Du willst mehr wissen?


Lausche


den Wellen


Nordsee: Shell kämpft gegen drohende Umweltkatastrophe


von MarcelB
15.08.2011
18
0
100 P

Die aktuellen Ereignisse erinnern ein wenig an den Frühjahr 2010. Damals kam es am 20. April im Golf von Mexiko zu einem Blowout auf der Bohrinsel Deepwater Horizon. Seit Samstag liegt ein ähnlicher Fall direkt bei uns vor der Haustür vor.

Auf einer schottischen Bohrinsel Gannet Alpha, etwa 180 Kilometer östlich von Großbritannien wurde ein Leck in einer Ölpipeline entdeckt. Shell, der Betreiber der Plattform, wusste schon seit einigen Tagen von dem Leck, ließ die Öffentlichkeit jedoch erstmal im Unklaren. Von der bislang ausgetretenen Menge hatte Shell noch keine genauen Angaben gemacht. Sicher ist, dass das Leck erst nach einem deutlich sichtbaren Ölteppich auf der Meeresoberfläche entdeckt worden sei. Laut Experten besitzt der Ölteppich derzeit eine Breite von 4,3 Kilometern und eine Länge von ganzen 31 Kilometern. Zum Vergleich: Berlin ist an seiner größten Nord-Süd Ausdehnung 38 Kilometer breit. Laut einer Presseerklärung durch Shell hieß es „Wir gehen davon aus, dass das Öl auf natürliche Weise durch die Wellenaktivität aufgelöst wird und keinen Strand erreichen wird.“

Wer denkt, Shell sei ein Einzelfall, der irrt. In der Vergangenheit kam es auf den insgesamt 450 Bohrinseln häufig zu Unfällen. Die bedeutendsten, schlimmsten und verheerendsten der letzten Jahre findet ihr hier. Das Ökosystem Nordsee-Wattenmeer leidet extrem unter den zahlreichen Folgen der Ölverschmutzung. Tatsächlich ist das Problem mit dem Öl garnicht so leicht zu lösen…die mechanische Reinigung an Stränden versenkt das Öl meist nur tiefer in den Sand. Auch die sogenannten Dispergatoren teilen den Ölteppich nur in kleine Teile, sodass das Öl irgendwann nicht mehr sichtbar ist. Allerdings hat der Lebensraum Meer noch Jahrzehnte mit den toxischen Stoffen zu kämpfen.

Nicht nur die Natur, sondern auch die Vögel sind Opfer des Öls. Viele Zugvögel nutzen den Naturraum Wattenmeer als Rastplatz. Jährlich ziehen etwa zehn bis zwölf Millionen Vögel durchs Watt, darunter sind auch viele gefährdete Arten. Die Bilder im Fernsehen zeigen uns, wir Menschen könnten die Vögel, nach einer Katastrophe – wie die im Golf von Mexiko - einfach sauber putzen. Die Realität sieht aber anders aus: In Wirklichkeit überleben selbst bei artgerechter Reinigung gerade einmal 5 Prozent der Tiere.

Seit 1991 ist das Wattenmeer ein Biosphärereservat und seit 2009 anerkanntes Weltnaturerbe. Deswegen stehen Organisationen wie der WWF und Greenpeace gegen eine Ausweitung der Ölförderung im Watt und für eine nachhaltige Entwicklung in der Umgebung des Wattenmeeres.

Wer noch mehr zur Position des WWF lesen möchte kann dies gern hier tun. 

Quellen:

http://www.abendblatt.de/multimedia/archive/00447/pelikan_HA_Politik__447514l.jpg

http://oilrig-photos.com.s3.amazonaws.com/2334.jpg

http://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/meeresschutz/belastungen/oelfoerderung/

http://www.greenpeace.de/themen/oel/nachrichten/artikel/nordsee_erdoel_und_offshore_industrie/

http://www.faz.net/artikel/C30798/nordsee-shell-kaempft-mit-leck-in-oelpipeline-30484426.html

 

