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Die wahre Geschichte der Ölkatastrophe


von Peet
23.06.2010
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Es sollte die Show werden, die amerikas Politik in einem neuen Licht erscheinen lassen sollte. Die Energiewende, die schon vor 31 Jahren vom damaligen Präsidenten Jimmy Carter mehr oder weniger angekündigt wurde, wurde wieder hinten anstellt. Statt dessen ging es in einem unmittelbaren Wahlkampf für die kommenden Kongresswahlen und die Natur blieb auf der Strecke.

In dem fünfstündigen Kreuzverhört vom 18.06.2010, in dem BP-Chef Hayward sich vor dem Kongress rechtfertigen sollte kam es eher zu Achselzucken und den immer gleichen Antworten.

Auf die Frage hin, ob bei der Bohrung Fehler gemacht wurden kam lediglich ein Achselzucken und die Aussage, dass er nicht in der Lage sei dies zu beurteilen. Zu dem betonte er immer wieder, das ihn die Tragödie sehr mitnimmt. Diese Aussagen schienen wohl die einzigen zu sein, die der BP-Chef präsentieren konnte.

Entweder müssen Untersuchungsergebnisse abgewartet werden oder er sei nicht in der Lage auf die Fragen eine Beurteilung abzugeben. Es wäre reine Spekulation. Das mag ja sein, aber wie kann sich ein Konzern, der für eine derartige Umweltkatastrophe verantwortlich ist, sich so präsentieren? Wo bleiben Lösungen, wo kommt die Einsicht und wo bleibt die Natur?

Denn Amerika ist weit entfernt von der Energiewende. Im Gegenteil, die republikanischen Kongressmitglieder nehmen BP sogar in Schutz und verurteilen die Demokraten zu Verbrechhern, die BP erpressen und die Öl- und Gasbranche in die Pleite treiben. Parker Griffith, ein Republikaner, behauptet sogar das die Umweltkatastrophe relativ harmlos sei. “Amerikas größte Umweltkatastrophe waren Zigaretten.”

Die Demokraten hingegen sehen die Menschenleben in Gefahr, die Zukunft der vor Ort Lebenden und Gemeinden. Das die Zukunft bzw die Lebensgrundlage in Gefahr ist, ist jedem klar doch niemand der anwesenden erwähnt in einem Satz den Schaden für die Natur. Es kommen lediglich Resultate zustande, das die Fischerei am Ende sei. Obama hat die momentan dafür benötigten Mittel nicht, in diesem Fall die politische Mehrheit. Dabei muss doch jeder sehen, dass das Öl nicht die Zukunft der Menschheit seien kann. Zum einen, weil Länder wie die USA zu Gefangenen der Ölindustrie werden und zum anderen aufgrund der Natur. Doch die Fronten sind klar. Die Republikaner stellen sich schützend vor BP und die Demokraten versuchen die Stimmen der wütenden Bevölkerung zu ergattern., deren Grundlage für lange Zeit zerstört wurde. Die dritte Partei fehlt hier wohl. Die Partei die eine Öko-Wende einleitet, die für die Natur spricht und den Leuten das Ausmaß der Katastrophe klar machen sollte.

Am Ende wird vermutlich jede weitere Konsequenz eine Notlösung bleiben aber dauerhafte Reformen werden ausbleiben. Wirft man nur einen Blick zurück auf die Finanzkrise, in der von Konsequenzen und anderen Reformen die Rede war und nun einen Blick in die Gegenwart, so sieht man von alle dem nichts. Lediglich eine kleinere Reform, die zahllose Lücken aufweist.

Die Abhängigkeit ist einfach zu groß. 35,6 Millionen Dollar floßen in den Wahlkampf 2008. Dieses Geld stammt von der Öl- und Gasindustrie. Warum also sollte man das versiegen lassen, was einen ermöglicht Wahlkampf zu betreiben. Von den Millionen gingen 77 Prozent an die Republikaner und 23 Prozent an die Demokraten. Damit ist wohl klar, die Öl- und Gasindustrie ist einfach zu wichtig und machtvoll für Amerika.

Folgendes bestätigt diese Abhängigkeit. Obama machte klar, das alle zur Rechenschaft gezogen werden, die für das Desaster verantwortlich sind aber weiter sagte er “BP ist ein starkes und rentable Unternehmen, und es ist in unser aller Interesse, dass es das bleibt.”

Quellen:

http://www.tagesschau.de/ausland/hayward112.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,701409,00.html

Bild: © US Coast Guard (via WWF)

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Kommentare (1)
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23.06.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Naja, das klingt jetzt vielleicht pessimistisch, aber was anderes habe ich jetzt von den Amerikanern auch nicht mehr erwartet. Als ob so ein Konzern jemals boykottiert werden würde...

Es ist echt zum Heulen.
Aber das werde ich nicht tun, denn ich bin Optimistin und glaube weiterhin daran, dass sich unsere Welt irgendwann bessern wird! :-)
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