Du willst mehr wissen?


Lausche


den Wellen


Öl-Alarm im Unterwasserparadies


von Marcel
09.04.2010
0
0
100 P

Durch die Havarie des chinesischen Kohlefrachters Sheng Neng 1 wird das Great Barrier Reef an der Ostküste Australiens von einer Ölpest bedroht (Carina berichtete über das Unglück). Für den WWF zeigt der Unfall einmal mehr die mangelnden Sicherheitsstandards auf See. "Die Schiffssicherheit muss angesichts des zunehmenden Verkehrs auch in sensiblen Meeresgebieten dringend erhöht werden“, betont Stephan vom WWF Deutschland. Er fordert eine Lotsenpflicht für Gebiete wie das Great Barrier Reef. Dadurch lasse sich die Unfallgefahr verringern. Außerdem muss das besonders giftige Schweröl als Schiffstreibstoff verboten werden.

"Keiner würde auf die Idee kommen, mit schlammigen Schuhen über edle Teppiche zu laufen, aber auf See kennt man wenig Skrupel“, so Meeresexperte Stephan. Schweröl darf an Land als Treibstoff nicht eingesetzt werden, sondern muss als Sondermüll aufwändig entsorgt werden.

Was sind nun die möglichen Folgen? Das Great Barrier Reef ist mit mehr als 14.000 Tier und Pflanzenarten eine Schatzkammer der Natur. Dieses Naturparadies durch Leichtsinn und mangelnde Sicherheitsvorschriften zu gefährden, ist unverantwortlich. Sie schützen die Küsten vor Sturmfluten und gelten als Kinderstube ungezählter Fischarten. Daraus lässt sich auch ein wirtschaftlicher Wert ableiten - für alle, denen das Argument Schutz von Leben noch nicht genügt: Addiert man nämlich zu diesen Leistungen der Riffe die Einnahmen aus dem Tauchtourismus, so gehen Ökonomen von einer jährlichen wirtschaftlichen Leistung in Höhe von 170 Milliarden Dollar aus! Das Great Barrier Reef wird jährlich von acht Millionen Touristen besucht.

Wird das Great Barrier Reef nicht schon ausreichend geschützt? Das Riff im Osten Australiens ist von der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) bereits als so genannte PSSA (Particular Sensitive Sea Area), also ein besonders sensibles Meeresgebiet eingestuft. Weltweit genießen nur rund ein Dutzend Meeresgebiete, darunter das Wattenmeer und Teile der Ostsee diesen Schutzstatus. Trotzdem wurden wichtige Maßnahmen zum Schutz bislang nicht umgesetzt. 1998 sind beispielsweise bei der Havarie des Holzfrachters Pallas vor Amrum nur 60 Tonnen Schweröl ausgetreten, dadurch jedoch mindestens 16.000 Seevögel getötet und weitere Zehntausende verölt worden. "Nicht nur Öltanker, sondern auch einfache Frachter können durch ihr Schweröl im Tank zu einer ökologischen Zeitbombe werden“, erklärt Stephan.

Wenn ihr Neues zu Havarie erfahrt, postet es bitte hier, damit wir auf dem neuesten Stand bleiben. Welche Möglichkeiten seht ihr noch, das Meer vor Ölverschmutzung zu bewahren?

Weiterempfehlen

Kommentare (0)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Mitglied des Monats
teaser_220.png


Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil
Folgen und mit Freunden teilen