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"Happy Feet" - Pinguin zurück in die Antarktis


von LaLoba
16.11.2011
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Ein Pinguin in Neuseeland. Eigentlich gar nicht mal so ungewöhnlich. Der Bestand dieser Tiere ist dort an einigen Stellen zwar gefährdet, aber sehen kann man sie trotzdem ab und zu. Doch Moment! Bei diesem Pinguin handelt es sich um einen Kaiserpinguin. Nicht gerade die landesübliche Art, wobei es sich um einen Blue Penguin handeln würde, die -  wie der Name schon sagt - bläulich sind. Dieser Pinguin ist schwarz weiß und passt so gar nicht hierher.

"Happy Feet" nannten ihn seine Pfleger, nachdem er in den Zoo von Wellington gebracht werden musste. Happy Feet stammt aus der Antarktis. Er hatte sich also sozusagen um 3000 Kilometer verschwommen, als er am 20. Juni in Neuseeland an einem Strand auftauchte. Aber herrje! In Neuseeland ist es so heiß und das ist Happy Feet nun gar nicht gewöhnt. Als junger Pinguin macht er das, was er immer machte, wenn ihm zu warm war: Er schluckt Schnee. Oder das, was er für Schnee hält. Woher sollte er denn auch wissen, dass dieses komische harte Zeugs am Strand von Neuseeland nicht Schnee ist? Etwas anderes als Schnee am Strand hatte er bisher eben noch nie gesehen. Der geschluckte Sand half ihm aber leider keineswegs seine Körpertemperatur wieder zu richten.

Happy Feet wird krank und muss in den Zoo gebracht werden für eine Magen OP. Die übersteht er zum Glück gut und darf sich in einem Raum voll mit Eis bei artgerechten Temperaturen wieder erholen. Im September ist es dann endlich soweit: Happy Feet ist bereit nach Hause zurückzukehren. Und die Chance bekommt er auch. Auf einem Forschungsschiff geht es Richtung Antarktis. 1000 Kilometer näher an der Heimat wird er in der Nähe der Campbell-Inseln in die Antarktischen Gewässer entlassen, von wo aus er seinen Weg nun selbst finden muss. Das sollte auch kein Problem sein, Pinguine schwimmen auf der Jagt teilweise mehrere hundert Kilometer. Vielleicht entdeckt er auf dem Weg auch ein paar bekannte Artgenossen oder eine fremde Gruppe Pinguine, der er sich anschließen kann. Happy Feet's Überlebenschancen stehen jedenfalls gut - oder wenigstens nicht schlechter oder besser als die eines jeden anderen freien Kaiserpinguins.

Aber wie kommt es denn nun, dass ein Kaiserpinguin plötzlich in Neuseeland auftaucht? Das weiß man nicht genau, vielleicht hat eine Störung des Magnetfelds der Erde ihm die Orientierung geraubt, vielleicht wurde er von einer starken Strömung mitgerissen oder vielleicht war er auch einfach nur außerordentlich hungrig und auf der Suche nach einem Ort mit mehr Nahrung. Fest steht, dass Tiere sich immer wieder in fremde Gegenden verirren. Eisbären tauchen in Island auf, Wale in Stadtkanälen und Neufundländische Robben in der Nordsee. Happy Feet hat Glück gehabt. Nicht weil er gerade in Neuseeland aufgetaucht ist, sondern weil er ein Pinguin ist. Für gestrandete Wale gibt es oft keine Überlebenschance und für verirrte Eisbären auf Island garantiert keine. Die werden nämlich erschossen. Ist das gerecht? Der Eisbär wird erschossen, weil er gefährlich ist und der Pinguin wieder nach Hause gebracht, weil er so schön süß ist. Das ist die negative Seite von Happy Feet's Story. Wir Menschen sind viel zu wählerisch oder geraten zu schnell in Panik, sobald es um unsere eigene Sicherheit geht... Oder was meint ihr dazu?

 

Quellen:

nachrichten.t-online.de/pinguin-happy-feet-in-antarktischem-gewaesser-ausgesetzt/id_49459758/index

www.stern.de/wissen/natur/verirrter-pinguin-in-neuseeland-happy-feet-der-entdecker-1699974.html

Bild: commons.wikimedia.org/wiki/File:InexpressibleIsland6.JPG

Video: www.youtube.com/watch

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Kommentare (4)
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17.11.2011
KatharinaM hat geschrieben:
Der Kleine sendet doch nicht mehr.... :(

Ich finde, dass es jedes Tier verdient, geholfen zu werden. Doch wir Menschen entscheiden, wer dieses Recht verdient oder nicht. Schrecklich. Als ob wir die Herrscher über alle Lebewesen sind.

Verirrte Eisbären werden erschossen, weil der Mensch Angst vor ihnen hat. Angst, die man als Neugeborenes nicht besitzt und von den Eltern gelernt wird.

Kann Urmeli da auch nur zustimmen.
17.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Da wird HappyFeet sich aber freuen, bald wieder im Schnee leben zu können :)
Ich freu mich, dass Mensch mal Mühen auf sich nimmt, ein Tier zu retten und nicht es zu vernichten. Das ist doch mal ne echt super Nachricht :)

Wir Menschen entscheiden immer zwischen "guten und süßem Tier" und "bösen nicht so süßem Tier". Kühe darf man essen, Katzen nicht. Logik? Keine da.
Das ist eine Sache die ich nie verstehen werde. Was uns Angst macht oder nur theoretisch bedrohen könnte, hat keine Chance auf Hilfe. Schade, dass so eine intelligente Rasse solche Dummheiten begeht.
16.11.2011
Viveka hat geschrieben:
toller bericht! ich glaub auch, dass wir es uns häufig zu einfach machen. ich meine, es hätte auch ein weg gegeben, den eisbären zu tranportieren. aber trotzdem ist es toll, dass die ganze geschichte für den pingiun ein gutes ende hatte.
16.11.2011
Babbuina hat geschrieben:
Ganz deiner Meinung ! Finde es schön, dass sie Happy Feet eine neue Chance gegeben haben zu überleben.
Finde es schrecklich, dass Eisbären nicht die gleiche Chance bekommen wie Happy Feet.
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