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den Wellen


Geisternetze.


von B0uld3r
20.07.2016
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Herrenlose Geisternetze, die durch die Weiten unserer Ozeane treiben und ahnungslosen Meerestieren zum Verhängnis werden?

Was wie der Anfang einer billigen Gruselgeschichte klingt, ist leider bittere Realität. Laut einer Studie der Welternährungsorganisation FAO, werden jährlich ca. 1.250 Kilometer Fischereinetze zu Geisternetzen - und das allein in europäischen Meeren! Oft gehen Netze während Stürmen verloren, verhaken sich an Schiffswracks oder werden einfach über Bord geworfen.

Geisternetze stellen in zweierlei Hinsicht eine Gefahr für Meeresbewohner da. Einerseits das offensichtliche Verheddern, was vielen Fischen, Vögeln und Meeressäugern zum Verhängnis wird und andererseites das Material aus dem ein Großteil der Geisternetze besteht: Plastik.

Geisternetze bestehen meistens aus Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE). Zugunsten einer leichteren Verarbeitung, werden diesen Kunststoffen oft toxische Weichmacher beigemischt, die dann im Wasser herausgelößt werden. Zusätzlich dazu, zersetzen sich die Netze mit der Zeit zu Mikroplastik und gelangen so in den Nahrungskreislauf.

Was tut der WWF dagegen?

In einem Pilotprojekt in den Jahren 2011 und 2012 hat der WWF bereits 27 Tonnen Netze aus der polnischen und litauischen Ostsee geborgen – insgesamt Geisternetze in einer Länge von 135 Kilometern. Zum Einsatz kamen Taucher an Wracks sowie eine spezielle Netzharke, mit der am Meeresboden liegende Netze erfasst und aufgesammelt werden können.

Bei einer aktuellen Bergungsausfahrt vor Rügen, konnte der WWF rund 1,5t Geisternetze sicherstellen. Das einsammeln von Netzen mithilfe einer Netzharke ist äußerst effektiv, kann aber nur dort eingesetzt werden, wo nicht mit denkmal-geschützen Schiffswracks oder Munitionsaltlasten zu rechnen ist.

Der WWF fordert eine praktischeUmsetzung der Meldepflicht aus der EU Fischereikontroll-Verordnung in Deutschland. „Wir müssen es schaffen, dass die Meldung von Netzverlusten nicht zu Angst vor Strafen bei den Fischern führt und dass wir eine verlässliche Grundlage für Netzsuche, Bergung und Vermeidung der Netzverluste bekommen. Dazu brauchen wir die Fischer und auch die Behörden.“ sagt Kanstinger. Darüber hinaus müssen zügig Methoden zum Markieren und Auffinden von Netzen entwickelt und umgesetzt werden.

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