Weiterempfehlen

Kommentare (17)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
17.08.2011
Peet hat geschrieben:
@Marcel: Da gibt's immer den schönen gleichen Grund - das Geld! ;)
16.08.2011
Christina1107 hat geschrieben:
Das ist ja soo schrecklich. Das ist ein toller Bericht. Super:)
16.08.2011
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
16.08.2011
MarcelB hat geschrieben:
Ja, das macht mich auch etwas stutzig, wie man bei einem Weltnaturerbe die Öl Förderung erlauben kann!
16.08.2011
Sarah25 hat geschrieben:
Nein! Und dann auch noch fast direkt vor meiner Haustür :(
Man sollte die Ölförderung in der Nordsee wirklich eingrenzen, denn da das Wattenmeer Weltnaturerbe, sollte es doch geschützt werden oder etwa nicht?
16.08.2011
Franzi hat geschrieben:
Oh Gott wie furchtbar.... :( Die Menschen lernen auch irgendwie nicht dazu, oder?!
Danke für den Bericht! :)
16.08.2011
LSternus hat geschrieben:
Mir kommt die Galle hoch! Den großen Firmenchefs ist die Umwelt oder besser der Planet Erde nicht so wichtg wie iher Kapital! Wessen geniale Idee war das eigentlich in der Nähe Biosphärenresavats( und anererkanntem Weltnaturerbe!) Ölbohrungen vorzunehmen!!!!!!!!!!
16.08.2011
Marcel hat geschrieben:
Hier noch eine aktuelle Pressemitteilung des WWF, der einen Stresstest fordert für Ölbohrungen in der Nordsee: http://www.wwf.de/presse/details/news/wwf_fordert_stresstest_fuer_oelfoerderung_in_der_nordsee/ Aus dem ersten Leck sind bereits 200.000 Liter Öl ausgetreten, das zweite Leck kommt nun schlimmerweise noch dazu. Damit gilt das Unglück als schlimmster Ölunfall in der Nordsee seit dem Jahr 2000, als 500 Tonnen Öl ausgeströmt waren.
16.08.2011
Stoffie hat geschrieben:
oh mann was für eine sch****!
schlimm ist noch das noch ein zweites leck gefunden wurde...grauenhaft...

ich hoffe das es iwann wenigstens eine gute und vor allem effektive reinigungsmethode gibt um die schäden solch einer katastrophe zu lindern...

weiß man denn einen grund warum trotz der reiningung nur so wenig vögel überleben?
16.08.2011
MarcelB hat geschrieben:
kurzes Update: Mittlerweile wurde ein zweites Leck identifiziert. Und angeblich soll das erste doch noch nicht gestopft worden sein.
Nach Einschätzung des Havariekommandos in Cuxhaven ist es unwahrscheinlich, dass der Ölteppich auf die deutsche Küste zutreibt. Das ausgetretene Öl bedecke etwa einen halben Quadratkilometer, sagte Sprecherin Ulrike Windhövel. Oh oh oh, keine guten Aussichten!
16.08.2011
Babbuina hat geschrieben:
Das Bild von dem Pelikan ist echt schrecklich. So viele Lebewesen müssen sterben, damit wir im warem sitzen können, damit wir Auto fahren können weil dies schneller und beqemer ist, und und und. Es gibt wirklich so viele Alternativen, aber irgentwie ist die Menschheit zu faul dazu dies umzusetzten. Wirklich, ich versteh es nicht !
15.08.2011
ElDutsche hat geschrieben:
Traurig das so etwas immernoch passirt. Meiner meinung nach sollten da mehr sicherheitsvorkehrungen getroffen werden bevor weiter abgebaut wird. Dabei wäre es im vergleich zu anderen ausgaben kein großer verlust ein zusätzlichen schutzrohr um das pumprohr zu legen
15.08.2011
Chrischan hat geschrieben:
SonScheiß irgend wann TÖTEN wir uns noch selber mit so einem Dreck und das ist ja auch nicht das erste Leck, aber ich hoffe dass das Leck schnell und Sauber wieder geschlossen wird. Ich hoffe das wir irgendwann Mal vorsichtiger mit unser Umwelt um gehen denn Die Polieteiger müssen doch auch mal sehen das durch so was unse Umwelt Kaput geht aber trotz allem ein guter Bericht.
15.08.2011
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
15.08.2011
FabianN hat geschrieben:
Hab ich heute auch schon in Zeitung gelesen. Krass! , dass einfach nichts unternommen wird. Inzwischen könnte man doch VORRAUSSCHAUEN!!!!
Trotz der schlimmen Nachricht ein toller Bericht ;)
15.08.2011
Leslie hat geschrieben:
habe grade nachrichten geschaut; da sagten sie, dass das leck so gut wie gestopft ist und "nur noch" ca 600 l öl pro tag austreten...
ich finds trozdem fraghaft!..

aber ein guter bericht! ;)
15.08.2011
Lars0220 hat geschrieben:
Nicht schon wieder :( Hoffentlich schafft es shell das leck schnell wieder zu zu machen.
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Mitglied des Monats
teaser_220.png


Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil
Folgen und mit Freunden teilen