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Die Welt bewegen - Von Haiattacken und Haischutz


von MaRyLoU
23.05.2012
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Stellt euch vor, ihr werdet von einer Biene gestochen…Die Reaktion vieler Menschen wäre darauf hin, diese Biene zu zerquetschen (auch wenn mich so was immer ärgert…).Wie müsste es dann wohl erst aussehen, wenn der Angreifer ein 1000kg schwerer (weißer) Hai ist? Und euch bei diesem Vorfall ein Bein, ein Fuß oder gar beides benutzungsunfähig gemacht werden? Würden sich die meisten danach nicht wie bei der Biene für die Ausrottung dieser Tiere einsetzten? Die Überraschung ist groß – die meisten Opfer von Haiattacken zählen zu den größten Haischützern überhaupt! (also ab jetzt bitte auch die Bienen schützen ;))

Für manch Außenstehenden mag es unbegreiflich sein.  Wie kann man von einem Hai angegriffen werden und diese Art dann hinterher schützen? Vielleicht liegt es daran, dass die meisten Angegriffenen einfach das Meer lieben. (Ist ja auch wahrscheinlich, denn sonst würden sie ja nicht so viel tauchen gehen und könnten nicht angegriffen werden).

Pro Jahr werden weltweit nur ungefähr 65 Menschen (von 7 Milliarden!) von Haien angegriffen und dabei verletzt. Eine dieser Angegriffenen war Debbie Salamone, eine Turniertänzerin und in der Freizeit leidenschaftliche Taucherin. Sie hatte 2004 im Atlantischen Ozean nahe der Küste Floridas ihren Zusammenstoß mit einem Hai erlebt.

Es war eine schreckliche Begegnung, als im hüfthohen Wasser ein Hai meinen Fuß zerfetzte. Wie durch ein Wunder überlebte ich den Angriff. Es dauerte Monate, bis ich ein paar Schritte gehen konnte.“ Debbie Salamone

Das Tanzen war nach dem Angriff erst mal unmöglich. Es folgten Operationen und Monate im Krankenhaus. Da es im Krankenhaus nicht gerade spannend war, hatte sie viel Zeit zum Nachdenken. „Ich habe die Natur und das Schwimmen im Ozean immer geliebt und als Zeitungsreporterin oft über Umweltthemen geschrieben. Warum hatte sich die Natur jetzt gegen mich gewandt? fragte sie sich. Doch schließlich fing sie an diese Begegnung mit dem Hai als Prüfung ihrer Liebe zur Natur zu sehen. Ihre Entschlossenheit, die Meere und ihre Bewohner zu schützen, sollte auf die Probe gestellt werden. Denn wenn ihr wirklich etwas daran lag, sollte sie auch jetzt damit weitermachen. So traf sie ihre Entscheidung. Seit sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, setzt sich nun aktiv für Haie und deren Schutz ein. Unteranderem in dem sie andere „Hai-Opfer“ anwarb auch zu schützen und der Organisation  Pew Environment Group beitrat, um die Haie vor dem Aussterben zu retten – ein sehr wahrscheinliches Schicksal, wenn die Menschen damit weitermachen, jedes Jahr Millionen Haie zu töten. *

Obwohl viele der Menschen die von einem Hai angegriffen wurden, Arme und Beine verloren haben, sind sie leidenschaftliche Haischützer.  Vielleicht sind sie ja durch ihre Erfahrungen die idealen Fürsprecher für die Haie. "Sind wir so selbstgefällig, dass wir glauben, wir hätten das Recht, auch nur irgendeine Tierart an den Rand des Aussterbens zu bringen?", so der australische Kampftaucher Paul de Gelder (34), welcher 2009 ein Bein und einen Arm verlor, als ihn ein Hai während einer Übung im Hafen von Sydney angriff. (Im folgenden Jahr Sep. 2010 sprach er schon für mehr Schutz für diese Tiere). Für die, die eine Haiattacke überlebt haben, ist dieser Kampf ein persönlicher. Vielleicht möchten sie, dass ihr Unglück einem höheren Gut dient. Krishna Thompson zum Beispiel glaubt daran, dass er seine Feuerprobe überlebt hat, damit er seiner Berufung folgen und sich für den Haischutz einsetzen kann. Er verlor 2001 sein rechtes Bein und dass während er eigentlich seinen zehnten Hochzeitstag feiern wollte. "Ich habe eine zweite Chance im Leben bekommen", sagt er. "Es muss einen Grund geben, warum ich noch hier bin, und ich glaube, ein Teil dieses Grundes ist der Schutz der Haie. Ich bin hier, um diesen Tieren eine Stimme zu geben, um die Umwelt und die Gesellschaft zu einem besseren Ort für uns alle zu machen."

