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Das Leiden der Mekong-Delfine


von Rhino
18.08.2011
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Wenn man an Delfine denkt, kommen einem sofort friedliche Meeressäuger in den Sinn, die harmonisch durch die Ozeane schwimmen, doch nicht alle Delfine sind Meereswanderer, im Gegenteil, es gibt viele verschiedene Delfinarten, die sich im fließenden Süßwasser tummeln, eine dieser Arten ist der Irawadi-Delfin (Orcaella brevirostris), der vor allem durch seinen rundlichen Kopf auffällt. Man findet diese Delfine in den Flussläufen Südostasiens. Der riesige Mekong-Fluss, der vom südlichen China aus, über Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam fließt und schließlich im Ozean endet, ist ein wichtiger Lebensraum für viele von ihnen, ein wichtiger, aber mittlerweile bedrohter Lebensraum…

Der WWF hat nun etwas Erschreckendes festgestellt: Es gibt wohl nur noch 85 Irawadi-Delfine im Mekong-Strom!

Wie konnte es so weit kommen? Eines ist auf jeden Fall klar, es sind viele verschiedene Faktoren, die zum Rückgang des Bestandes geführt haben. Zum einen sorgen Goldminen in Flussnähe dafür, dass der Quecksilbergehalt des Wassers in gewaltigen Ausmaßen steigt und somit tödliche Folgen für die Tiere mit sich bringt, zum anderen gelangen immer mehr Delfine in so genannte Kiemennetze. Diese Netze sind eigentlich für den Fang kleiner Fische gedacht, doch häufig verfangen sich auch große Tierarten darin, für Delfine, aber auch für Vögel, Haie, Schildkröten und Robben sind diese Netze weltweit eine häufige Todesfalle…

Aber das war noch nicht alles! Auch die Unterhaltungsindustrie hat einen erheblichen Beitrag zu diesem ökologischen Fiasko geleistet, denn Irawadi-Delfine sind ebenso klug, sympathisch und lernfähig wie Meeresdelfine, benötigen aber kein aufwendiges Salzwasserbecken. Freizeitparkunternehmer sahen in diesen Geschöpfen ein wahres „El Dorado“ und so wurden zahlreiche Irawadi-Delfine aus dem Mekong hinaus gefischt, um sie für Delfinshows zu dressieren, der Boom an neuen Delfinarien in der Flussumgebung spricht da eine klare Sprache!

Doch so kann es wohl kaum weitergehen! Das haben auch die Regierungen der südostasiatischen Staaten erkannt! Dabei sollte vor allem Kambodscha erwähnt werden! Die Regierung dieses Landes hat nämlich in Kooperation mit dem WWF das Mekong Dolphin Conservation Project eingeleitet. Ziel des Projektes ist es, die bestehende Population der Delfine effektiv zu schützen. Das Projekt beinhaltet den Bau von ganzen acht Reservaten - und dies ist noch nicht alles, auch die anderen südoastasiatischen Staaten haben sich mittlerweile zum verstärkten Aufbau von Schutzmaßnahmen offiziell bereit erklärt!

Meiner Meinung nach haben die Irawadi-Delfine genauso viel Schutz und Respekt verdient, wie ihre Verwandten im Meer und deswegen finde ich es mehr als lobenswert, das sich der WWF so stark für ihr Überleben einsetzt! Ich hoffe nur, das die geplanten Schutzmaßnahmen dauerhaft ausreichen, um den diesen faszinierenden Säugetieren eine sichere Zukunft zu geben!

