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den Wellen


Das Meer ist ein totkranker Patient


von isabella
22.01.2010
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Das Meer braucht uns nicht, aber wir brauchen das Meer.

Wenn wir einatmen und ausatmen bleibt ein Teil der Luft in unseren Lungen, diese kommen zu 70% aus dem Meer. Die Luft wird von Millionen mikroskopisch kleiner Algen produziert, die wir im Meer finden.
Als Menschen das erste Mal im Weltall waren haben sie nach unten geschaut und einen blauen Planeten bewundern können, kein Wunder schließlich besteht die Oberfläche unserer Erde zu 72% aus Wasser. Doch wir zerstören diesen Planeten mit Überfischung, Ölteppichen und Verschmutzung.
Wir behandeln das Meer wie eine Mülltonne, dabei werfen wir Plastiktüten achtlos weg, welche allerdings erst innerhalb von 400 Jahren, 20 Minuten und 1 Sekunde abgebaut werden. Wieso so lange?- 1 Sekunde benötigt die Herstellung, 20 Minuten der Verbrauch und 400 Jahre der Zerfall.

Jedes Jahr töten Plastiktüten 1 Millionen Vögel und 100.000 Meerestiere.

Auch Ölteppiche sind ein großes Problem. In 40 Jahren gab es ca. 20 große Ölteppiche. Besonders betroffen ist die europäische Küste, vor allen die Britanie:
• 1967 Torrey Canyon; das Schiff hat 119.000 Tonnen Öl verloren und 30.000 Vögel vielen ihm zum Opfer.
• 1978 Amoco Cadiz; das Schiff hat 227.000 Tonnen Öl verloren und 15.- 20.000 Vögel sterben einen Qualfollen Tod.
• 1999 Erika; das Schiff verlor 20.000 Tonnen Öl, wobei 77.000 Vögel den Tod fanden.
• 2002 Prestige; das Schiff hat 77.000 Tonnen Öl verloren, dabei fanden 13.000 Vögel den Tod.
Ölteppiche sind spektakulär, aber die Reinigung von Schiffen nimmt 10mal mehr Schaden auf sich als Ölteppiche.

Mindestens 2 Millionen Tonnen aus Erdöl hergestellten Produkte werden jedes Jahr in den Ozeanen versenkt.

oder

Weltweit ereignet sich jeden 3.Tag ein Tankerunfall.

Überfischung ist auch ein großes Thema, sowohl bei den Umweltorganisationen als auch in den Nachrichten. Die Tiefsee macht 80% des Volumens der Ozeane aus und nur 1 % wurden bisher erforscht und 90% der Arten im ganzen Meer sind noch unbekannt.

Kaum haben wir begonnen sie zu studieren, stellen wir fest das sie durch die Ausbeutung der Meere bedroht sind.

Der Vergleich zu 1950 zeigt, das mehr Fische gefangen werden, denn 1950 wurden 80 Millionen Tonnen Fisch gefangen heute sind es schon fast 100 Millionen Tonnen. Das Problem ist, dass 60% der in Europa gegessenen Fische nicht vor unserer Küste oder in den Obergewässern gefischt werden. Die meisten Fische werden in Afrika gefangen, 90% der Fischer sind Chinesen und Japaner, welche die Meere plündern, dabei bekommen die Arbeiter auf so einem Fischtanker Hungerlöhne und arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen. Die Netze, die man dabei verwändet sind bis zu 2000m Tief und wirken so ähnlich wie ein Bulldozer, der versucht Äpfel von einer Plantage zu pflücken. Man könnte sie Aufhalten gäbe es da nicht das Problem der Überlieferung der Fische, diese Operation findet nämlich auf offener See statt und geht von dort aus direkt zum Verkauf. Die Chance die Asiaten dabei zu erwischen ist gering.
Das Resultat: In 30 Jahren werden bestimmte Fischarten zu 99% verschwunden sein und das für immer.
Der Schaden: 25% des Fangs werden wieder in das Meer zurück geworfen. Bei diesen Fangmetoden sterben 300.000 Wale, Delfine, Seevögel und 40.000 Seeschildkröten an Haken und in Netzten.
Nicht vergessen: 200 Millionen Menschen leben vom Fischen und 24.000 Fischer sterben jährlich.
Dann gibt es da noch die Verschmutzung der Meere, bei denen nicht nur Plastiktüten und Öl eine Rolle spielen, sondern auch Abwässer.

Sogar in Frankreich werden 50% des Abwassers ungeklärt in das Meer geleitet.

Die Antwort der Meere auf diese Art von Verschmutzung sind Algen. 50.000 Tonnen Algen werden jährlich mit dem Traktor von den französischen Stränden abgetragen, das kostet jedes Jahr 50.000 Euro pro Gemeinde.

Weltweit ersticken 200 Küstenbereiche durch Algen.

Klimawandel ist auch ein Problem was die Meere belastet, besonders Wale leiden darunter, denn 7 Walarten sind vom Aussterben bedroht und mehr als 1,5 Millionen Wale wurden in den letzten 50 Jahren getötet. Die Japaner haben dabei eine große Rolle gespielt. Innerhalb von 20 Jahren haben die Japaner ca. 25.000 Wale getötet, dabei ist das Fleisch der Wale in den Jahren durch das verschmutzte Wasser vergiftet. Aber nicht nur die Japaner sind schuld, auch wir, denn durch den Klimawandel ist die Nahrung dieser wunderschönen Säugetiere bedroht. Das Krill kommt nur in extrem kaltem Gewässer vor und da die erhöhte Temperatur und der CO2 Gehalt steigen werden sie vielleicht schon in der Mitte des 21. Jahrhundert ausgestorben sein.

 

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Kommentare (6)
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29.01.2010
Pusteblume hat geschrieben:
Heftig - bin echt erschrocken! Toll, wie du du die ganzen fakten zusammengetragen hast. ich will, dass die meere besser geschützt werden!! die sind weichtiger, als viele bestimmt denken. Denken wohl is ja nur das große Meer, Unmengen Wasser, da kann man sonstwas reinkippen und rausholen... weils vielleicht nicht so eine Landschaft is wie ein Gebirge oder ein Regenwald. aber das Meer ist auch ein LEBENSRAUM! Danke isabella für den tollen Bericht
27.01.2010
ZeKreap hat geschrieben:
mitte des 21 Jahrhunderts .... da wird man sich mal wieder bewusst wie schnell das alles auf uns zu kommt ... sehr schöner Bericht. Danke.
26.01.2010
Albatross hat geschrieben:
Echt interessant! Da sind Sachen bei, die sogar ich nicht wusste ;) Danke für diese tolle Zusammenstellung von Zahlen und Fakten. Gut geschrieben!
23.01.2010
Helen hat geschrieben:
der Bericht ist wirklich sehr gut geschrieben und enthält echt wichtige (und furchtbare) Sachen! es ist wirklich traurig was der Mensch der Natur und all den Tieren antut. Ich habe auch ein Buch über Wahlfänge...echt erschreckend!! das ist so unglaublich das Menschen so etwas machen!überhaupt so etwas zulassen!!
23.01.2010
Maide hat geschrieben:
Wow, was für erschreckende Fakten!
22.01.2010
isabella hat geschrieben:
Der Artikel ist sehr lang^^...aber es sind gebiete über die eig jeder etw wissen sollte...
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