
Echt blöd von Russland....
17.07.2013
PeddyTiger hat geschrieben:
Warum Hat man Russland überhaupt reingelassen???? Die sind nur an ihrer Wirtschaft interessiert und haben mit Umweltschutz gar nichts am Hut.....
17.07.2013
Sandsturm hat geschrieben:
Das ist echt traurig.
Und armselig von Russland.
Man hätte damit so viel für den Naturschutz tun können. :(
17.07.2013
LSternus hat geschrieben:
Traurig.
Dann bis Oktober.
17.07.2013
Ronja96 hat geschrieben:
Oh schade =(
Hoffentlich ergibt sich etwas bei den Verhandlungen im Oktober...
17.07.2013
lolfs hat geschrieben:
Hoffen wir mal, dass es dann im Oktober was wird.

Entsprechend zum Thema gibt es ja auch eine Petition, an der man teilnehmen sollte: http://antarcticocean.org/de/
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