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Grindadráp- die Waljagd auf den Färöern


von Junae
06.06.2012
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10 P
Tags: Wale, Meere, Jagd

Alljährlich (und meistens mehrmals im Jahr) wird auf den Färöer-Inseln auf Walfang gegangen. Wird ein Grindwal gesichtet, heißt es „Grindaboð“ (so viel wie „Wale in Sicht“) und die Jagd ist eröffnet- zumindest wenn die Behörden das Wetter und den Seegang dafür als angemessen erachten. Die Waljagd (die auf den Färöern Grindadráp heißt) findet deshalb meist im Sommer statt, da dann das Wetter gut genug ist.
Auch diesen Sommer werden auf den Färöern wieder Grindwale und andere Tiere sterben. Laut der Umweltorganisation Greenpeace werden die Wale an eine Bucht getrieben und dort mit schweren Metallhaken zu Tode geprügelt. Anschließend werden sie mit Messern aufgeschlitzt und ihre Halsschlagader durchtrennt, wodurch sie einen leidvollen Tod finden. Weitere Kritikpunkte sind, dass das Fleisch der Tiere für die Färöer lange keine Notwendigkeit mehr zum Essen und noch dazu mit verschiedenen Giften wie Quecksilber angereichert ist- dies wurde 2007 durch eine färöische Untersuchung bestätigt.
Von Tierschützern wird die Waljagd daher stark kritisiert; in der EU ist sie verboten. Die Färöer-Inseln gehören zwar zu Dänemark, sind aber größtenteils autonom und daher von den EU-Gesetzen nicht betroffen.
Von den Färöern gibt es einige Einwände gegen die Kritik gegen die Waljagd. Beispielsweise ist die Waljagd für sie Tradition (seit 1584 sind Aufzeichnungen der Grindadráp bekannt). Auch sagen sie, dass das Fleisch der Wale vollständig verwertet wird und allein den Färöern als Nahrung gilt- das Fleisch wird nicht verkauft, der Walfang nicht aus kommerziellen Gründen betrieben. Nach Auffassung der Färöer leiden die Tiere nicht. Sie werden mit verschiedenen Waffen getötet, die behördlich zugelassen sind. Sie werden mit den Messern geköpft und sterben in der Regel innerhalb von einer Minute.
Die Wale werden von mehreren Leuten in Motorbooten getrieben, so dass sie an die Bucht kommen, wo es erlaubt ist, sie zu töten. Sie werden nicht von den Waltreibern getötet, sondern von Menschen, die am Strand auf sie warten. Die Färöer behaupten jedoch, dass die Tiere von alleine zu ihnen kommen und auch nur wenige getötet werden, da die meisten an den Buchten vorbeischwimmen. Außerdem seien die Grindwale keine bedrohte Tierart.


Kritiker und Befürworter werden sich vermutlich nie einigen können. Tatsache ist jedoch, dass in den letzten Jahren immer mehr Stimmen auf den Färöern laut geworden sind und sich gegen die Grindadráp ausgesprochen haben.

( Wer mag, kann sich über diese Waljagd Videos bei YouTube ansehen. Diese sind aber nichts für schwache Nerven (selbst, wenn man auf manchen das Töten „nur“ von Weitem beobachten kann)! )
 

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Grindadr%C3%A1p

                 https://apps.facebook.com/stern-social-reader/reader/index/single/artid/1837217/artdate/2012-06-06%2015:49:50/photonum/0#_=_

Bildquelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Killed_pilot_wales,_faroe_islands.jpg&filetimestamp=20050407153910

