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Eco-Crimes – Verbrechen gegen die Natur


von Cedric
23.06.2011
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55 P

Ich habe am Montag(13.6.11) auf Phoenix einen Bericht mit dem Titel „Eco-Crimes – Verbrechen gegen die Natur“(aus dem Jahr 2008) gesehen, der mich sehr geschockt hat. Dieser Film, der aus 3 Teilen besteht, dokumentiert den Kampf gegen ein weltweit kooperierendes Netzwerk aus Öko-Piraten, Wilderern und Schmugglern. Diese halten sich an keinerlei Gesetze und fallen ohne jegliche Rücksicht über die Schätze der Natur her und bedrohen dadurch die natürlichen Lebensgrundlagen.
Der Film zeigt nicht nur diese skrupellosen Umweltzerstörer sondern auch jene engagierte Menschen, die sich gegen diese Umweltmafia stellen! Die dafür undercover arbeitenden Zollbeamten, Fischereikontrolleure, Staatsanwälte und Mitarbeiter von regierungsunabhängigen Umweltschutzorganisationen riskierten dabei nicht selten ihr Leben.

Die Dokumentation, die das Ergebnis einer über dreijährigen Recherche der Filmemacher Heinz Greuling und Thomas Weidenbach ist, beruht auf Gerichtsakten, Verhörprotokollen und Zeugenaussagen. Dabei konnten die Filmemacher auf zum größten Teil noch nie im Fernsehen gezeigte Beweisvideos von Behörden, dem Militär und Umweltdetektiven zurückgreifen.

Die Dokumentation besteht wie bereits erwähnt aus 3 Teilen, wobei jeder über ein einzelnes Verbrechen gegen die Natur berichtet.
Im ersten Teil („Ozonkiller“) geht es um den Handel mit verbotenen Chemikalien, die die Ozonschicht zerstören, der zweite Teil („Piratenfischer“) erzählt von Fischern, die illegal tonnenweise Schwarzen Seehecht fangen, während es im dritten Teil („Tibet-Connection“) um das (leider!) sehr lukrative Geschäft mit seltenen Tierarten geht.

Zunächst folgt jetzt der Bericht über den 2. Teil, da ich diesen zuerst im Fernsehen gesehen habe. Die Berichte über die anderen beiden werden später folgen.
 

 

Piratenfischer

Der 2. Teil des Filmes „Eco-Crimes – Verbrechen gegen die Natur“ mit dem Titel „Piratenfischer“ erzählt die skrupellose Vorgehensweise von Fischern, die illegal die Meere plündern. Es ist die Geschichte eines Verbrechens, das keiner für möglich halten würde.
Der Tatort sind die Gewässer rund um die Antarktis. Dort lebt der vor allem in den USA, Japan und China beliebte Schwarze Seehecht. Der Fisch ist sehr begehrt, da er ein festes, weißes und grätenarmes Fleisch hat. Die Fischer bezeichnen ihn als ihr „Weißes Gold“, schließlich bringt ein Exemplar ca. Tausend US-Dollar und mehr ein. Experten schätzen, dass jedes Jahr etwa 500.000 Tonnen illegal gefangenen Fischs auf dem internationalen Markt umgesetzt werden!


Dieses lukrative Geschäft führt auch dazu, dass Fischer illegal, also ohne sich an jegliche Fangquoten und Gesetze zu halten, Jagd auf diese Fische machen und sich damit zu Millionären entwickeln. Doch mit ihren illegalen Machenschaften bedrohen sie neben dem Ökosystem der Meere auch die Existenzgrundlage der legalen Fischer.
Der Film handelt von der Ausweglosigkeit der Australischen Fischereibehörde AFMA.
Deren Beamte müssen seit Jahren mit ansehen, wie Piraten die fischreichen Gewässer um den Südpol herum leer fischen.
Die Tatwerkzeuge sind uralte, halb verrostete Schiffe, deren Wert den eines Mittelklassewagens wohl nur schwer übersteigen würde. Beispiele sind die Schiffe „Volga“ und die „Lena“. Sie fahren unter russischer Flagge, gesteuert werden die Schiffe durch einen ausgebildeten spanischen Offizier und unter Deck arbeiten asiatische Arbeitssklaven, die unter menschenunwürdigen Bedingungen leben und schuften müssen. Gesteuert wird dieses Umweltverbrechen von einem mächtigen Kartell in Singapur.


