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European Fish News


von Nivis
01.11.2012
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Haltet euch fest, nun folgt eine sehr niederschmetternde Nachricht für uns Europäer:

Wir sind Weltmeister!
Hurra Hurra? Ganz im Gegenteil!

Wir sind Weltmeister – im Leerfischen unserer Meere.
Und das ist der Grund, weshalb das Thema „Fischereipolitik“ topaktuell ist.
Denn wenn wir diesen schrecklichen Titel loswerden wollen, dann müssen wir JETZT handeln, sonst ist es spätestens 2022 zu spät – und unsere Meere sind leer.

Die Verhandlungen sind derzeit in vollem Gange. Bis 2013 soll die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) der Europäischen Union reformiert werden – DIE Chance den Weg in eine nachhaltige Fischereipolitik zu ebnen.


Doch wie steht es nun aktuell um die Nachhaltigkeit der Fischerei in Europa?
Tja, wie so oft im Leben gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht.

Welche wollt ihr zuerst hören?
Ok, fangen wir zunächst mit der schlechten Nachricht an.

 

+++ SCHLECHTE NACHRICHT: WWF SCHOCKIERT ÜBER BESCHLUSS DER EU-FISCHEREIMINISTER +++


Am 24. Oktober 2012 wurde verkündet, dass die EU-Fischereiminister einen eher widersprüchlichen Beschluss gefasst haben. Denn obwohl sich alle gemeinsam dem Ziel verschrieben haben die Überfischung der Meere zu stoppen, wird den EU-Fangflotten die Subventionierung zur Modernisierung ihrer Schiffe zugesprochen. Konkret heißt das, dass die Verbesserung der Fangflotten – weniger Spritverbrauch, bessere Fangvorrichtungen, etc. – und somit die Steigerung deren Effektivität gefördert wird.

„Mit modernen Schiffen, die wenig Sprit verbrauchen, aber viel Fisch fangen können, wird man die Überfischung nicht eindämmen“, so WWF-Expertin Schacht.
1,3 Milliarden Euro wird Europa für die Stilllegung bzw. Abwrackung von Fischereischiffen bis 2012 bezahlt haben. Doch die Stilllegung einzelner Flotten bewirkt wenig, wenn parallel die Fangkapazitäten der verbleibenden Fangflotten kontinuierlich ausgebaut werden und somit das Fanglevel bestehen bleibt oder sich anhebt.

Karoline Schacht fällt folgendes abschließende Urteil: „Die Entscheidung der EU-Fischereiminister ist ein totaler Fehlschlag und bremst die Reform für nachhaltige Fischerei aus. Damit wird wieder am Kernproblem der EU-Fischereipolitik vorbeiregiert – denn die Überkapazitäten als Treiber der Überfischung bleiben bestehen und dürfen sogar ausgebaut werden.“

 

+++ GUTE NACHRICHT: NEUE FANGQUOTEN NACH UMWELTSCHUTZKRITERIEN FESTGELEGT +++

 

Während die Empfehlungen der Umweltschutzorganisationen im Falle der Fangflottensubventionierung übergangen wurden, konnte der WWF am 22. Oktober erfreut feststellen, dass die EU-Fischereiminister wohl doch nicht auf beiden Ohren taub sind. Denn diese verkündeten die neu festgelegten Fangquoten für das Jahr 2013 und legten somit fest, wie viel Fisch aus der Ostsee gefangen werden darf.

Die WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht zeigt sich zufrieden: „An den erhöhten Fangmengen für Hering und Sprotte gibt es aus Naturschutzsicht nichts auszusetzen, weil die Minister nicht über die wissenschaftlichen Empfehlungen hinausgeschossen sind.“
Über das Ziel hinausgeschossen sind sie nicht – im Gegenteil. Beim Ostseedorsch sind die Minister aufgrund der schlechten Nachwuchssituation sogar unter den Empfehlungen geblieben und schafften so die Grundlagen für die Erholung des Ostseedorschbestandes.
Erfreulich ist auch, dass die Entscheidungen unter der Berücksichtigung des höchstmöglichen Dauerertrages (MSY) getroffen wurden – d.h. dass die größte mögliche Fangmenge ermittelt wurde, die einem gesunden Fischbestand entnommen werden kann, ohne dass dessen Fortpflanzungsfähigkeit gefährdet wird.

„Das muss Schule machen“, fordert Schacht. „Doch um die positive Entwicklung für die Zukunft festzuschreiben, müssen sich die Regeln der Fischereipolitik grundsätzlich gegen Überfischung richten.“
Und damit auch gegen Beifang und die Verschwendung von Meerestieren.


++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Ihr seht also: Die EU-Fischereiminister haben allerhand zu tun und vieles hängt von ihren Entscheidungen ab. Doch wir sind nicht handlungsunfähig. Wir können auch was bewirken!


Wie?
Das seht ihr hier.

 

 


Quellen:

© Martin Harvey / WWF-Canon
© Jochen Lamp / WWF
© Jorge Bartolomé / WWF
© Jürgen Freund / WWF-Canon
http://www.wwf.de/2012/oktober/neue-fangquoten-fuer-ostseefischerei-vereinbart/bl/1/listid/14365/backpid/124/
http://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/fischerei/fischereipolitik-in-europa/
http://www.wwf.de/2012/oktober/wwf-kritisiert-eu-beschluss-fischereiminister-finanzieren-ueberfischung-weiter/bl/1/listid/12937/backpid/186/
 

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Kommentare (5)
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Sortieren nach Aktualität:
17.01.2013
david.s hat geschrieben:
Das ist echt schrecklich,seit etwa 1 Jahr esse ich nicht mal mehr Fisch, aufgrund der Überfischung.
03.11.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
03.11.2012
Zuzanna hat geschrieben:
das ist echt krank....
01.11.2012
LSternus hat geschrieben:
Na super! Und nicht nur das: Deutschland ist auch noch unter den Top5 der europäischenm Haifleisch-Käufern.
01.11.2012
green.eyes hat geschrieben:
ich finde den Bericht ziehmlich informativ danke dafür.
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