Wenn das nicht von echter Stärke zeugt...

 

 

*Ein paar (ganz kurze) Fakten zur Gefährdung der Haie:

Haie sind inzwischen sehr gefährdet. Mehr als 200 Haiarten benötigen Schutz. Das liegt z.B. daran, dass auch Haie häufig als Beifang in Netzen verenden, oder am „Finning“. Wobei den Haien auf offenen Ozean Flossen abgeschnitten werden und die Tiere hinterher wieder in Ozean geworfen werden,  wo sie sterben. (Doch natürlich ist das hier nicht alles)

Quelle: "Die Haiatacke, die mein Leben veränderte" WELT  Bild: wikimedia commons

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Kommentare (18)
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29.10.2012
Leo2712 hat geschrieben:
Toller Bericht. Finning finde ich sowas von grausam und abartig. Es ist wirklich eigenartig dass sich menschen nach einem Haiangriff für diese Tiere einsetzten. Aber auch wirklich toll.
21.10.2012
NDelphine hat geschrieben:
Dieser Bericht ist echt toll. Das so viele Menschen sich nach einem Haiangriff für den Schutz dieser Tiere einsetzen ist einfach schön zu hören. Die Geschichte mit dem "Finning" habe ich schon einmal gehört. Ich habe ein Video dazu gesehen. Danach stand für mich fest mehr für den Tierschutz zu tun. Das war der ausschlaggebende Punkt für mich WWF Jugend Mitglied zu werden.
06.06.2012
LSternus hat geschrieben:
Toller Bericht.Ich freu mich, dass die meisten Opfer von Haiangriffen sich für den Schutz von Haien einsetzen.
Warum können das dann nicht auch die Menschen die noch keinen "Feindkontakt" mit Haien hatten?
02.06.2012
Buntspecht hat geschrieben:
Der Bericht ist wirklich toll, das mit der Biene echt cool. Die Leute die sich danach noch einsetzen sind echt fazinierend.
25.05.2012
Taki hat geschrieben:
Gzter Artikel, Haie müßen geschützt werde. Keine Haie als Beifang die Flossen Abschneiden und verkaufen
25.05.2012
Aquene hat geschrieben:
Die Haie müssten mehr Menschen angreifen dann gäbe es auch mehr Leute die sie schützen. Aber keiner wünscht sich nur noch einen Arm zu habe.
25.05.2012
FabianN hat geschrieben:
Toller Bericht, wirklich schön geschrieben!

Kann man sich echt nur schwer vorstellen, dass jährlich mehr Menschen wegen herabfallenden Kokosnüssen sterben als wegen Haiangriffen ^^

Respekt den Leuten, die sich nach so einer Sache noch für die Haie einsetzen. Für sowas braucht man wirklich eine tolle Einstellung und ich finde, diese Menschen haben unseren Respekt verdient.

