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Bröckelt das Walfangverbot im Südpolarmeer?


von Marcel
21.06.2010
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Von ursprünglich 200.000 auf heute 2.300 Tiere geschrumpft - so stark sind die Südlichen Blauwale bedroht. Ihr Schicksal entscheidet sich womöglich bei der 62. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission, die heute beginnt. Auch andere Arten brauchen dringend den Schutz dieses Meeres. "Wenn es auf der Welt einen Ort gibt, wo Wale unbedingt geschützt werden müssen, ist es das Südpolarmeer", sagt Volker, Artenschutzexperte beim WWF.

Der Stopp jeglichen Walfangs in den Gewässern um die Antarktis - das wäre nach Ansicht des WWF eine unentbehrliche Maßnahme, wenn sich die stark angeschlagenen Walpopulationen in der gesamten südlichen Hemisphäre noch erholen sollen. Der WWF zeigt das in einem neuen Report, den die Umweltstiftung zum Beginn der IWC-Tagung in Marokko veröffentlicht. Auf der Konferenz wird auch über einen Kompromissvorschlag beraten, der eine begrenzte Wiedereinführung des kommerziellen Walfangs in antarktischen Gewässern vorschlägt. Das Südpolarmeer wurde 1994 zum Walschutzgebiet erklärt, allerdings betreibt Japan dort weiterhin Walfang zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken.

"Die Walfangkommission muss jeglichen Walfang in diesen Gewässern unbedingt unterbinden“, sagt WWF-Experte Volker. Einige der stark geschrumpften Großwalpopulationen wie von Seiwal oder Finnwal der südlichen Hemisphäre sind für die Nahrungssuche vollständig auf die antarktischen Meeresregion angewiesen. Würden diese Populationen weiter verringert, könnten sie auch aus den Gewässern etlicher anderer Länder in Afrika, Lateinamerika und den Pazifischen Inseln verschwinden. Mehr als 200.000 Südliche Blauwale lebten im Südpolarmeer, bevor sie im zwanzigsten Jahrhundert massiv bejagt wurden. Nach jüngsten Schätzungen ist die Population auf etwa 2.300 Tiere geschrumpft. Etwa 725.000 Finnwale sind dem kommerziellen Walfang zum Opfer gefallen, die Art wird mittlerweile auf der Roten Liste als stark gefährdet geführt.

Der WWF kritisiert, dass die IWC dennoch vorschlägt, die kommerzielle Jagd auf diese Art wieder offiziell zuzulassen. "In diesem Jahr besteht die Chance, die Blockade zwischen Walfang- und Walschutzstaaten innerhalb der Walfangkommission aufzulösen. Grünes Licht für Walfang im Südpolarmeer und auf bedrohte Arten wäre jedoch ein großer Rückschritt für den Walschutz“, so Volker.

Wale bekommen nicht in kurzer Zeit etliche Jungtiere. Deshalb haben sich viele Walarten noch immer nicht von den dramatischen Bestandsrückgängen durch den kommerziellen Walfang bis 1986 erholt. Nach Angaben des WWF sind die Meeressäuger jedoch zunehmenden Bedrohungen wie Klimawandel, Meeresverschmutzung und einem steigenden Risiko von Schiffskollisionen ausgesetzt. Größter Bedrohungsfaktor ist dabei die Fischerei: Schätzungsweise 300.000 Wale, Delfine und Tümmler sterben jährlich als Beifang in Schleppnetzen und anderen Fanggeräten.

Dabei lohnt sich die Jagd auf Wale nicht mal! Eine Studie von WWF und WDCS hat gezeigt, dass Walfang ein unprofitabler Wirtschaftszweig ist und durch Subventionen gestützt wird. Durch eine Erholung der Walbestände entsteht insbesondere dem Tourismussektor signifikanter wirtschaftlicher Nutzen: Allein in Lateinamerika werden ca. 225 Millionen Euro jährlich durch touristische Walbeobachtungen erwirtschaftet.

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Kommentare (7)
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06.07.2010
Marcel hat geschrieben:
@ForceOfNature: Richtig - wir ziehen ja alle am selben Strang ;)
05.07.2010
ForceOfNature hat geschrieben:
Zum Thema Wale fällt mir Avaaz ein. Avaaz ist eine globale Internetbewegung, die sich für eine Nachhaltigere und fairere Welt einsetzt.
Zum Schutz der Wale wurde sage und schreibe 1,2 Millionen Petitionen für die Aufrechterhaltung der aktuellen - leider noch unzureichenden - Fangverbote unterschrieben.
Ich kann Avaaz nur empfehlen!
http://www.avaaz.org/de

@Marcel: Das sollte ja auch nicht unter Konkurrenz fallen, richtig ;)?
25.06.2010
Marcel hat geschrieben:
@Coolrunning14: Ich arbeite ja hier beim WWF und bin daher direkt an der Quelle ;) Diese Informationen stammen direkt von meinen Kollegen aus der WWF-Presseabteilung, die zu diesem Thema mehrere Pressemitteilungen rausgegeben haben. Wer weitere Fragen direkt an den WWF hat, kann sich gerne an mich wenden oder an den WWF-Infoservice per Email an info@wwf.de.
22.06.2010
Lisikeksfee hat geschrieben:
da stimme ich dir zu, isabella, wenn man doch nur effektiv was tun könnte...
und irgendiwe mehr, als zu demonstrieren, seine meinung zu sagen und all diese dinge, die ganz weit weg vom geschehen stattfinden... :(

(das im kommentar vom 21.06 sollte übrigens "moralisch" heißen!^^)
22.06.2010
isabella hat geschrieben:
das ist ja schrecklich
ich wünschte ich könnte was tun...
und die japaner hören immer noch nicht auf, ich wünschte man könnte sie um stimmen...
21.06.2010
Lisikeksfee hat geschrieben:
Erst einmal danke für den Bericht!
Und jetzt:
AAAAARRRRRHHH! Wie verblendet und geldgeil einige Menschen doch sind!
Das ist doch wirklich unglaublich, über eine Wiedereinführung des (beschränkten) Walfangs nachzudenken, obwohl schon jetzte einige Arten bedroht sind. Vielleicht sollte man erst ein mal das Problem Beifang in den Griff bekommen, bevor man auch nur daran denkt im Südpolarmeer einen einzigen Wal grausam zu töten!
Wie stellen die sich das überhaupt vor?! "Wir lassen zwei, drei Wale am leben und die produzieren dann völlig waluntypisch genug Nachwuchs, damit wir seelenruhig einn paar Euro mehr verdienen!?" Genau... -.-
Und als ob sich irgendjemand, sollte der Walfang dort wieder erlaubt werden, an die Zahlen halten wird. Wie kann man nur so morlaisch verdorben sein, all die Wunder dieser Welt zu zerstören, bzw. ganz dreist zu sagen, dass man für die Forschung jagt...
Tolerieren könnte man ja noch den nicht-kommerziellen Walfang von tradidionell lebenden Küstenvölkern, aber alles andere...
Es ist einfach nur traurig... die größten Tiere der Welt haben keine Chance sich gegen kleine, dumme und gierige Menschen zu wehren!
Beschränkter Walfang - wer ist hier beschränkt??!??!
21.06.2010
Franzi hat geschrieben:
Dass so eine Grausamkeit auch noch durch Subventionen gestützt wird, das ist doch echt unglaublich... Hoffentlich werden diese tollen Tiere bald besser geschützt! :)
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