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Ökosystem Korallenriff


von RichardParker
10.02.2016
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Das Great Barrier Reef ist vielfältig, das ist mir bewusst. Dass Korallenriffe ein eigenes Ökosystem bilden, auch. Aber gib mal Korallenriff im Internet ein, du wirst überschüttet! Jedenfalls erging es mir so bei meinen Recherchen für mein Biologie - Fachreferat. Thema: Ökosystem Korallenriff - Am Beispiel des Great Barrier Riffs.


Tja, über das Great Barrier Reef brauche ich und will ich gar nichts erzählen, denn bald kommt das nächste Reef Update.


Im Allgemeinen jedoch, kann ich vieles berichten. In der Biologie wird das Riff, grob gesagt, als lange, schmale Erhebung auf Gewässerböden definiert. Es gilt zwischen zwei grundlegenden Typen zu unterscheiden. Den tropischen- und den Kaltwasserriffen.

Unter die tropischen Vertreter fallen, Saum-, Plattform-, Barrierriff und Atolle. Sie können nur bei Wassertemperaturen um 20 Grad Celsius überleben. Auch das Sonnenlicht ist überlebenswichtig.


Bei Kaltwasser- oder auch Tiefseekorallen sieht das Ganze ein wenig anders aus. Sie kommen in Tiefen von 40- 2.000 Metern vor und sind deutlich unbekannter und unerforschter als ihre Verwandten. Die Darwin Mounds beispielsweise sind eine Kette von Kaltwasserkorallen, die sich von Norwegen bis Portugal ziehen. Diese Riffe wurden erst 1998 entdeckt. Sie können bei Temperaturen von 5-10 Grad Celsius überleben und sind nicht übermäßig an Sonnenlicht gebunden.


Okay, jetzt wissen wir schon ein paar Fakten, aber wie entsteht so ein Korallenriff überhaupt? Die Antwort ist Steinkoralle. Diese Korallenart ist riffbildend und zählt mehr als 500 Unterarten. Ihr Kalkskelett vergrößert sich durch die Kalkablagerungen ihre Polypen immer weiter. Meist finden die Ablagerungsprozesse über Jahrtausende hinweg statt. Mit der Zeit entsteht ein großes Unterwasser-Gebirge, dass Korallenriff. Interessant ist vielleicht auch, dass Korallenriffe zum Großteil aus den Skeletten bereits abgestorbener Korallen bestehen und dass sie nur ein Prozent des gesamten maritimen Lebensraums ausmachen.


Aber wo Korallenriffe sind, da herrscht Vielfalt und es existieren einige Symbiosen an den Riffen. Zum Beispiel die von Polypen und Zooxanthellen, einer Algenart. Symbiosen sind biologische Zweckgemeinschaften von denen beide Seiten profitieren. Die Zooxanthellen siedeln sich hierfür an der Außenhaut der Polypen an. Sie sind überlebenswichtig. Die Polypen scheiden Wasser und Kohlendioxid aus, mit denen Fotosynthese betrieben wird. Ihrerseits geben die Polypen lebenswichtige Stoffe an die Algenzelle. Auf einem Quadratzentimeter Fläche siedeln sich rund eine Million dieser Algenzellen an. Sie sind es auch, die der Koralle ihre Farben und Formen geben. Weiter unten gelegene Korallen verzweigen sich mit den oberen und wachsen wie Äste von Bäumen Richtung Sonne. Deswegen kommt es vor, dass genetisch identische Polypen, ganz unterschiedlich aussehende Korallen ausbilden.


Korallenriffe im Allgemeinen, aber gerade auch Barrier-Riffe, sind höchst sensibel gegenüber Klimaveränderungen, weshalb sich durch den klimatischen Wandel in heutiger Zeit besonders gefährdet sind. Aber der Mensch trägt wie so oft auch einen entscheidenden Teil dazu bei. Mit Bodenschleppernetzen beispielsweise, wie sie seit 2004 in der Gegend um die Darwin Mounds verboten sind, zerstören sie jahrtausendealte Korallenstrukturen.


Korallen und Korallenriffe sind ein Gebiet für sich, was ich persönlich als sehr spannend und vielfältig empfinde. Und genau diese Tatsache machen sie, meiner Meinung nach auch besonders schützenswert. Nicht zuletzt, weil sie ein unentbehrlicher Teil unseres Ökosystems sind und unsere Meere bunt machen.

 

Bildquellen:

http://www.nationalgeographic.de/thumbnails/lightbox/64/91/01/lebendiges-korallenriff-19164.jpg

http://www.life-aquatic.com/images/slide3.jpg

http://www.gbv-vortraege.de/uploads/tx_gbvreferenten/korallenriff_fiji.jpg

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Kommentare (2)
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11.02.2016
Stracca hat geschrieben:
Super Bericht!
Ich finde Korallenriffe toll - es gibt ja auch kleinere. Doof allerdings: Sie werden von Fischerbooten mit Schleppnetzen kaputt gemacht - und brauchen Jahrzehnte um sich zu erholen.
11.02.2016
B0uld3r hat geschrieben:
Toller Bericht! Danke!
Ich dachte ehrlich gesagt, dass die Riffe auf Steinformationen entstehen. Ich hatte noch nie etwas von Steinkorallen gehört;)
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