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Kommentare (14)
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19.09.2012
PaulaTvD hat geschrieben:
Ich finde es schrecklich, dass der Iriwadi-Delfin so kurz vorm aussterben steht, denn 85 Tiere sind sehr wenig und in einem ähnlichen Fall im Jangtsekiang, der unter ähnlcihen Bedingungen leben musste, kamen die Schutzmaßnahmen zu spät und der Baiji ist aller Wahrscheinlichkeit nach jetzt ausgestorben!
Ich liebe diese Tiere einfach nur und hoffe dass die Schutzmaßnahmen helfen
(Mein Profilbild zeigt einen Iriwadi-Delfin :))
24.08.2011
Puma hat geschrieben:
Das sind ja gute und schlechte Neuigkeiten in einem!!!Bis jetzt hab ich von diesen Delfinen noch gar nichts gewusst.Man lernt eben immer noch dazu!!!
20.08.2011
Rhino hat geschrieben:
LSternus: die kommen aus dem Mekong oder eben aus einem anderen Gebiet, in dem es Irawadi-Delfine gibt, z. B. Indonesien oder Indien :(
20.08.2011
LSternus hat geschrieben:
Es hört sich furchtbar an so etwas zu lesen. Der Mekong ist riesig, wenn dort nur noch rund 85 Delfine dort geeigneten Lebensraum finden ist dass kein gutes Omen! Davon abgesehen, wo bekommt die Unterhaltungsbrange die Tiere her? Nachzuchten gelingen nur in extrem seltenen Fällen und in aller Regel bei Salzwasser - Delfinen und um einen derart kranken Markt zu versorgen leben zu wenige Exemplare in freier Wildbahn. Also wo kommen die Tiere her???(!)
19.08.2011
Franzi hat geschrieben:
Natürlich ist es traurig, dass es erst so weit kommen muss, bis den Regierungen klar wird, dass etwas getan werden muss, aber dennoch: besser spät als nie!
Hoffentlich zeigen die Schutzmaßnahmen schnell Wirkung :)
19.08.2011
Rhino hat geschrieben:
Lelo: danke, aber man kann ja froh sein, das sie zumindest jetzt damit angefangen haben, in Tasmanien z. B. wurden Schutzmaßnahmen für den Beutelwolf erst dann eingeleitet, als dieser schon jahrelang ausgestorben war ;)
19.08.2011
Lelo hat geschrieben:
Wow- das ist schon ziemlich heftig!
1. Dass es nur noch 85 Delfine gibt und
2. dass es erst so schlimm sein muss, dass etwas dagegen getan wird.
Ich finde es zwar gut, dass der WWF sich für die Tiere einsetzt, natürlich ist dieser Aspekt ja ziemlich gut. Trotzdem hätten die umliegenden Länder sich auch früher dafür einsetzen können...!
Trotzdem Rhino; das ist ein sehr gelungener Artikel!
18.08.2011
Peet hat geschrieben:
Vielen Dank für die Info und dein Statement dazu, Rhino!
18.08.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Es gibt viele verschiedene Flussdelfinarten. Doch sind sehr viele von ihnen bedroht. Der chinesische Flussdelfin ist auch schon ausgestorben. Hoffentlich geht das nicht so weiter. Deswegen find ich das natürlich Klasse, dass sich der WWF für diese Tiere einsetzt. Schöner Bericht :)
18.08.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Ja ^^ :)
18.08.2011
Rhino hat geschrieben:
Gluehwürmchen: es gibt auch noch andere Populationen als die im Mekong, in Indonesien gibts auvch welche, notfalls könnte man ja Delfine aus diesen anderen Zonen dorthin bringen ;)
18.08.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Naja, im Hinblick auf die Bedohung -> schwindende Zahl + vermutlich begrenzte "Territorien" ? Das könnte ja den Bestand zumindest zusätzlich gefährden. Je weniger es werden, desto weniger neue Gene kommen rein. Super, dass man was für ihren Schutz macht - hoffentlich gelingt es :)
18.08.2011
Rhino hat geschrieben:
Gluehwürmchen: bei 85 gehts noch ;) ich meine: bei den mMdagaskar-Moorenten haben nur etwa 20 überlebt und dennoch sind genug verschiedene dabei um die Gruppe angemessen zu vergrößern ;)
18.08.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Nur 85? Das ist verdammt wenig. Kommt es dann nicht sowieso irgendwann zu inzucht?
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