Doch wenn der Kühlraum mit dem begehrten Fisch gefüllt ist, steigt der Wert des Schiffes auf ca. 2 Millionen Dollar!


Die Schiffe bleiben über viele Monate auf See und werfen kilometerlange Leinen aus, an denen tausende Haken hängen. Mit diesen Leinen wollen sie Fische aus bis zu 4000 Meter Tiefe angeln. Doch verenden an diesen Langleinen auch zahlreiche andere Meeresbewohner wie zum Beispiel Seelöwen und Albatrosse.


Grundlage für diesen Film ist der Fall der beiden oben genannten Piratenschiffe „Volga“ und „Lena“. Diese beiden Schiffe sind nur(!) 2 von einer ganzen Flotte an Piratenschiffen im Südlichen Ozean.
Die Kontrolleure haben diese Schiffe schon längere Zeit beobachten, sind jedoch nicht in der Lage gewesen einzugreifen, da sie nur langsame, zivile, unbewaffnete Schiffe hatten, mit denen sie nur Drohgebärden aussprechen konnten die die Piraten einfach ignorierten.
Damit wollen sich jedoch ein mutiger Fischereikontrolleur und ein engagierter Berater des australischen Generalstaatsanwaltes nicht abfinden und mobilisieren sowohl die Regierung als auch die Armee und stellen den Piraten eine Falle.
Die Fischereibehörde hat nun ein neues Schiff. Einen mit schweren Waffen ausgerüsteten Eisbrecher, damit sie Piraten auch durch schwere See verfolgen können. Zusätzlich erhalten die Fischereikontrolleure eine Ausbildung an Schusswaffen.
Nach einer Verfolgungsjagd, bei der neben der australischen Marine auch andere Nationen Kampfschiffe und Hubschrauber entsenden, werden die beiden Schiffe geentert. Eine bis an die Zähne bewaffnete Spezialeinheit seilt sich per Kampfhubschrauber ab und nimmt die illegalen Fischer fest.


 

Spätere Ermittlungen enttarnen ein Kartell, das von Spanien über Russland bis nach Indonesien reicht.
Der Fall der „Volga“ landet bald vor dem internationalen Seegerichtshof in Hamburg. Auf Druck indonesischer Geschäftspartner klagen die Russen die Australier an und verlangen die Herausgabe der beiden Schiffe. Die Australier gewinnen dieses Verfahren zwar und versenken die Schiffe, jedoch müssen sie die verhafteten Offiziere freilassen – gegen eine bescheiden geringe Kaution, die bei dem Millionengeschäft leicht zu verkraften ist!

Damit ist zumindest zeitweise die illegale Hochseefischerei rund um den Südpol gestoppt, doch die Piraten ziehen weiter. Auch nach Europa!

Hier ist der Link zum Film:

http://www.myvideo.de/Videos_A-Z?searchWord=piratenfischer

 

(Bild-)Quellen:

http://www.einsfestival.de/highlights/2009_53/ecocrimes.jsp
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,590925,00.html
http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/eco_crimes/287568?datum=2010-02-16

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-37183.html
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-37183-2.html
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-37183-4.html
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-37183-5.html
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-37183-6.html
http://www.greenpeace4kids.de/typo3temp/GB/ee5d45a4bd.jpg
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Kommentare (3)
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25.06.2011
Cookie hat geschrieben:
So, ich hab mir den Film mittlerweile angesehen und fand das echt sehr interessant, danke noch mal für den Tipp! :) Was ich allerdings am schlimmsten fand, ist, dass der Regierung und den Fischereibehörden derart die Hände gebunden sind und sie so oft nichts tun können, als den Piraten zuzuschauen... Das finde ich ziemlich erschreckend.
23.06.2011
Rhino hat geschrieben:
Einer der besten und ausführlichsten Berichte, die ich bisher gesehen habe. Ich muss Cookie zustimmen, ich freu mich auch immer, wenn solche Verbrecher gefasst werden!
23.06.2011
Cookie hat geschrieben:
Ein toller Bericht! Sehr interessant, aber auch ziemlich schockierend, vor allem, wenn man die Bilder dazu sieht, dieses total verrostete Schiff... Aber auch schön zu hören, dass solche Leute erwischt wurden, auch, wenn die Piraten damit nicht für immer ausgeschaltet wurden, aber es ist immerhin ein Schritt gemacht. Danke für den Tipp, ich werd mir die Serie auf jeden Fall ansehen! :)
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