Hoffen wir, dass die Bemühungen der Haischützer gelingen und es die Haie noch sehr lange zu bestaunen und bewundern gibt!
24.05.2012
anni95 hat geschrieben:
Die Sache mit den Kokosnüssen kannte ich schon länger (auch, bevor es im Magazin stand^^).
Haie sind echt tolle Tiere. Wunderschön vor allem. Walhaie finde ich total faszinierend...
Übrigens Daumen hoch- der Bericht ist sehr gut geschrieben, finde ich!
24.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Auch wenn es makaber ist, aber die Sache mit den Kokosnüssen finde ich einfach nur lustig. Sorry, aber lest das mal laut vor. Das hört sich wirklich total lustig an :)

Vermutlich setzt mich nach einem "Treffen" mit einem Hai viel mehr mit diesen Geschöpfen und ihrem Lebensraum auseinander. Im Alltag denke ich jetzt nicht so regelmäßig an Haie. Aber nach so einem Unfall wird das ändern und der Hai rückt in den Fokus. Es ist also eigentlich ganz logisch :)
23.05.2012
Anni09 hat geschrieben:
Wieso sind alle so überrascht das diese Menschen sich für den Hai einsetzen? Wenn man in Gewässer tauchen oder schwimmen geht in denen es Haie gibt muss man eben damit rechnen eventuell angegriffen zu werden.
Natürlich ist es lobenswert wenn Menschen sich für Haie einsetzen, aber ob Menschen zuvor von einem Hai angegriffen wurden oder nicht tut für mich nichts zur Sache.
23.05.2012
MaRyLoU hat geschrieben:
Hm..okay..hatte ich verdrängt, dass die danach sterben ^^' Dann pieksen sie einen eben nur :D

@madamels: Das klingt echt zu komisch...mit den kokosnüssen. ist wahrscheinlich nicht wotzig, klingt aber so
23.05.2012
Louisaaaa hat geschrieben:
Schon irgendwie komisch,dass man sich nach einem Haiangriff noch mehr für das Tier einsetzt... Vielleicht liegt das auch daran, dass man einen richtigen, wenn auch unangenehmen Kontakt zu diesem Tier hatte. Diese Menschen merken dadurch wahrscheinlich, was für tolle Tiere Haie sind....
23.05.2012
Madamsel hat geschrieben:
Laut Focus online kam es letztes Jahr zu 75 Haiangriffen, von denen 12 tödlich endeten. Zum Vergleich: Jährlich sterben etwa 150 Menschan an herabfallenden Kokosnüssen.
23.05.2012
Killari hat geschrieben:
Wahnsinn, was diese Menschen für eine Liebe zur Natur und zum Leben haben. Das regt echt zum Nachdenken an und auch wenn es zu Anfang seltsam klingen mag, dass Haiopfer sich für den Haischutz einsetzen, ist es schon naheliegend, wenn man sich weiter damit beschäftigt. Nach lebensgefährlichen Situationen und Schicksalsschlägen fangen Menschen ja oft an, ihre Prioritäten im Leben anders zu setzen und Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Und Haiangriffe werden ja in der Regel durch menschliches Fehlverhalten verursacht, vielleicht gar nicht mal von den Tauchern selbst, sondern wie letztes Jahr in Ägypten z.B. von Tourveranstaltern, die Hai mit Absicht anlocken, damit Besucher etwas zu sehen bekommen.

@ vacsicha: Laut Wikipedia ist die Wahrscheinlichkeit, von einem Blitz getroffen zu werden, höher als bei einem Haiangriff zu sterben. Nur etwa 5-10 Angriffe jährlich enden tödlich.
23.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Also, Bienen sterben ja eh nach dem Stich... (sorry, das musste einfach sein ;-) )
Ich finds auch total toll, dass die das machen.
Weiß einer, wie viele Menschen von Haien getötet werden?
23.05.2012
Puma hat geschrieben:
Das sind ja tolle Nachrichten.Ich meine,dass Haiopfer sich für den Schutz einsetzen.Find ich echt stark.Ach ja,und ich erchlage keine Bienen.
23.05.2012
Anni09 hat geschrieben:
@urmeli: :D Hatte genau den gleichen Gedanken wie du ^^
23.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Vielleicht verstehen diese Menschen auch, dass sie in den Lebensraum der Haie eingedrungen sind und nur deswegen dieses Unglück passieren konnte. Aber warum auch immer sie sich jetzt dem Haischutz verschrieben haben ist egal. Das Wichtigste ist, dass sie es getan haben :)
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