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Eine Lösung für Überfischung? Es geht auch einfach!


von Gluehwuermchen
12.05.2015
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Es scheint so simpel zu sein - denn das Prinzip ist aus der Landwirtschaft längst bekannt!

Am australischen Great Barrier Reef haben Wissenschaftler herausgefunden, dass sich diverse Tierbestände besser erholen, wenn im Rotationsprinzip gefischt wird. Dieses Verfahren ist ja aus der Landwirtschaft bereits bekannt - die sogenannte "Dreifelderwirtschaft", bei der eine Fläche zwei Jahre ruht und nur im dritten Jahr mit einer Kultur bewirtschaftet wird, existiert schon seit dem Mittelalter.

Im Great Barrier Reef wird natürlich nichts angebaut, sondern gefischt. Seegurke, Jakobsmuschel und Seeohrenschnecken können nach Aussagen der Wissenschaftler von diesem System profitieren und sich in den Ruhephasen besser erholen. Dies betrifft natürlich nur ortsansässige Tiere. Wie effektiv der Schutz tatsächlich ist, konnte bislang aber nicht untersucht werden.

Im Jahr 2004 verboten Behörden rund ein Drittel der traditionellen Fischerbereiche, um dem Raubbau entgegenzuwirken. Die übrige Fläche wurde in kleinere Flächen unterteilt, auf denen im Wechsel alle drei Jahre die Seegurke gefischt werden darf. Es wird vermutet, das eine Fangpause von sechs Jahren für andere Arten noch besser wäre, was aber vermutlich schwierig durchzusetzen ist.

Philipp Kanstinger vom WWF sagt zu dieser neuen Erkenntnis: "Hier wird ein einfacher Weg zur nachhaltigen Fischerei für bestimmte Meerestiere aufgezeigt", aber "Wenn mit Schleppnetzen die Riffstrukturen zerstört werden, können Sie lange auf eine Erholung des Ökosystems warten."

Die Fangmethode ist bei diesem System also entscheidend dafür, ob es in anderen Regionen ebenfalls erfolgreich durchgeführt werden kann.

Ein entscheidendes Argumet für dieses System ist auf jeden Fall, dass bei sechs von neun Arten eine Ertragssteigerung für die Fischer zu verzeichnen war, obwohl weniger gefischt wurde, als zuvor. Wenn man die Kosten für den einzelnen Fischfang mitberücksichtigt, ist dieses System sogar effizient.

Dieses einfache System scheint eine gute Lösung für Überfischung zu sein. Es wäre spannend, wenn es in mehreren Pilotprojekten in verschiedenen Regionen weiter untersucht werden könnte. Trotzdem bleibt irgendwo die Frage, warum man nicht schon viel eher mit einer solch einfachen und logischen Maßnahme begonnen hat...

 

Das Great Barrier Reef ist nicht nur durch Überfischung in Gefahr. Unterschreibe hier die Peititon gegen den Ausbau von Kohlehäfen, die das Riff gefährden!

 

Quelle: http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article140805852/Fuer-die-Ueberfischung-gibt-es-eine-einfache-Loesung.html (Stand 11.05.2015)

Bild 1: Hardy Reef © Jürgen Freund / WWF-Canon

Bild 2: © Cat Holloway / WWF-Canon

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Kommentare (10)
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20.05.2015
Sharakan hat geschrieben:
Würde das gesetzlich festgelegt, würden das zwar auch nicht alle machen, aber immerhin ein paar...
20.05.2015
Naturliebe hat geschrieben:
Es ist schon fast erschreckend, dass es so einfach ist, einer Überfischung entgegenzuwirken, und sich trotzdem noch nicht wirklich viel verändert hat.
Ich hoffe, dass es bald jedoch endlich so weit ist und auch außerhalb des Great Barrier Reefs davon profitiert werden kann.
Danke für den Artikel :)
14.05.2015
Akatsuki hat geschrieben:
Weil die ganzen Konzerne Umsatteln müssen wird es nicht sofort gemacht. Das ist ja auch erstmal viel Papierkram und das dauert eben, weil sich alle einigen müssen.
14.05.2015
skl02 hat geschrieben:
Obwohl es doch eigentlich so einfach ist, wird es noch nicht gemacht.. Warum nur? Ich denke man muss auf jeden Fall weitere Versuche durchführen, damit die Effizienz dieser Fangart bewiesen wird, weil ich denke, sonst wird sich das nicht durchsetzen, da die meisten trotzdem Angst vor Umsatzeinbußen haben. Natürlich muss man das aber dann auch mit den Schleppnetzen sein lassen!!
Danke für den interessanten Bericht! :)
14.05.2015
Luke24 hat geschrieben:
Bleibt zu hoffen - wie Puma schon schreibt - dass dieses System auch woanders zum Zuge kommt. Nord- und Ostsee sind ja auch schon am Rande der Überfischung :-(
13.05.2015
Puma hat geschrieben:
Ich find die Idee echt klasse! :D Vor allem, wenn es sich für die Fischer auch lohnt, werden sie wahrscheinlich auch die Idee akzeptieren. Find ich toll und ich hoffe auf eine schnelle Umsetzung sowohl dort als auch in den restlichen Weltmeeren :)
12.05.2015
Anticap hat geschrieben:
Eine Lösung, die sowohl Tier als auch Mensch zufrieden stellen kann. Hpffentlich klappts.
Danke für den Artikel :D
12.05.2015
EvaUll hat geschrieben:
Sehr interessanter Bericht! Ich hoffe die idee wird durchgesetzt. ..!
12.05.2015
Akatsuki hat geschrieben:
Ich als begeisterter Meeresfan, dem das Wasser 1 Millionen mal lieber ist als das Land, hoffe sehr stark, dass man eine Lösung für das Problem findet.
12.05.2015
midori hat geschrieben:
Es wäre schön, wenn sich Vernunft und Nachhaltigkeitgedanke durchsetzen und dieses System etabliert wird. Dann haben alle etwas davon - Natur und Mensch!
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