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Kommentare (11)
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29.09.2012
Carinaa hat geschrieben:
Ja so ist das: Jeder einzelne versucht sich rauszureden, er würde Tiere quälen. Doch dabei ist das die bittere Wahrheit. Wale auf so eine Weise, oder eher gesagt generell zu töten, ist asozial. Die armen Tiere müssen leiden, bevor sie sterben,
14.06.2012
Kaathy hat geschrieben:
Wirklich schrecklich, soetwas jedesmal wieder zu sehen..
09.06.2012
Mariesa hat geschrieben:
waalfan ist etws grausames, und in meinen augen sind die japaner mit ihen im allgemein kanken idde, aus seltenen tieren enzyme und soweiter zu gewinnen, um leute zu heilen mag ja stimmen ,aber das hier ist genau s großer scheiß wie bären bei lebendigen leib, das nieremarkt ür hustensaft zu entnehmen. es ist alles sehr grausamn und mann muss was unternehmen. !!!

und übrinhsgetns sternchen1 mit dir teile ch auch die meineung was unsere "artgerechte" haltung in denn massenmordhusern angeht. ! aber es sollte trotzdem verbten werden : enfach alles meine ich !
07.06.2012
sternchen1 hat geschrieben:
ich würde das etwas differenzierter sehen. natürlich ist walfang wirklich keine schöne sache und ich bin grundsätzlich auch dagegen eingestellt. aber ich finde, es ist shcon sehr positiv, wenn das fleisch komplett verwendet wird und kein kommerzieller walfang betrieben wird. außerdem sterben in unseren schlachthäusern die tiere auch keinen schönen tod, das ist genauso schlimm, trotzdem essen sehr viele leute fleisch.
07.06.2012
lotte98 hat geschrieben:
toller bericht erstmal.es ist total schlimm.der walfang sollte grundsätzlich verboten werden!!!
07.06.2012
Anni09 hat geschrieben:
Die Leute sind doch wirklich geisteskrank. Zitat:" Es sieht so majestätisch aus wenn das Wasser sich rot färbt." Hallo, gehts noch?

Und soweit ich weiß wird das Fleisch nicht verwertet, weil es ungenießbar ist. Das wurde zumindest in einer Doku gesagt.

@alle: Für jeden der sich für Walfang, Delfinfang oder Robbenjagd interessiert kann ich nur den Film "Bekenntnisse eines Ökoterroristen" empfehlen :)
06.06.2012
Taki hat geschrieben:
Stopp grundsätzlich den Wahlfang. Auch keine Faule Ausrede für die Wissenschaft.
06.06.2012
Madamsel hat geschrieben:
Das ist wirklich furchtbar. Es erinnert mich an den Film "The Cove", der hier auch letztens in einem Bericht vorgestellt wurde.
Gibt es denn etwas, was man von hier aus direkt dagegen tun kann? Zum Beispiel in Richtung Petition?
06.06.2012
ingachen hat geschrieben:
Tradition?! Na was für ein tolles Argument...
Außerdem finde ich, dass das Sterben erst nach einer Minute nach einer großen Qual klingt. In einer solchen Situation kann eine Minute einer gefühlten Stunde gleichen!
Und die Tiere sollen alleine zu ihnen kommen? Warum sollten sie das tun? Wenn dann doch wirklich nur, weil sie nicht wissen was sie erwartet.
Ich kann es einfach nicht verstehen, wie ich Staaten immer wieder so leicht aus Gesetzten herausreden können. Die Faröer-Insel gehören zu Dänemark und damit zur EU, also sollten auch deren Gesetzte gelten, besonders in solchen wichtigen Angelegenheiten!
06.06.2012
midori hat geschrieben:
Tradition ist keine Rechtfertigung für Grausamkeiten. Wir befinden uns nicht mehr im Mittelalter! Man kann nur hoffen, dass das auch die Färöern bald begreifen und diese wundervollen Wale lieber schützen und sie als Schatz ihrer Insel ansehen.

Danke für den informativen, wenn auch traurigen Bericht.
06.06.2012
LSternus hat geschrieben:
So wichtig ist das Walfleisch für die Insulaner auch nicht, sie haben genug Alternativen.
Wenn die Wale wirklich eine der wichtigsten Nahrungsquellen wären, würden sich weniger Wale fangen.
Die Waljagt ist dort wohl eher ein Sport.
Trotz internationalen Protestes.
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